Schweizer Börse mit anhaltendem Seitwärtskurs

Der SMI zeigt sich am Dienstag wenig bewegt. Nach etwas schwächeren Vorgaben aus den USA und einer verhaltenen Kursentwicklung in Asien bleibt somit auch der hiesige Börsenplatz auf seinem eingeschlagenen Seitwärtskurs.
10.01.2017 12:42
Eine Vacheron Constantin-Uhr aus dem Richemont-Konzern. Die Aktien des Konzerns sind am Dienstag gesucht.
Eine Vacheron Constantin-Uhr aus dem Richemont-Konzern. Die Aktien des Konzerns sind am Dienstag gesucht.
Bild: Bloomberg

Es fehle einerseits an richtungsweisenden Impulsen durch Konjunkturdaten, heisst es im Handel.

Andererseits sei der Auftakt in die Berichtssaison mit den Umsatzzahlen des Bauchemiekonzerns Sika auch nicht ganz geglückt. Der Blick gilt daher auch den Devisenmärkten, wo der Schweizer Franken zuletzt etwas aufgewertet hat. Und für den Mittwoch erwartet wird die erste Pressekonferenz des designierten US-Präsidenten Donald Trump.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 12 Uhr 0,05% höher bei 8'429,35 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,07% auf 1'329,68 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,06% auf 9'180,88. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 12 im Plus, 17 im Minus und eine unverändert.

Richemont gefragt

Deutlich nach oben geht es mit den Papieren des Luxusgüterkonzerns Richemont (+2,1%), nachdem Morgan Stanley eine Kaufempfehlung ausgesprochen und das Kursziel deutlich erhöht hat. Beim Gewinn dürfte im laufenden Geschäftsjahr 2016/17 der Tiefpunkt erreicht sein und das künftige Potenzial werde am Markt unterschätzt, so die zuständigen Analysten.

Swatch ziehen im Schlepptau von Richemont um 1,8% an. Richemont wie Swatch gehörten 2016 mit minus 6,4%, resp. minus 9,6% zu den schwächsten SMI-Werten und haben entsprechend Nachholbedarf. Richemont wird am Donnerstag ein "Trading Update" abgeben.

Mit Zahlen aufgewartet hat auch der Bauchemiehersteller Sika, dessen Papiere um 0,3% höher notieren. Zwar sind die Absatzzahlen leicht unter den Erwartungen der Analysten ausgefallen; dies ist aber in erster Linie einer vorübergehenden Abflachung in den USA im Vorfeld der Wahlen zuzuschreiben. Der Optimismus der Innerschweizer lässt sich denn auch an den unveränderten Wachstumsprojektionen für das laufende Jahr ablesen.

Gewinnmitnahmen bei den Banken

In den Grossbankenaktien Credit Suisse (-0,8%) und UBS (-1,1%) werden nach dem starken Start ins Jahr erneut Gewinne mitgenommen. Im Vorfeld einer Kapitalerhöhung bei der italienischen Unicredit, die diese Woche auf den Weg gebracht werden dürfte, hielten sich die Anleger zurück, hiess es. Die Versicherer sehen Abgaben bei Swiss Re (-0,5%) und Zurich (-0,4%).

Die defensiven Schwergewichte fallen nicht weiter auf; so heben sich Novartis (+0,3%), Roche (+0,7%) und Nestlé (-0,5%) in etwa auf. Mit Syngenta geht es um 0,3% nach unten. Im Rahmen der angepeilten Übernahme durch den chinesischen Chemiekonzern ChemChina haben die beiden Parteien der EU-Wettbewerbsbehörde Zugeständnisse angeboten, um Bedenken gegen die geplante Fusion zu zerstreuen.

Eine Kaufempfehlung durch Mainfirst treiben die Titel des Hörgeräteherstellers Sonova um 2,2% nach oben. Die Valoren des Telekommunikationsdienstleisters Swisscom (-0,6% auf 463,50 CHF) werden von Goldman Sachs nicht nur unverändert mit "sell" eingestuft, sie zählen neu auch zu den "Key Sell ideas" des Instituts. Das Kursziel wurde deutlich um 50 auf 380 CHF gesenkt.

Ein grosser Auftrag aus Indien hat zuletzt den Industriekonzern ABB beflügelt, dessen Aktien steigen aktuell um 0,8%.

Am breiten Markt sacken Evolva-Aktien um über 20% ab. Der Grund ist eine Mischung aus zahlreichen Nachrichten, die am Markt grundsätzlich für Unsicherheit sorgen. So hat der Konzern eine etwas genauere Zielvorgabe für die Markteinführung des Süssstoffes EverSweet gegeben. Allerdings müssen hier noch Verhandlungen mit dem US-Partner Cargill zu einem positiven Abschluss gebracht werden. Der Umsatz für 2016 wird zudem niedriger als erwartet ausfallen.

Lifewatch (Aktie -4,9%) wiederum zieht sich aus wirtschaftlichen Gründen aus dem Markt für Blutgerinnungsmessung zurück und hat daher eine Schadenersatzklage über 5,5 Mio USD am Hals.

(AWP)