Aktien New York: US-Zinsentscheid lässt Dow kalt - Starke Apple-Zahlen stützen

Die Entscheidung der US-Notenbank Fed, die Leitzinsen unverändert zu lassen, hat an der freundlichen Tendenz der US-Aktienmärkte am Mittwoch nichts geändert. Zuvor hatten unerwartet gute Geschäftszahlen von Apple und erfreuliche US-Arbeitsmarktdaten die Sorgen über die Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump in den Hintergrund gedrängt.
01.02.2017 20:21

Der Dow Jones Industrial notierte zuletzt 0,22 Prozent höher bei 19 908,35 Punkten. Am Dienstag hatte der New Yorker Leitindex den dritten Tag in Folge nachgegeben, was für den Januar letztlich ein mickriges Plus von einem halben Prozent bedeutete. Der breiter gefasste S&P 500 gewann am Mittwoch 0,07 Prozent auf 2280,40 Punkte. Der Nasdaq 100 legte um 0,73 Prozent auf 5154,18 Punkte zu.

Die Fed hatte ihren Leitzins, die Fed-Funds-Rate, wie von Volkswirten erwartet in der Spanne zwischen 0,50 und 0,75 Prozent belassen. In Zukunft werde es nur schrittweise Zinserhöhungen geben, teilten die Währungshüter am Mittwoch in Washington mit. Aus der Stellungnahme der Fed zur Zinsentscheidung geht hervor, dass sie die Risiken für den konjunkturellen Ausblick als "ungefähr ausgeglichen" einschätzen. Zuletzt hätten sich das Verbrauchervertrauen und auch das Geschäftsklima in den USA verbessert, hiess es weiter.

Der US-Arbeitsmarkt hatte sich laut dem privaten Jobdienstleister ADP im Januar deutlich besser entwickelt als erwartet. Die ADP-Daten gelten als Richtschnur für den wichtigen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung, der am Freitag auf der Agenda steht. Die Stimmung in der US-Industrie hatte sich im Januar überraschend deutlich aufgehellt. Der Einkaufsmanagerindex ISM war sogar auf den höchsten Wert seit November 2014 gestiegen. Dagegen waren die Bauausgaben im Dezember überraschend gefallen.

Ein starkes Weihnachtsgeschäft hatte Apple im vergangenen Geschäftsquartal zum Smartphone-Marktführer gemacht, was der Aktie an der Dow-Spitze ein Plus von 6,8 Prozent bescherte. Der Verkauf von 78,3 Millionen iPhones bedeutet einen Absatzrekord für die Kalifornier. Der gestiegene Umsatz und der Gewinn, der nur knapp unter der Bestmarke aus dem Vorjahr blieb, übertrafen die Erwartungen. Diverse Analystenhäuser erhöhten daraufhin ihre Kursziele für die Aktie. Morgan-Stanley-Expertin Kathryn Huberty sieht Apple mit dem kommenden iPhone 8 und den künftigen Erlösen aus dem Servicegeschäft vor einem "Superzyklus".

Der Metallkonzern Arconic hatte im ersten Quartal nach der Trennung vom Aluminium-Riesen Alcoa rote Zahlen ausgewiesen. Dennoch legte die Aktie um 10 Prozent zu - möglicherweise, weil Grossaktionäre wie Hedgefonds aus dem Imperium des milliardenschweren US-Investors Paul Singer Arconic-Chef Kleinfeld schon wenige Monate, nachdem das Unternehmen selbstständig geworden ist, ablösen wollen.

Altria-Papiere legten um 0,8 Prozent zu. Die Beteiligung am Bierkonzern SABMiller hatte dem US-Tabakriesen zu einem Gewinnsprung verholfen. Mit dem veräusserten SABMiller-Anteil vervielfachte sich der Nettogewinn im vierten Quartal auf 10,3 Milliarden Dollar. Im Kerngeschäft mit Tabak war es hingegen nicht so rund gelaufen. Zudem blieb der Gewinnausblick auf das laufende Geschäftsjahr hinter den Analystenerwartungen zurück./edh/he

(AWP)