Aktien New York: Verluste nach Rekorden und Zins-Aussagen von US-Notenbankern

NEW YORK (awp international) - Auf die Rekordjagd der US-Börsen zu Wochenbeginn sind am Dienstag leichte Gewinnmitnahmen gefolgt. Aussagen von US-Notenbankern zu einer möglichen Leitzinsanhebung noch in diesem Jahr stimmten Anleger vorsichtig. Der weiter steigende Ölpreis und auch die neuen Konjunkturdaten lieferten zugleich eher positive Impulse für Aktien. Sowohl die Häuser- als auch die Industriedaten waren überraschend stark, die Inflationsdaten hingegen mau ausgefallen.
16.08.2016 20:02

Der Dow Jones Industrial sank rund zwei Stunden vor dem Börsenschluss um 0,36 Prozent auf 18 569,35 Punkte. Der marktbreite S&P-500-Index verlor 0,41 Prozent auf 2181,17 Punkte und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 büsste 0,46 Prozent auf 4804,68 Zähler ein. Am Vortag waren noch alle drei beflügelt von kräftig gestiegenen Ölpreisen auf Rekordhochs gestiegen.

Der New Yorker Notenbank-Präsident William Dudley sagte, dass die Fed womöglich bereits im nächsten Monat die Zinsen anheben könnte, während Dennis Lockhart, Präsident der Notenbank von Atlanta eine Zinserhöhung "bis zum Ende des Jahres" nicht ausschloss. Ein solcher Zinsschritt sei zu erwarten, obwohl das Wirtschaftswachstum in der weltgrössten Volkswirtschaft zuletzt an Tempo verloren habe, sagte er laut Redetext in Knoxville (Tennessee).

Im Dow Jones legten die Aktien von Home Depot nach Quartalszahlen und angehobenen Jahresgewinnzielen eine Berg- und Talfahrt hin. Nach anfänglichen Verlusten drehten sie ins Plus und setzten sich an die Dow-Spitze. Zuletzt gaben sie dann wieder um 0,70 Prozent nach, haben allerdings - wenn man bis Mitte 2011 zurückschaut - seither um fast 400 Prozent zugelegt. Die weltweite Nummer eins unter den Baumarktketten hatte nach erneuten Zuwächsen im zurückliegenden Quartal die Prognose für das Gesamtjahr angehoben.

Für die Papiere von Morgan Stanley ging es im S&P-100-Index um 2 Prozent aufwärts. Der aktivistische Hedgefonds ValueAct Capital von Jeff Ubben gab bekannt, einen zweiprozentigen Anteil an der Investmentbank erworben zu haben.

Zudem bestimmten erneut Fusions- und Übernahmethemen die Gespräche in den Handelsräumen. So loten die Industriegase-Spezialisten Linde und Praxair einen Zusammenschluss aus. Aktuell liefen vorläufige Gespräche, informierten die Konzerne. Klappt das Geschäft, dann könnte ein neuer Weltmarktführer für Industriegase entstehen. Praxair reagierten auf diese Neuigkeit mit einem Kurssprung von etwas mehr als 4 Prozent.

Unterdessen ist auch das Ringen des deutschen Pharma- und Agrochemiekonzerns Bayer um den US-Saatguthersteller Monsanto laut einem Pressebericht in eine entscheidende Phase gegangen. In den kommenden Wochen werde sich klären, ob Bayer mit dem US-Unternehmen eine einvernehmliche Lösung finde, schrieb das "Handelsblatt". Bayer sei anderenfalls bereit, sich direkt an die Monsanto-Aktionäre zu wenden. Die Monsanto-Papiere gewannen rund 1 Prozent./ck/he

(AWP)