Aktien New York Schluss: Dow etwas schwächer - Vorsicht vor Zahlenflut

Mit Verlusten sind die US-Börsen in die neue Handelswoche gegangen. Der Dow Jones Industrial gab am Montag um 0,35 Prozent auf 25 250,55 Punkte nach. Damit setzte sich die Schwäche im Börsenmonat Oktober fort. Kurz vor der anstehenden Flut von Quartalsberichten und Ausblicken der Unternehmen auf den Rest des Jahres hielten sich Investoren noch bedeckt.
15.10.2018 22:22

An der Technologiebörse Nasdaq waren die Verluste erneut grösser. Schwergewichte wie Microsoft , Apple , Cisco und Netflix mussten deutlich Federn lassen.

Angesichts des Handelskriegs zwischen den USA und China könnten sich die Unternehmen verhaltener zu den weiteren Geschäftsaussichten äussern. "Selbst die USA können inzwischen die Schwierigkeiten, die sich durch die Handelsstreitigkeiten ergeben, nicht mehr ausblenden", sagte Analyst Christoph Geyer von der Commerzbank. Am Dienstag stehen Ergebnisse und Prognosen von Schwergewichten wie Johnson & Johnson , IBM , Netflix sowie von den Banken Morgan Stanley und Goldman Sachs auf der Agenda.

Der marktbreite S&P 500 sank am Montag 0,59 Prozent auf 2750,79 Punkte. Der Technologie-Index Nasdaq 100 verlor mit 1,24 Prozent auf 7068,67 Zähler deutlich mehr an Boden.

Gegenwind gab es auch von der Konjunktur: Die Umsätze im Einzelhandel in den USA im September waren hinter den Erwartungen zurückgeblieben. "Das dürfte vor allem dem Hurrikan Florence geschuldet sein, der wichtige Komponenten wie die Umsätze in der Gastronomie belastet hat?, sagte Volkswirt Jan Hatzius von Goldman Sachs. Der private Konsum ist die mit Abstand wichtigste Stütze der Konjunktur in den USA.

Bei den Einzeltiteln stachen die Aktien von Sears mit einem Kurssturz von fast einem Viertel heraus. Der traditionsreiche, aber hoch verschuldete Einzelhändler stellte nach jahrelangen erfolglosen Umbaumassnahmen einen Insolvenzantrag beim zuständigen Gericht in New York. Der Börsenwert beläuft sich nur noch auf gut 30 Millionen US-Dollar.

Die Aussicht auf eine Milliardenfusion der beiden US-Rüstungskonzerne L3 Technologies und Harris Corporation entfachte Kurseuphorie: Papiere von L3 Technologies sprangen um knapp 13 Prozent hoch und die von Harris um fast 12 Prozent. Mit dem Zusammenschluss entstünde einer der grössten Konzerne der Branche. Die Verwaltungsräte hätten dem Deal bereits zugestimmt, hiess es. Die L3-Aktionäre sollen je Aktie 1,3 Harris-Papiere bekommen. Am fusionierten Unternehmen würden damit die Harris-Aktionäre 54 Prozent halten.

Aktien der Bank of America verloren nach Quartalszahlen 1,90 Prozent. Analyst Richard Ramsden von Goldman Sachs wies darauf hin, dass das Investment Banking des Geldhauses hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Papiere des Brokers Charles Schwab verloren nach Quartalszahlen 2,80 Prozent.

Die EU-Kommission hat die Prüffrist für die geplante Übernahme von grossen Teilen des Medienkonzerns 21st Century Fox durch den Unterhaltungsriesen Walt Disney bis zum 6. November verlängert. Das tat den Aktienkursen jedoch keinen Abbruch, beide Papiere legten zu.

Der Eurokurs bewegte sich kaum von der Stelle. In New York kostete die Gemeinschaftswährung zuletzt 1,1580 US-Dollar. Im europäischen Devisenhandel war der Euro noch über 1,16 Dollar gehandelt worden. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1581 (Freitag: 1,1574) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8635 (0,8640) Euro gekostet. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen legten um 2/32 Punkte auf 97 21/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 3,152 Prozent./bek/he

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

(AWP)