Aktien New York: Rekordhöhen für Dow, S&P und Nasdaq nach US-Jobdaten

Durchwachsene Arbeitsmarktdaten in den Vereinigten Staaten haben am Freitag auch dem US-Leitindex Dow Jones Industrial zu einer Bestmarke verholfen. Zugleich setzte sich die Rekordjagd an der technologielastigen Nasdaq-Börse und im marktbreiten S&P 500 fort.
02.06.2017 17:08

BayernLB-Analystin Christiane von Berg sprach von einem insgesamt schwachen Arbeitsmarktbericht mit einem "äusserst verhaltenen Stellenaufbau". Ausserhalb der Landwirtschaft waren in den USA im Mai 138 000 neue Stellen hinzugekommen, während Volkswirte im Schnitt mit einem Plus von 182 000 Jobs gerechnet hatten. Zudem wurde der Stellenzuwachs im März und April deutlich nach unten korrigiert. Laut von Berg dürfte sich nun die Unsicherheit erhöhen, ob die US-Notenbank (Fed) in rund zwei Wochen tatsächlich den nächsten Zinsschritt ankündigen werde. Sollte eine solche Entscheidung ausbleiben, wäre das neuer Treibstoff für den Aktienmarkt, der dann attraktiver bliebe als etwa Investitionen in Anleihen, die auf Zinsen ausgerichtet sind.

Der Dow gewann zuletzt 0,20 Prozent auf ein Rekordhoch von 21 185,88 Punkten. Im Wochenverlauf bedeutet das ein kleines Plus von 0,4 Prozent. Der S&P 500 erreichte am Freitag einen Höchststand mit plus 0,14 Prozent auf 2433,40 Zählern und auch der Nasdaq 100 markierte ein Rekordhoch mit plus 0,44 Prozent auf 5841,96 Zähler.

Analystin von Berg gibt mit Blick auf die Jobdaten der Regierung allerdings zu bedenken, dass diese nicht zum aktuellen Gesamtbild des Arbeitsmarktes und der Konjunktur passten. So waren tags zuvor die ADP-Daten aus der Privatwirtschaft stark ausgefallen und mehrfach habe es Aussagen über zunehmende Arbeitskräfte-Knappheit im Verarbeitenden Gewerbe gegeben.

Im Blick an diesem Tag stand zudem die Handelsbilanz der weltgrössten Volkswirtschaft im April. Der Fehlbetrag war auf 47,6 Milliarden Dollar gestiegen und damit deutlicher als erwartet. Erst vor wenigen Tagen hatte sich US-Präsident deutlich zum Thema Handelsbilanz-Defizit geäussert und die hohen Einfuhrüberschüsse negativ gewertet, weil sie aus seiner Sicht Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten vernichten.

Aus Unternehmenssicht standen Aktien von US-Ölgesellschaften im Blick, nachdem die Preise für die Sorten Brent und WTI wieder unter 50 US-Dollar je Barrel gesunken waren. Am Markt wurde auf den angekündigten Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen verwiesen. Es werde nun erwartet, dass die US-Ölproduktion noch stärker steige, sagt etwa Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank .

Im Dow büssten die Aktien von Chevron 1,29 Prozent ein und waren damit grösster Verlierer. ExxonMobil sanken um 0,94 Prozent. Erneut standen auch Bankaktien unter Druck: Die ebenfalls im Dow notierten Anteile von JPMorgan etwa verloren 1,13 Prozent. Im S&P 100 sanken die Papiere der Bank of America um 1,25 Prozent und die von Morgan Stanley um 1,02 Prozent.

Die Aktien von Hewlett Packard Enterprise setzten ihre Talfahrt vom Vortag fort und verloren 2,91 Prozent. Der IT-Dienstleister hatte am Donnerstag mit seiner Quartalsbilanz und dem Jahresausblick deutlich enttäuscht.

An der Nasdaq gelang den Aktien von Amazon erneut der Sprung über die 1000-Dollar-Marke und zudem ein Rekordstand. Zuletzt stiegen sie um 0,66 Prozent auf 1002,51 Dollar. Die A-Aktien der Google-Mutter Alphabet hingegen haben diese Hürde bisher nicht nehmen können. Sie legten zuletzt um 0,24 Prozent auf 990,63 Dollar zu./ck/he

(AWP)