Aktien New York: Starker Dollar bremst weiteren Dow-Vormarsch

Die US-Aktienmärkte haben nach einem lethargischen Handelsstart aufgrund des anhaltend starken US-Dollar leicht ins Minus gedreht. Die US-Währung profitierte Händlern zufolge von unerwartet starken US-Konjunkturdaten. Entsprechend fiel der Eurokurs am Nachmittag zeitweise sogar unter die Marke von 1,17 Dollar, nachdem er am Vortag noch fast anderthalb Cents höher gehandelt wurde.
15.08.2017 16:40

Der Dow Jones Industrial notierte zuletzt 0,05 Prozent tiefer bei 21 982,72 Punkten. Für den breiter aufgestellten S&P 500 ging es um 0,14 Prozent auf 2462,48 Punkte abwärts. Der technologielastige Nasdaq 100 sank um 0,24 Prozent auf 5894,00 Punkte.

Die US-Einzelhandelsumsätze stiegen im Juli erheblich stärker als prognostiziert. Auch die Stimmung in der Industrie im Bundesstaat New York hellte sich im August unerwartet deutlich auf, wie der Empire-State-Index signalisierte. Auch die US-Lagerbestände im Juni sowie der NAHB Hauspreis-Index für August übertrafen die durchschnittlichen Expertenschätzungen.

Im Konflikt um Nordkorea gab es Hinweise auf eine leichte Entspannung. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat seine Pläne für einen Angriff auf die US-Pazifikinsel Guam vorerst zurückgestellt. Experten werten dies als Versuch, die angespannte Sicherheitslage auf der koreanischen Halbinsel zu entschärfen. "Händler sind beim Kauf von Aktien nun wieder etwas zuversichtlicher", schrieb Marktexperte David Madden vom Broker CMC Markets.

Unternehmensseitig stand der Baumarktkonzern Home Depot mit Geschäftszahlen im Fokus. Trotz eines starken zweiten Quartals und erneut angehobenen Jahreszielen fielen die Aktien um 2,7 Prozent und waren damit Schlusslicht im Dow. In einer Telefonkonferenz hatte das Management angedeutet, dass das zweite Halbjahr etwas schwächer ausfallen dürfte als die ersten sechs Monate.

Bei Teva Pharmaceuticals drehten sich die Spekulationen um einen möglichen Verkauf des europäischen Geschäfts mit Krebsmedikamenten und Schmerzmitteln. Die Papiere des israelischen Pharmakonzerns beeindruckte dies aber kaum. Sie notierten rund 0,1 Prozent im Minus.

Die Titel von Fiat Chrysler setzten ihre steile Aufwärtsbewegung vom Vortag gebremst fort und verteuerten sich um 2,2 Prozent. Damit erreichten die Anteilsscheine des Autobauers ein weiteres Rekordhoch und bauten ihren Gewinn in dieser Woche auf fast 11 Prozent aus. Am Montag hatten Medienberichte über eine mögliche Übernahme der Italiener durch einen chinesischen Konkurrenten den Kurs um 8,5 Prozent nach oben getrieben. Analyst Adam James von Morgan Stanley hält einen solchen Deal für durchaus möglich: Chinas Regierung habe die heimischen Hersteller ermuntert, ihre Präsenz auf den weltweiten Märkten auch durch Zukäufe zu stärken.

Papiere der Luxuskaufhauskette Coach büssten nach Quartalszahlen mehr als 13 Prozent an Wert ein. Das Unternehmen hat im vierten Geschäftsquartal weniger umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Auch die Aktien von Advance Auto Parts und Dick's Sporting Goods litten mit Verlusten von 19 beziehungsweise 18 Prozent unter enttäuschenden Quartalszahlen und trüben Ausblicken beider Unternehmen./edh/men

(AWP)