Aktien New York: Zinsangst lässt Dow Höhenflug vorerst abbrechen

Die Angst vor unerwartet schnell steigenden Zinsen hat die Wall Street am Donnerstag ordentlich Punkte gekostet. Die Rekordrally der vergangenen Tage beim Dow Jones Industrial , die den Leitindex an zuletzt fünf Gewinntagen bis auf das Rekordhoch von 26 951 Punkten trieb, droht damit vorerst zu einem Ende zu kommen. Nach zögerlichem Start weitete der US-Leitindex sein Minus zuletzt auf 0,80 Prozent und 26 614,43 Punkte aus.
04.10.2018 16:36

Mittlerweile fürchten viele Investoren, dass die US-Zinsen rascher als erwartet steigen könnten. Zuvor hatte US-Notenbankchef Jerome Powell wegen der zuletzt starken US-Konjunkturdaten indirekt ein eventuell schnelleres Tempo bei den Zinserhöhungen in Aussicht gestellt als gemeinhin erwartet. Danach zogen die Kapitalmarktzinsen in den USA kräftig an. Neues Öl ins Feuer goss dabei am Donnerstag eine starke Auftragsentwicklung in der US-Industrie.

Der marktbreite S&P 500 weitete seinen Abschlag mit dem Dow auf 0,70 Prozent und notierte damit bei 2904,91 Punkten. Bei Technologiewerten ging es im frühen Börsengeschehen sogar noch trüber zu, wie der Auswahlindex Nasdaq 100 mit einem Minus von 1,43 Prozent auf 7528,32 Zähler zeigte. Auffällig waren dort unter anderem die Aktien des Google-Mutterkonzerns Alphabet mit einem Kursverlust von fast 2,5 Prozent.

Während es bei den zuletzt stark gelaufenen Industriewerten zu Gewinnmitnahmen kam - Boeing -Aktien zum Beispiel fielen um 1,2 Prozent - profitierten umgekehrt die Finanzwerte von den Zinsaussichten. Goldman Sachs und JPMorgan führten den Dow mit einem Kursanstieg um bis zu 0,6 Prozent an. Höhere Zinsen können das Tagesgeschäft der Finanzhäuser im Allgemeinen rentabler machen.

Im Nebenwertebereich waren Eli Lilly ein grosser Gewinner. Die Aktie zog um mehr als 4 Prozent an und profitierte dabei von der Hoffnung auf einen neuen Kassenschlager. Der Pharmakonzern hatte bei einer experimentellen Studie zum Diabetes- und Adipositas-Wirkstoff Empagliflozin gute Ergebnisse gemeldet. Die Studie soll nun ausgeweitet werden.

Aktien von Barnes & Noble sprangen ferner wegen Übernahmefantasie um etwa ein Viertel in die Höhe. Der Buchhändler hatte mitgeteilt, bei einigen Parteien auf Kaufinteresse gestossen zu sein und einen Verkauf strategisch in Erwägung zu ziehen./tih/he

(AWP)