Aktien New York: Wenig Bewegung - Kurse zollen Rekordjagd weiter Tribut

Die Wall Street hat am Freitag ihrer jüngsten Rekordjagd weiter Tribut gezollt. Nach anfänglichen Verlusten stabilisierten sich die Aktienkurse aber in etwa auf dem Schlussniveau vom Vortag. Im Fokus der Anleger standen einmal mehr etliche Unternehmenszahlen. Gute Konjunkturdaten hatten keinen erkennbaren Einfluss auf die Aktienkurse.
28.07.2017 20:05

Nur der Dow Jones Industrial , der am Vortag als einziger Index nach anfänglichen Bestmarken seine Gewinne hatte halten können, schaffte es erneut auf einen Rekord. Doch auch dem US-Leitindex fehlte es an Schwung: Zuletzt kam er mit einem Plus von 0,04 Prozent auf 21 806,02 Punkte kaum vom Fleck. Der breit gefasste S&P 500 verlor 0,20 Prozent auf 2470,52 Punkte.

An der Technologiebörse Nasdaq sank der Nasdaq Composite um 0,06 Prozent auf 6378,17 Zähler und der Auswahlindex Nasdaq 100 verlor 0,03 Prozent auf 5915,20 Punkte. Hier bremsten vor allem die abrutschenden Aktienkurse beim Schwergewicht Amazon und bei der Kaffeehauskette Starbucks .

Die US-Wirtschaft hatte nach einem schwachen Jahresstart im zweiten Quartal wieder an Fahrt aufgenommen. Zudem hatte sich die Stimmung der US-Verbraucher im Juli weniger als bislang angenommen eingetrübt, wie eine zweite Schätzung des Konsumklimas der Universität von Michigan zeigte.

Amazon-Aktien sanken um 1,79 Prozent, nachdem der Internet-Versandhändler für das zweite Quartal einen überraschend starken Gewinneinbruch berichtet hatte. Grund waren die hohen Kosten für eine Expansion des Unternehmens und erhebliche Investitionen in neue Geschäftsfelder wie etwa Video-Inhalte, die den Umsatz deutlich ankurbelten. Vor der nachbörslichen Zahlenpräsentation am Donnerstag hatten die Aktien noch ein Rekordhoch erreicht.

Bei Starbucks drückte ebenfalls ein deutlicher Ergebnisrückgang auf die Stimmung, was die Titel um 9,62 Prozent einbrechen liess. Zudem war die Umsatzentwicklung deutlich hinter den früheren Wachstumsraten zurückgeblieben. Starbucks kündigte ausserdem die Schliessung seiner unter dem Namen Teavana betriebenen Tee-Geschäfte an.

Heftig traf es auch den Aktienkurs des Tabakkonzerns Altria , der 8,34 Prozent einbüssten, wogegen die Titel von Konkurrent Philip Morris ihren Kursrutsch wieder wettmachten und moderat ins Plus drehten. Die US-Gesundheitsbehörde FDA will dafür sorgen, dass der Nikotingehalt in Zigaretten soweit abgesenkt wird, dass er Raucher nicht mehr abhängig macht. Aus dem Weissen Haus hiess es, man unterstütze diese Pläne.

Bei der Fluggesellschaft American Airlines sorgte ein deutlicher Gewinnrückgang im zweiten Quartal für einen Kursverlust von 1,52 Prozent. Das Umsatzplus hatte mit dem Anstieg der Treibstoff- und Lohnkosten nicht Schritt halten können.

Bei den Ölkonzernen reagierten die Anleger unterschiedlich auf die Zahlenvorlage. Während die Chevron-Aktien angesichts der Rückkehr in die schwarzen Zahlen um 1,87 Prozent zulegten, büssten ExxonMobil ungeachtet der annähernden Gewinnverdoppelung im abgelaufenen Quartal 2,02 Prozent ein - hier hatten Analysten noch mehr erwartet.

Die Aktien von Intel legten um 0,66 Prozent zu, nachdem der Computerchip-Hersteller nach einem starken Quartalsbericht seine Jahresziele angehoben hatte. Allerdings lagen die Vergleichswerte aus dem Vorjahr wegen hoher Sonderkosten recht niedrig.

Bei Merck & Co reichte es für ein Kursplus von 0,45 Prozent. Der Pharmakonzern hatte den Umsatz zwar dank starker Erlöse mit seinem Hoffnungsträger, dem Krebsmittel Keytruda, leicht gesteigert und mit dem Gewinn je Aktie die Analystenerwartungen übertroffen. Allerdings hatten die Aktien schon am Vortag deutlich zugelegt, nachdem der britisch-schwedische Konkurrent AstraZeneca mit Daten zu einer Lungenkrebsstudie enttäuscht hatte./gl/he

(AWP)