Aktien New York Schluss: Im Minus vor Trump-Rede - Dow-Serie gerissen

Vor der Rede des US-Präsidenten Donald Trump haben die Anleger am Dienstag das Risiko gescheut. Marktbeobachter sind sich einig, dass Trump nun präzisere Aussagen zu seinen bereits vor Wochen angekündigten Steuererleichterungen und Investitionen in die Wirtschaft machen muss, damit die Aktienmärkte ihre Rally fortsetzen können. Es ist Trumps erste Rede vor dem Kongress.
28.02.2017 22:35

Der Leitindex Dow Jones Industrial schloss 0,12 Prozent tiefer auf 20 812,24 Punkten und beendete damit seine zwölftägige Serie mit Schlussrekorden. Hinter dem Dow liege die längste Gewinnsträhne seit 30 Jahren, erinnerte Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda. In diesem Februar gewann das weltweit wichtigste Börsenbarometer 4,8 Prozent.

Der breiter gefasste S&P 500 gab am Dienstag um 0,26 Prozent nach auf 2363,64 Punkte. Für den Technologiewerte-Index Nasdaq 100 ging es um 0,32 Prozent nach unten auf 5330,31 Zähler. Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets sieht die Gefahr, dass die Kurse zumindest temporär einbrechen könnten, wenn Trump in seiner Rede die hohen Erwartungen nicht erfülle.

KONJUNKTURDATEN UND ZINS-SPEKULATIONEN PRALLEN AB

Erfreulich ausgefallene US-Konjunkturdaten prallten an den New Yorker Aktienindizes am Dienstag ebenso ab wie Meldungen, dass die US-Notenbank Fed eine weitere Zinsanhebung bereits im März ernsthaft in Erwägung ziehen könnte. Die Anleger konzentrieren sich einzig auf Trump.

Bei den Einzelwerten rauschten die Papiere von Target mit einem Minus von 12,17 Prozent in den Keller. Der Einzelhändler hatte mit seinen jüngsten Geschäftszahlen und dem Ausblick enttäuscht. Weil im Einzelhandel das Online-Geschäft generell boomt, kommen immer weniger Kunden in die Filialen von Target. Im Dow waren die Titel von Walmart mit minus 1,13 Prozent das Schlusslicht.

VALEANT-AKTIEN BRECHEN EIN

Auch die Aktionäre des Pharmakonzerns Valeant hatten nichts zu lachen. Ein enttäuschender Gewinnausblick sorgte für Kursverluste von 13,94 Prozent. Der Konzern sitzt auf einem hohen Schuldenberg und versucht, diesen mithilfe von Teilverkäufen abzuschmelzen. Nach Fehlern bei der Rechnungslegung, mehreren Wechseln im Management und enttäuschenden Geschäftszahlen hatte die Aktie im vergangenen Jahr 80 Prozent an Wert verloren.

Die Anleger von Priceline freuten sich indes über besser als erwartet ausgefallene Geschäftszahlen des Betreibers von Online-Reiseportalen. Die Anteile legten um 5,64 Prozent zu.

Der Kurs des Euro rutschte im New Yorker Geschäft wieder unter die Marke von 1,06 US-Dollar. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung mit 1,0577 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0597 (Montag: 1,0587) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9437 (0,9446) Euro. Am US-Rentenmarkt verloren richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen 6/32 Punkte auf 98 25/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,39 Prozent./ajx/zb

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

(AWP)