Aktien New York: Verluste - Notenbanker-Aussagen schüren Zinssorgen

NEW YORK (awp international) - An der Wall Street hat sich am Freitag die jüngste Abwärtsfahrt beschleunigt. Börsianern zufolge schürten Aussagen eines Währungshüters Sorgen, dass die US-Notenbank (Fed) den Leitzins eher früher als später ein weiteres Mal anheben könnte. Bereits am Donnerstag waren die Kurse etwas unter Druck geraten, nachdem die Europäische Zentralbank ihren geldpolitischen Kurs unverändert gelassen und Erwartungen an zusätzliche Lockerungen gedämpft hatte.
09.09.2016 16:50

Der Leitindex Dow Jones Industrial fiel am Freitag um 1,04 Prozent auf 18 286,82 Punkte. Auf Wochensicht deutet sich damit ein Minus von mehr als 1 Prozent an.

Für den S&P 500 ging es um 1,21 Prozent auf 2154,81 Punkte nach unten. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 verlor 1,01 Prozent auf 4755,52 Punkte.

Ein ranghoher amerikanische Notenbanker hatte vor den Gefahren einer zu langsamen geldpolitischen Straffung gewarnt. Zwar helfe die immer noch lockere Geldpolitik der US-Notenbank, die Lage am Arbeitsmarkt zu verbessern und das Inflationsziel der Fed zu erreichen, sagte der regionale Fed-Vorsitzende von Boston, Eric Rosengren. "Aber sie erhöht auch das Risiko einer Überhitzung der Wirtschaft." Eine solche Überhitzung würde es wiederum erfordern, dass die Fed ihre Geldpolitik rascher straffe, was sich negativ auf das Wachstum auswirken würde.

Unternehmensnachrichten aus den USA waren vor dem Wochenende Mangelware. Die Aktien von Mastercard büssten 0,72 Prozent ein, schlugen sich damit aber immer noch etwas besser als der Gesamtmarkt. Der US-Kreditkartenkonzern war in Grossbritannien wegen des Vorwurfs überhöhter Gebühren auf Schadenersatz in Höhe von 14 Milliarden Britische Pfund verklagt worden. Hinter der Klage steht die Grosskanzlei Quinn Emanuel, die das Unternehmen beschuldigt, Verbraucher von 1992 bis 2008 durch versteckte Kosten bei Bank- und Kreditkarten über den Tisch gezogen und damit gegen EU-Recht verstossen zu haben.

Für die Anteilscheine von Wells Fargo ging es um 0,79 Prozent bergab. Fragwürdige Kontoeröffnungen hinter dem Rücken der Kunden kommen die US-Grossbank teuer zu stehen: Die Bank muss eine Rekordstrafe von 185 Millionen US-Dollar bezahlen, weil Mitarbeiter Konten und Kreditkartenverträge auf Namen von Kunden eröffnet hatten, die davon nichts wussten. Die Banker hätten so ihre Vertriebsziele übertreffen und dafür Bonuszahlungen einstreichen wollen.

Dagegen schnellten die Aktien von Restoration Hardware um mehr als 8 Prozent in die Höhe. Das Einrichtungshaus hatte im vergangenen Quartal beim Umsatz sowie beim Gewinn je Aktie positiv überrascht.

Im Dow notierten fast alle Papiere im Minus. Am Indexende büssten die Anteilscheine des Telekom-Konzerns Verizon Communications rund 2 Prozent ein. Einziger Gewinner waren die Aktien des Chemiekonzerns DuPont mit plus 0,11 Prozent./la/he

(AWP)