Aktien New York: Wenig Bewegung vor Yellen-Nachfolge-Nominierung

An der zuletzt rekordfreudigen Wall Street haben es die Anleger am Donnerstag eher ruhig angehen lassen. Sie warteten gespannt auf die Entscheidung des US-Präsidenten zur Nachfolgenominierung der US-Notenbankvorsitzenden Janet Yellen sowie mögliche Details zu Donald Trumps Steuerreformplänen. Daneben standen die Quartalszahlen etlicher Unternehmen im Fokus, die am Markt auf ein unterschiedliches Echo stiessen.
02.11.2017 16:40

Der Leitindex Dow Jones Industrial konnte seine anfänglichen Verluste immerhin wettmachen und trat zuletzt mit einem Minus von 0,01 Prozent bei 23 432,45 Punkten auf der Stelle. Der marktbreite S&P 500 sank um 0,19 Prozent auf 2574,54 Punkte. Für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,39 Prozent auf 6224,50 Zähler nach unten.

Es wird allgemein erwartet, dass Trump im Tagesverlauf Notenbank-Direktor Jerome Powell zum Nachfolger von Yellen nominieren wird. Powell wurde nach einem Bericht des "Wall Street Journal" bereits vom Präsidialamt darüber informiert. Die Amtszeit der aktuellen Fed-Vorsitzenden Yellen endet im Februar 2018.

Zudem gab es Spekulationen, wonach Trumps Republikanische Partei im Repräsentantenhaus die Unternehmenssteuern auf 20 Prozent senken will - damit würde sie einem erklärten Wunsch des Präsidenten nachkommen. Die Steuerbegünstigungen für die private Rentenvorsorge sollen hingegen nicht angetastet werden.

Unter den Berichtsunternehmen stach Teva mit einem Kurssturz von zuletzt 14,41 Prozent auf 12,00 US-Dollar heraus, womit die Aktien den tiefsten Stand seit dem Jahr 2000 erreichten. Der weltgrösste Generika-Hersteller hatte nach einem unerwartet schwachen dritten Quartal bereits zum dritten Mal seine Jahresziele gekappt. Teva steht schon länger wegen des zunehmenden Preisverfalls und anhaltender Absatzeinbussen in den USA mächtig unter Druck.

Bei Tesla stand ein Kursrückgang von 7,10 Prozent zu Buche, nachdem der Elektroauto-Hersteller einen rekordhohen Quartalsverlust berichtet hatte. Mit einem finanziellen Kraftakt versucht das Unternehmen die Massenfertigung seines ersten Mittelklassewagens Model 3 auf die Beine zu stellen - dabei gibt es einige Probleme.

Die Aktien des Online-Netzwerks Facebook sackten trotz eines überraschend starken Wachstums im dritten Quartal um 2,42 Prozent ab. Damit zollen sie ihrem Höhenflug Tribut, der ihnen zuletzt eine Rekordmarke nach der anderen beschert hatte. Seit dem Börsengang vor über 5 Jahren hat sich der Wert der Aktie mehr als vervierfacht.

Die an der Wall Street notierten, anfangs rekordhohen Titel des chinesischen Onlinehändler Alibaba verloren trotz erfreulicher Nachrichten 1,17 Prozent. Der Amazon-Konkurrent ist im zweiten Geschäftsquartal weiter auf Wachstumskurs und dank Zukäufen nun auch optimistischer für das Gesamtjahr.

Auch DowDupont konnte die Anleger am Donnerstag nicht überzeugen: Die Anteilscheine des neu fusionierten Chemiekonzern sanken um 2,15 Prozent, nachdem dieser angekündigt hatte, seine 3 Milliarden US-Dollar schweren Sparziele mit einem Stellenabbau und der Schliessung von Standorten erreichen zu wollen. Zudem bestätigte der Konzern die jüngst veröffentlichten, vorläufigen Quartalsresultate.

Beim Medienunternehmen Time Warner mussten die Aktionäre einen Kursverlust von 4,51 Prozent verkraften. Einem Medienbericht zufolge bereitet das US-Justizministerium eine Klage gegen die geplante Fusion mit dem Telekomkonzern AT&T vor - dessen Aktien sanken lediglich um 0,66 Prozent.

Andere Unternehmensnachrichten wurden hingegen positiv aufgenommen. So überzeugte die Systemgastronomiekette Yum Brands mit ihrem Zwischenbericht, der die Aktien um 6,51 Prozent auf 79,15 Dollar nach oben schnellen liess - bei 80,66 Dollar standen sie kurz nach dem Handelsstart so hoch wie nie zuvor.

Für die Titel des Chipkonzerns Qualcomm ging es um 2,86 Prozent hoch, da der Gewinneinbruch im vierten Geschäftsquartal weniger schlimm als befürchtet ausgefallen war.

Besitzer von Akorn-Aktion konnten sich über einen Kursanstieg von 2,49 Prozent freuen, da der deutsche Medizinkonzern Fresenius an der zuletzt in die Kritik geratenen, geplanten Übernahme des US-Generikaherstellers festhält./gl/he

(AWP)