Aktien New York: Überwiegend freundlich vor Abstimmung über Gesundheitsreform

An der Wall Street haben sich die Anleger am Donnerstag vor wichtigen Nachrichten aus der Politik nicht so recht aus der Deckung gewagt. Immerhin herrschte nach dem verhaltenen Handelsauftakt ein freundlicher Grundton im Verlauf vor. Die Märkte warteten nun auf die Abstimmung im Repräsentantenhaus über die von US-Präsident Donald Trump angestrebte Aufhebung der Gesundheitsreform seines Vorgängers Barack Obama, hiess es.
23.03.2017 19:01

Der Dow Jones Industrial notierte im New Yorker Mittagsgeschäft 0,30 Prozent höher bei 20 722,82 Punkten, nachdem er am Vortag kaum verändert geschlossen hatte. Der S&P 500 gewann 0,23 Prozent auf 2353,86 Zähler. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 sank um 0,07 Prozent auf 5363,88 Punkte.

Der Chef der regionalen Notenbank von San Francisco, John Williams, sieht die US-Notenbank weiter auf Straffungskurs. Er könne sich für dieses Jahr drei oder sogar mehr Zinsanhebungen vorstellen, zitierte ihn das "Wall Street Journal" in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview. An den Finanzmärkten werden nach der jüngsten Zinsstraffung Anfang März zwei weitere Anhebungen erwartet.

Neue Daten zum US-Immobilienmarkt hatten kaum Einfluss auf die Kurse. So sind die Verkäufe neuer Häuser im Februar zum Vormonat um 6,1 Prozent gestiegen und damit stärker als erwartet.

Unter den Einzelwerten blieben die Aktien von Apple im Blick. Der Computerkonzern kündigte die Übernahme der Automations-App Workflow an. Zuletzt notierten die Papiere 0,4 Prozent leichter und gehörten damit zu den schwächsten Dow-Werten. Am Dienstag hatten sie noch ein Rekordhoch erreicht.

Spitzenreiter im Leitindex waren die Titel von Nike mit einem Plus von 2,6 Prozent. Händler sahen dabei einige Schnäppchenjäger am Werk, nachdem die Aktien vom Vortag um rund 7 Prozent abgesackt waren. Der weltgrösste Sportartikelkonzern hatte mit einem nicht ganz so stark wie erhofft ausgefallenen Umsatzwachstum im dritten Geschäftsquartal sowie schwächeren Auftragseingängen die Anleger verschreckt.

Intel-Papiere verloren am Dow-Ende 0,6 Prozent an Wert. Der Halbleiterkonzern hatte eine leichte Erhöhung der Quartalsdividende angekündigt, was den Anlegern offenbar nicht genug war.

Der zweitgrösste US-Autobauer Ford enttäuschte die Investoren mit einer verhaltenen Gewinnprognose. Für das laufende erste Quartal stellte der Konzern am Donnerstag ein bereinigtes Ergebnis zwischen 30 und 35 Cent je Aktie in Aussicht. Die Erwartungen der Analysten hatten bei 47 Cent gelegen. Als Gründe nannte Ford höhere Kosten, geringere Verkaufszahlen und ungünstige Wechselkurse. Die Anteilsscheine fielen um 0,8 Prozent.

Positive Analystenkommentare bescherten den Anteilsscheinen von Ferrari ein Plus von 4 Prozent auf 70,92 Dollar. Die Bank Citigroup hatte die auch in Mailand gelisteten Aktien zum Kauf empfohlen. Die Analysten der Bank Morgan Stanley halten im günstigsten Fall einen Kursanstieg auf bis zu 100 US-Dollar für möglich./edh/das

(AWP)