Aktien New York: US-Leitzinserhöhung lässt Anleger zunächst kalt

NEW YORK (awp international) - Die Wall Street hat am Mittwoch zunächst kaum auf die erwartungsgemäss ausgefallene Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank Fed reagiert. Der Dow Jones Industrial trat zuletzt bei 19 910,42 Punkten nahezu auf der Stelle. "Janet Yellen hat geliefert was gewünscht war," sagte Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research. Derweil stelle die Fed für 2017 drei Zinsschritte in Aussicht, was aber kein Naturgesetz sei.
14.12.2016 20:26

Die Investoren warten nun auf die Äusserung der Fed-Chefin während der anstehenden Pressekonferenz. Von Interesse sind vor allem die Aussagen über den Kurs bei einer weiteren Straffung der Geldpolitik.

Für den breiter gefassten S&P 500 ging es um 0,06 Prozent auf 2270,42 Zähler nach unten, während der technologiewertelastige Nasdaq 100 leicht um 0,13 Prozent auf 4942,326 Punkte stieg.

Mit Blick auf die Einzelwerte fielen die Aktien von Johnson & Johnson (J&J) nach ihrer jüngsten Erholung um 0,47 Prozent. Der Pharma- und Konsumgüterkonzern hat das Interesse an einer Übernahme des schweizerischen Biotechunternehmens Actelion verloren.

Bei der einstigen Vorzeigebank Wells Fargo nehmen derweil die Probleme kein Ende. Zum zweiten Mal in diesem Jahr haben die amerikanischen Aufsichtsbehörden den Notfallplan des Finanzkonzerns als mangelhaft zurückgewiesen. Wells Fargo muss nun Auflagen in Kauf nehmen bis die Defizite beseitigt sind, wie die US-Notenbank Fed und die Einlagensicherung FDIC mitteilten. Die Anleger reagierte enttäuscht: Das Papier verlor 0,61 Prozent und hinkte damit anderen Aktien der Branche hinterher.

So profitierten Bankenwerte von der Zinsentscheidung der Fed und dem ersten Ausblick für 2017, gilt doch das seit Jahren bestehende Niedrigzinsumfeld als ungünstig für die Branche. Die Aktien der Citigroup gewannen 1,39 Prozent, die der Bank of America 2,74 Prozent und Anteile Goldman Sachs zogen um 1,55 Prozent an.

Auf den Anteilsscheinen des Halbleiterunternehmens Qualcomm lastete Händlern zufolge eine Abstufung durch die US-Bank JPMorgan . Die Analysten hielten auf dem aktuellen Kursniveau nur noch ein neutrales Votum für angemessen, hiess es. Der Aktienkurs fiel um 2,24 Prozent.

Die Aktien des Autobauers General Motors knickten um zweieinhalb Prozent ein Börsianer verwiesen auf einen Medienbericht, demzufolge China einen US-Autobauer wegen möglicher Preisabsprachen bestrafen könnte. Ein Name wurde allerdings nicht genannt.

Für die Anteilsscheine des Autovermieters Hertz ging es um mehr als 6 Prozent nach unten. Das Unternehmen kündigte den Rücktritt des Vorstandschefs John Tague an. Tags zuvor hatten die Papiere laut einem Händler noch von Spekulationen profitiert, dass der für sein aggressives vorgehen bekannte Investor und Hertz-Grossaktionär Carl Icahn das Unternehmen eventuell von der Börse nehmen könnte. Anleger sind schon seit geraumer Zeit mit der Geschäftsentwicklung von Hertz unzufrieden und der Kurs entsprechend auf Talfahrt./mis/das

(AWP)