Aktien New York: Moderate Verluste - Nasdaq-Rekordlauf ausgebremst

Überraschend schwache Daten vom Immobilienmarkt der USA haben am Mittwoch zunächst die Wall Street und letztlich auch die Nasdaq-Börsen leicht belastet. Der Konjunkturbericht der US-Notenbank enthielt hingegen kaum Neuigkeiten. Der Dow Jones Industrial verlor rund zwei Stunden vor Handelsschluss 0,27 Prozent auf 20 972,52 Punkte und knüpfte damit an seine moderaten Vortagesverluste an. Allerdings hatte das wichtigste US-Börsenbarometer zuvor sieben Handelstage in Folge zugelegt. Im Monat Mai zeichnet sich aktuell ein kleines Plus von 0,15 Prozent ab. Die Anfang März geknackte Rekordmarke von 21 169 Punkten bleibt weiter in greifbarer Nähe.
31.05.2017 20:46

Der marktbreite S&P-500-Index fiel zur Wochenmitte ebenfalls um 0,27 Prozent und damit auf 2406,36 Punkte. Der Nasdaq 100 büsste 0,33 Prozent auf 5775,65 Zähler ein. Zum Handelsstart hatten die überwiegend mit Technologie-Aktien bestückten Nasdaq-Indizes ihren Rekordlauf zunächst fortgesetzt. Dem Auswahlindex Nasdaq 100 war locker der Sprung über die Marke von 5800 Punkten gelungen, an der er am Dienstag noch gescheitert war. Der breite Nasdaq Composite war bis auf 6221 Punkte geklettert.

Die Zahl der noch nicht abgeschlossenen Hausverkäufe überraschte negativ. Nachdem bereits im März die Zahl der Hausverkäufe gesunken war, setzte sich dies deutlich auch im April fort. Dabei hatten Experten mit einem leichten Anstieg gerechnet. Das kurz nach Handelsbeginn bekannt gegebene Geschäftsklima in der Region Chicago hatte sich im Mai allerdings entgegen den Erwartungen aufgehellt.

Der Konjunkturbericht der Fed verwies in einem sechswöchigen Überblick bis Mitte Mai auf ein bescheiden bis moderates Wachstum der US-Wirtschaft. Ähnlich gewachsen sei auch die Beschäftigung. Wo Engpässe am Arbeitsmarkt am grössten gewesen seien, hätten viele Unternehmen höhere Löhne geboten. Mässig legte auch die industrielle Fertigung zu. Die Konsumausgaben dagegen hätten sich abgeschwächt, hiess es. Wichtig ist der Bericht unter anderem mit Blick auf die anstehende nächste Fed-Sitzung im Juni und der Frage nach einem weiteren Zinsschritt. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg rechnen die Marktteilnehmer mit einer 87-prozentigen Wahrscheinlichkeit damit in zwei Wochen.

Branchenweit zählten erneut Bankaktien zu den grössten Verlierern. Im Dow Jones hielten - wie bereits am Vortag - die Aktien von Goldman Sachs die rote Laterne. Sie büssten 3,40 Prozent ein, gefolgt von JPMorgan mit minus 2,30 Prozent. Ebenfalls sehr schwach zeigten sich im S&P 100 die Anteile der Bank of America , der Citigroup und die von Morgan Stanley .

Gefragt war dagegen das Papier von Analog Devices, das im Nasdaq-Auswahlindex um 2,64 Prozent zulegte und damit Spitzenreiter war. Der Halbleiterhersteller hatte in seinem zweiten Geschäftsquartal ein weit stärkeres Ergebnis je Aktie erwirtschaftet als zuvor erwartet.

Spekulationen über eine mögliche Aufstockung der Qualcomm-Offerte für den niederländischen Chiphersteller NXP Semiconductors hatten kaum Kursauswirkungen. Die Qualcomm-Aktien zeigten sich zuletzt fast unverändert. Grossaktionäre wie der aktivistische Finanzinvestor Elliott Management drängten das NXP-Management zu Neuverhandlungen mit dem US-Wettbewerber zwecks einer höheren Offerte, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Der US-Halbleiterkonzern hatte vergangenes Jahr insgesamt 47 Milliarden US-Dollar für NXP geboten./ck/he

(AWP)