Aktien New York: Wenig Bewegung vor Yellen-Nachfolge-Nominierung

An der zuletzt rekordfreudigen Wall Street haben es die Anleger am Donnerstag eher ruhig angehen lassen. Sie warteten gespannt auf die Entscheidung des US-Präsidenten zur Nachfolgenominierung der US-Notenbankvorsitzenden Janet Yellen. Zudem legte die Mehrheitsfraktion der Republikaner im Repräsentantenhaus einen ersten Vorschlag für die von Donald Trump versprochene Steuerreform vor. Daneben standen die Quartalszahlen etlicher Unternehmen im Fokus, die am Markt auf ein unterschiedliches Echo stiessen.
02.11.2017 19:22

Zumindest der Leitindex Dow Jones Industrial konnte seine anfänglichen Verluste abschütteln und stand zuletzt 0,14 Prozent im Plus bei 23 466,75 Punkten. Der marktbreite S&P 500 sank hingegen um 0,13 Prozent auf 2576,11 Punkte. Für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,35 Prozent auf 6226,67 Zähler nach unten.

Es wird allgemein erwartet, dass Trump im weiteren Tagesverlauf Notenbank-Direktor Jerome Powell zum Nachfolger von Yellen nominiert. Powell wurde einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge bereits vom Präsidialamt darüber informiert. Die Amtszeit der aktuellen Fed-Vorsitzenden Yellen endet im Februar 2018.

Kernpunkt der republikanischen Steuerreformpläne ist eine Senkung der Unternehmenssteuern. Sie fällt allerdings ebenso geringer aus als Trumps Wahlversprechen wie die geplante Entlastung der privaten Haushalte. Zudem muss der Entwurf neben dem Repräsentantenhaus noch den Senat passieren - dort werden weitere deutliche Veränderungen erwartet, obwohl die Republikaner auch dort die Mehrheit haben.

Unter den Berichtsunternehmen stach Teva mit einem Kurssturz von fast 19 Prozent auf 11,41 US-Dollar heraus, womit die Aktien den tiefsten Stand seit dem Jahr 2000 erreichten. Der weltgrösste Generika-Hersteller hatte nach einem unerwartet schwachen dritten Quartal bereits zum dritten Mal seine Jahresziele gekappt. Teva steht schon länger wegen des zunehmenden Preisverfalls und anhaltender Absatzeinbussen in den USA mächtig unter Druck.

Bei Tesla stand ein Kursrückgang von 7,50 Prozent zu Buche, nachdem der Elektroauto-Hersteller einen rekordhohen Quartalsverlust berichtet hatte. Mit einem finanziellen Kraftakt versucht das Unternehmen die Massenfertigung seines ersten Mittelklassewagens Model 3 auf die Beine zu stellen - dabei gibt es einige Probleme.

Die Aktien des Online-Netzwerks Facebook sackten trotz eines überraschend starken Wachstums im dritten Quartal um 2,27 Prozent ab. Damit zollen sie ihrem Höhenflug Tribut, der ihnen zuletzt eine Rekordmarke nach der anderen beschert hatte. Seit dem Börsengang vor über 5 Jahren hat sich der Wert der Aktie mehr als vervierfacht.

Die an der Wall Street notierten, anfangs rekordhohen Titel des chinesischen Onlinehändler Alibaba verloren trotz ebenfalls erfreulicher Nachrichten 0,35 Prozent. Der Amazon-Konkurrent ist im zweiten Geschäftsquartal weiter auf Wachstumskurs und dank Zukäufen nun auch optimistischer für das Gesamtjahr.

Auch DowDupont konnte die Anleger am Donnerstag nicht überzeugen: Die Anteilscheine des neu fusionierten Chemiekonzern sanken um 1,77 Prozent, nachdem dieser angekündigt hatte, seine 3 Milliarden US-Dollar schweren Sparziele mit einem Stellenabbau und der Schliessung von Standorten erreichen zu wollen. Zudem bestätigte der Konzern die jüngst veröffentlichten, vorläufigen Quartalsresultate.

Beim Medienunternehmen Time Warner mussten die Aktionäre einen Kursverlust von 4,16 Prozent verkraften. Einem Medienbericht zufolge bereitet das US-Justizministerium eine Klage gegen die geplante Fusion mit dem Telekomkonzern AT&T vor - dessen Aktien sanken um 0,83 Prozent.

Andere Unternehmensnachrichten wurden hingegen positiv aufgenommen. So überzeugte die Systemgastronomiekette Yum Brands mit ihrem Zwischenbericht, der die Aktien um 6,52 Prozent auf 79,16 Dollar nach oben schnellen liess - bei 80,66 Dollar hatten sie kurz nach dem Handelsstart so hoch wie nie zuvor notiert.

Für die Titel des Chipkonzerns Qualcomm ging es um 3,59 Prozent nach oben, da der Gewinneinbruch im vierten Geschäftsquartal weniger schlimm als befürchtet ausgefallen war.

Besitzer von Akorn-Aktion konnten sich über einen Kursanstieg von 2,15 Prozent freuen, da der deutsche Medizinkonzern Fresenius an der zuletzt in die Kritik geratenen, geplanten Übernahme des US-Generikaherstellers festhält./gl/he

(AWP)