Aktien New York: Moderater Kurzuwachs - Börsen bleiben politisch

(Akutalisiert und mit Einzelwerten ergänzt) - Die Anleger auf dem New Yorker Börsenparkett haben sich auch am Dienstag zunächst nur zögerlich aus der Deckung gewagt. Bange Blicke auf die künftige Wirtschaftspolitik des neuen Präsidenten Donald Trump setzten einmal mehr der Risikobereitschaft Grenzen, hiess es.
24.01.2017 16:53

Der Dow Jones Industrial rückte im frühen Handel um 0,18 Prozent auf 19 835,49 Punkte vor. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,20 Prozent auf 2269,64 Punkte. Für den Nasdaq 100 ging es um 0,23 Prozent auf 5077,11 Zähler hoch.

"Die Politik bleibt der wichtigste Kurstreiber", sagte Mike van Dulken von Accendo Markets und verwies dabei auf beide Seiten des Atlantiks. Donald Trump hatte am Vortag mit seinen Ankündigungen ernst gemacht und das transpazifische Freihandelsabkommen TPP gekippt. Im Fokus der Weltbörsen stand am Dienstag aber auch die politische Zukunft Grossbritanniens. Dort hatte das höchste Gericht entschieden, dass das Parlament über die EU-Austrittserklärung abstimmen muss.

Jüngste Daten vom US-Häusermarkt waren schwächer ausgefallen als von Experten prognostiziert, hinterliessen am Aktienmarkt aber keine Spuren. Ansonsten steht die Bilanzsaison im Fokus. Aus dem 30 Werte umfassenden Dow-Index berichteten mit Dupont , Johnson & Johnson (J&J) , 3M und Verizon allein vier Konzerne.

Die Verizon-Anteile belegten nach enttäuschenden Zahlen mit einem Abschlag von 4,35 Prozent den letzten Platz im Leitindex. Am Vorabend war ausserdem bekannt geworden, dass sich die Übernahme von Yahoo durch den Telekomkonzern länger hinzieht. Die Papiere des angeschlagenen Internet-Pioniers zogen am Dienstag bislang um annähernd 4 Prozent an. Der am Vorabend vorgelegte Zwischenbericht von Yahoo spiegelt zwar weiterhin nur durchwachsene Geschäfte wider, übertraf aber die Erwartungen.

Für die Papiere des Pharma- und Konsumgüterherstellers Johnson & Johnson (J&J) ging es angesichts eines enttäuschenden Ausblicks um mehr als 2 Prozent abwärts. Einbussen von fast eineinhalb Prozent verzeichneten die Titel von 3M . Ein schwaches Elektronik-Geschäft und der starke Dollar hatten 2016 die Geschäfte des Mischkonzerns ausgebremst. Im laufenden Jahr will 3M aber weiter wachsen.

Gewinne von knapp 3 Prozent verbuchten indes die Aktien von Dupont , womit sie der beste Dow-Wert waren. Der vor einer Fusion mit dem Konkurrenten Dow Chemical stehende Chemiekonzern hatte seinen Gewinn im vierten Quartal kräftig gesteigert.

Autohersteller wie General Motors (GM) oder Ford stehen vor allem deshalb im Blick, weil Donald Trump die ranghohen Entscheider aus der Branche zu sich geladen hatte. Auf Twitter hatte Trump angekündigt, mit ihnen über den Bau neuer Werke in den USA sprechen zu wollen. Am Vortag hatte er bereits andere Wirtschaftsvertreter nach Washington geladen, um über die industrielle Zukunft in den Vereinigten Staaten zu sprechen. Ford-Aktien gewannen zuletzt rund eineinhalb Prozent, GM-Papiere legten um 1,21 Prozent zu.

Ein negativer Analystenkommentar sorgte zunächst bei den Apple-Aktien für ein vorbörsliches Minus von gut einem halben Prozent. Zuletzt standen die Papiere aber nur noch 0,07 Prozent tiefer. Die Experten von Barclays blicken weniger optimistisch auf den iPhone-Hersteller, stuften die Aktie ab und sprachen vom "Smartphone-Blues"./ajx/he

(AWP)