US-Börsen - Hängepartie vor Arbeitsmarktbericht hält an

Die Hängepartie an der Wall Street hat sich auch am Donnerstag fortgesetzt. Neben der hartnäckigen Zurückhaltung der Anleger vor dem anstehenden US-Arbeitsmarktbericht bremsten auch die schwachen Ölpreise.
09.03.2017 22:29
Blick auf die Börse an der Wallstreet in New York.
Blick auf die Börse an der Wallstreet in New York.
Bild: freeimages.com

Etwas Unterstützung bekamen die Aktienkurse von der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), an ihrer extrem lockeren Geldpolitik festzuhalten - Experten hatten das allerdings schon erwartet.

Nach zwischenzeitlichen Verlusten trat der Dow Jones Industrial zum Schluss mit einem Plus von 0,01 Prozent bei 20'858,19 Punkten auf der Stelle. Seit dem erstmaligen Anstieg über 21'000 Punkte zu Monatsbeginn geht es für den US-Leitindex nun nicht mehr vorwärts. Der breiter gefasste S&P 500 stieg am Donnerstag um 0,08 Prozent auf 2'364,87 Zähler und der Technologiewerte-Index Nasdaq 10 0 gewann 0,08 Prozent auf 5'363,98 Punkte.

Volkswirte gehen fest davon aus, dass der Arbeitsmarktbericht der US-Regierung an diesem Freitag ihre These einer Leitzinsanhebung durch die amerikanische Notenbank Fed kommende Woche weiter untermauern wird. Schon am Donnerstag hatten überraschend gute Daten des Dienstleisters ADP zum Stellenaufbau in der Privatwirtschaft entsprechende Erwartungen weiter geschürt. Höhere Zinsen würden zwar die optimistischen Konjunkturerwartungen der Fed belegen, könnten aber die Attraktivität von Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren schmälern.

Chemiebranche im Fokus

Unternehmensseitig stand erneut die Chemiebranche im Fokus. Die Hoffnung auf steigende Kalidüngerpreise liess die Kurse der an der Wall Street gelisteten Produzenten Potash, Mosaic und Agrium deutlich anziehen - zuletzt schrumpfte das Plus allerdings zusammen: Während Potash und Agrium Gewinne von 2,90 beziehungsweise 2,79 Prozent behaupteten, schaffte Mosaic letztlich ein Plus von 1,15 Prozent.

Ein Händler verwies auf einen Bericht, wonach der weissrussische Präsident Alexander Lukaschenko Bereitschaft zur Kooperation des Landes mit dem russischen Düngerkonzern Uralkali signalisiert habe. Ähnliche Aussagen Lukaschenkos habe es allerdings schon im vergangenen Sommer gegeben, merkte Jonas Oxgaard vom US-Analysehaus Bernstein Research kritisch an. Entsprechend sei Vorsicht geboten. Mitte 2013 war Uralkali aus einer Vertriebsallianz mit den weissrussischen Partnern ausgestiegen und hatte damit die gesamte Branche durcheinander gewirbelt. Das hatte den Wettbewerb verschärft.

Akzo Nobel lehnt Offerte ab

Die Titel von PPG Industries büssten 3,65 Prozent ein, nachdem der niederländische Farben- und Chemikalienkonzern Akzo Nobel die Kaufofferte des US-Konkurrenten als zu niedrig zurückgewiesen hatte. Zur Wochenmitte hatten die PPG-Aktien die Übernahmepläne mit einem deutlichen Kursplus gefeiert. Statt eines Komplettverkaufs steht nun wohl das Spezialchemiegeschäft der Niederländer auf dem Prüfstand, für das es mehrere Interessenten geben soll.

Die Ölpreise knüpften derweil mit einem rasanten Rückgang an ihre Vortagsentwicklung an. Händler sahen Hinweise auf ein sehr hohes Angebot in den USA als Grund. Die Aktien der Branchengrössen ExxonMobil und Chevron legten dennoch zu, nachdem sie bereits am Mittwoch sichtbar unter den rückläufigen Notierungen für den wichtigen Rohstoff gelitten hatten.

Chef von AIG geht

Beim Versicherer AIG sorgte der angekündigte Weggang von Unternehmenschef Peter Hancock nur anfangs für ein Kursplus - am Ende verloren die Aktien 0,36 Prozent. Das "Wall Street Journal" hatte jüngst über massive Kritik an ihm berichtet. Demnach war Hancocks Job wegen Problemen bei der Umsetzung eines Anfang 2016 angekündigten Sanierungsplans in Gefahr. Investoren wie Carl Icahn und John Paulson hatten Druck gemacht, nachdem in vier von sechs Quartalen Verluste geschrieben worden waren.

Der Euro notierte im New Yorker Handel zuletzt bei 1,0581 US-Dollar. Davor hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,0551 (Mittwoch: 1,0556) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,9478 (0,9473) Euro. Am Markt für US-Staatsanleihen verloren richtungweisende zehnjährige Papiere 10/32 Punkte auf 96 31/32 Punkte und rentierten mit 2,60 Prozent.

(AWP)