Aktien New York: Rekordlauf an den US-Börsen setzt sich in moderatem Tempo fort

Der Rekordlauf der US-Börsen setzt sich unermüdlich fort. Wenn auch moderat, so stiegen am Montag dennoch alle vier wichtigen Indizes erneut auf ein Rekordhochs. Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets spricht inzwischen von einer "gewissen Überhitzung" der Aufwärtsbewegung. "Sollte die US-Regierung in die bereits brummende Wirtschaft hinein eine historische Steuersenkung durchführen, könnten wir es im nächsten Jahr mit Inflationsproblemen zu tun bekommen", befürchtet er. Auch eine neue Spitze an der US-Notenbank wird dann seines Erachtens gezwungen sein, die Zinsen schneller anzuheben.
06.11.2017 20:25

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial stieg rund zwei Stunden vor Handelsschluss um 0,10 Prozent auf 23 561,21 Punkte. Der S&P 500 gewann 0,16 Prozent auf 2592,07 Zähler. Auch Nasdaq 100 und der breite Nasdaq Composite schwangen sich erneut in Rekordhöhen auf. Zuletzt rückte der Nasdaq-Auswahlindex 100 um 0,29 Prozent auf 6314,08 Punkte vor.

Übernahmen waren an diesem Tag das Thema in den Handelsräumen - sowohl geplatzte als auch geplante. Gescheitert etwa sind die Verhandlungen um einen Zusammenschluss der Telekom-Tochter T-Mobile US mit dem US-Rivalen Sprint . Die Unternehmen erklärten ihre Bemühungen für beendet. Die Aktien von Sprint sackten daraufhin um rund 11 Prozent ab und erreichten zeitweise den tiefsten Stand seit Juli 2016. Für die Papiere von T-Mobile US ging es um etwas mehr als 6 Prozent nach unten. In Mitleidenschaft wurden auch die im Dow notierten Aktien von Verizon gezogen, die am Ende des Wall-Street-Börsenbarometers mehr als 4 Prozent einbüssten.

Die Anteilscheine von Walt Disney hingegen zogen zeitweise sehr deutlich an und gewannen zuletzt im Dow etwas mehr als 1 Prozent, während an der Nasdaq-Börse die Papiere von Twenty-First Century Fox um 7 Prozent hochsprangen. Wie der Nachrichtensender CNBC berichtete, hatte der zum Rupert-Murdoch-Medienimperium gehörende Film- und Fernsehkonzern mit Walt Disney über einen Verkauf bedeutender Teile des Unternehmens gesprochen. Die Verhandlungen seien aber ergebnislos beendet worden.

Innerhalb der Chipbranche wagte der Broadcom -Konzern einen feindlichen Vorstoss in Richtung des Konkurrenten Qualcomm , worüber bereits am Freitag spekuliert worden war. Geboten werden 70 Dollar je Aktie oder insgesamt 130 Milliarden Dollar. Analysten halten einen solchen Deal für finanziell vorteilhaft für Broadcom. Qualcomm-Chips werden unter anderem in den meisten Smartphones und Tablet-Computern verwendet und sorgen für die Verbindungen zu Netzen. Die Qualcomm-Aktien gewannen am Montag weitere 2,6 Prozent hinzu, nachdem sie vor dem Wochenende um fast 13 Prozent hochgesprungen waren. Die Papiere von Broadcom hielten sich zuletzt stabil, nachdem sie am Freitag um fast 6 Prozent zugelegt hatten.

Zudem befindet sich laut dem "Wall Street Journal" der Chipkonzern Marvell Technology in Verhandlungen über einen Kauf von Cavium . Die Marvell-Aktien sprangen daraufhin um etwas mehr als 9 Prozent nach oben und die von Cavium um 11 Prozent.

Unter jenen Unternehmen, die als Nachzügler der Berichtssaison noch mit ihren Quartalsbilanzen im Blick stehen, zählte der Generikahersteller Mylan . Dessen Papiere stiegen an der Nasdaq zuletzt um etwas mehr als 5 Prozent. Zwar hatte Mylan wegen des auf dem US-Markt gestiegenen Wettbewerbs beim Ergebnis je Aktie im dritten Quartal enttäuscht, zeigte sich jedoch für das Gesamtjahr noch etwas zuversichtlicher als bisher./ck/he

(AWP)