Aktien Schweiz: Auf Schlussniveau vom Vortag - Richemont brechen nach Zahlen ein

Der Schweizer Aktienmarkt ist auch bis zur Mittagszeit noch auf keine eindeutige Richtung eingeschwenkt und bewegt sich mehr oder weniger auf dem Schlussniveau vom Vortag. Vereinzelt fallen dennoch einige Aktien mit grösseren Ausschlägen auf, wie Richemont und Swatch (negativ) sowie die schwerkapitalisierten Novartis (positiv). Für den Leitindex SMI zeichnet sich damit trotz der leichten Verluste an den beiden Vortagen dennoch das dritte Wochenplus in Folge ab.
12.05.2017 12:46

Nachdem der SMI am Dienstag auf den höchsten Stand seit August 2015 gestiegen war, werden mittlerweile vermehrt Stimmen laut, die vor Rückschlägen warnen. Wie es im Handel hiess, würden sich Investoren zum Wochenschluss entsprechend eher in Zurückhaltung üben. Zudem steht im weiteren Tagesverlauf die mit Spannung erwartete Veröffentlichung der US-Inflationsdaten auf dem Programm. Nach einem Rückgang im März rechnen Ökonomen wieder mit einer etwas höheren Teuerungsrate. Sollten die Zahlen die Erwartungen erfüllen oder übertreffen, würde dies die Argumente für eine Zinserhöhung im Juni verstärken.

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 12 Uhr 0,13% höher bei 9'076,84 Punkten. Gegenüber dem Schlussstand vom vergangenen Freitag resultiert aktuell ein Anstieg von 0,7%. Der breite Swiss Performance Index (SPI) rückt 0,08% auf 10'298,91 vor, während der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, 0,11% auf 1'437,03 Zähler verliert. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 14 im Plus, 13 im Minus und drei unverändert.

Weiterhin stark unter Druck stehen Richemont, die um 5,1% nachgeben. Der Luxusgüter-Konzern hatte mit den am Morgen vorgelegten Zahlen für das im März abgeschlossene Geschäftsjahr die Erwartungen am Markt nicht ganz erfüllt. Das neue Aktienrückkaufprogramm, das ebenfalls am Morgen angekündigt wurde, kommt bei Analysten zwar gut an, wird vom Umfang her aber als vernachlässigbar bezeichnet. Laut Beobachtern nehmen die Anleger nun Gewinne mit, nachdem die Aktie in den vergangenen Wochen gut gelaufen war und am Vortag noch ein Jahreshoch erreicht hatte. Auch die Titel der Branchennachbarin Swatch (-3,7%) werden von den News belastet.

Ansonsten halten sich die Verluste bei den Blue Chips eher in Grenzen. Nennenswert sind noch Syngenta, die um 0,7% bzw. 3,30 CHF nachgeben. Für Abgabedruck sorgt hier die Auszahlung der Sonderdividende über 5 CHF am Berichtstag. Zur Zahlung kommt es, da der Übernahme des Basler Agrochemikonzerns durch den chinesischen Staatskonzern ChemChina nichts mehr im Weg steht, nachdem die Syngenta-Aktionäre bekanntlich den Chinesen über 80% der Aktien angeboten haben. Am kommenden Montag fallen Syngenta aus den SMI und werden von Sika (aktuell -1,0%) ersetzt.

Bei den Gewinnern fallen Novartis mit Aufschlägen von 1,5% auf, die damit eine grosse Stütze für den Gesamtmarkt sind. Die Aktie gehöre neben jenen der Konkurrenten AbbVie, Bayer oder BristolMyers zu den Top Picks, merkt Jefferies in einer aktuellen Studie an und bekräftig darin die Kaufempfehlung für Novartis. Die beiden anderen Indexschwergewichte Roche (+0,3%) und Nestlé (+0,1%) fallen hingegen nicht gross auf.

Den Siegerplatz teilt sich Novartis mit Dufry, die ebenfalls um 1,5% anziehen und seit dem Morgen klar zugelegt haben. Die Aktie des Reisedetailhändlers hat sich seit Jahresbeginn relativ stark entwickelt und gehört neben Partners Group (aktuell unv.) und Sika zu den grossen Gewinnern unter den Blue Chips.

Gesucht sind zudem Sonova (+1,2%). Der Hörgerätehersteller wird am kommenden Dienstag die Zahlen zum im März abgeschlossenen Geschäftsjahr vorlegen. Auch die eher defensiven Swisscom, die seit Jahresbeginn bislang klar hinter dem Gesamtmarkt zurückblieben, rücken mit +1,0% etwas deutlicher vor, ohne das jedoch spezifische News zu der Telekomaktie auszumachen sind.

Galenica heissen nun offiziell Vifor Pharma (+0,7%), nachdem die Aktionäre des Pharmaunternehmens der Namensänderung am Vortag zugestimmt hatten.

Am breiten Markt schiessen Dottikon ES um 10,0% in die Höhe und machen die am Vortag erlittenen Verluste damit mehr als wett.

Bei den Verlierern fallen Schlatter (-4,8%) nachrichtenlos am stärksten zurück. Auch Cosmo (-1,2%) stehen etwas deutlicher unter Druck, nachdem das Pharmaunternehmen bekanntgab, den Lizenzvertrag mit Valeant Pharmaceuticals beenden zu wollen. Die Aktien der Immobiliengesellschaft PSP geben nach Quartalszahlen um 0,4% nach.

cp/cf

(AWP)