Aktien Schweiz - An der Börse werden keine grossen Stricke zerrissen

Der Schweizer Aktienmarkt hat seine frühen Gewinne bis zum Mittag weiter ausgebaut. Wie schon am Vortag ziehen die beiden schwergewichtigen Pharmavaloren die Indizes Barometer nach oben.
07.02.2017 13:05
An der Schweizer Börse gehts am Dienstag eher gemächlich zu und her.

Davon abgesehen würden aber an der Börse keine grossen Stricke zerrissen, sagt ein Händler. Der Handel dümple etwas vor sich, bis man wisse, woran man mit dem neuen US-Präsidenten sei.

Die erste Euphorie sei jedenfalls draussen. Man wolle jetzt Ergebnisse sehen, insbesondere in der Handelspolitik. Ein Stichwort dabei seien die Zölle. Am Berichtstag richten sich zudem die Blicke bereits auf den morgigen Mittwoch, an dem gleich drei SMI-Konzerne ihre Jahreszahlen publizieren.

Der SMI gewinnt um 12 Uhr 0,6% auf 8383 Punkte und liegt damit nur knapp unter dem Tageshoch. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,5% auf 1331 Zähler zu und der breite SPI 0,7% auf 9172. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 23 im Plus, 6 im Minus und Lafarge-Holcim notieren unverändert.

Givaudan stark gesucht

Besonders gesucht sind die Titel von Givaudan (+1,9%), nachdem sie in der Vorwoche unter negativen Analystenkommentaren gelitten hatten. Am Berichtstag seien Aktien defensiver Natur und hoher Visibilität gefragt, berichten Händler. Folgerichtig legen auch Nestlé (+0,3%) zu.

Im Fokus stehen auch die Genussscheine von Roche (+1,4%). Händler sind für Roche zuversichtlich gestimmt, weil die Gesellschaft mit ihren hohen US-Investitionen kaum ins Visier einer veränderten US-Handelspolitik geraten dürfte. Bei Novartis (+1,2%) sieht man diese Avancen gerne. In Händlerkreisen wird gemunkelt, dass Novartis das Paket der Roche-Inhaberaktien bald abstossen könnte. Allgemein betrachtet hätten die Pharmavaloren zuletzt lange gelitten, nun aber den Boden gefunden.

Deutlich im Plus notieren auch Clariant (+1,5%), nachdem der Spezialchemiekonzern am Montagabend den Ausbau der Produktionskapazität in den USA kommuniziert hat. Damit wollen die Basler der erhöhten Nachfrage nach medizinische Kunststoffverbindungen gerecht werden.

Mit Spannung erwartete Jahreszahlen

Die Berichtssaison wirft ihre Schatten voraus: Am Mittwoch werden ABB (unverändert), Swisscom (-0,1%) und Syngenta (+0,3%) ihre Jahreszahlen zeigen. Der Auftragseingang des Elektrotechnik- und Automationskonzerns ABB dürfte laut Analysten weiter rückläufig gewesen sein. Von Swisscom erwarten Analysten einen leicht tieferen Umsatz bei einer höheren Profitabilität. Bei Syngenta hingegen interessieren sich Investoren in erster Linie für den Stand der Übernahme durch von Chem China.

Das Schlusslicht unter den Bluechips sind die Valoren der Credit Suisse (-1,1%). In einer Woche legt die Grossbank ihre Zahlen vor. Gemäss Analysten liegen dazu "divergierende Erwartungen" vor. So wies beispielsweise eine UBS-Analyse auf die Tatsache hin, dass die Eigenkapitalausstattung mit einer Aktienplatzierung verbessert werden könnte. Händler berichten zudem von Ängsten, dass der Börsengang der Schweizer Einheit ins Wasser fallen und die Dividende gefährdet sein könnte. Konkurrentin UBS (+0,3%) zeigt sich davon unbeeindruckt und profitiert von einem durch Merrill Lynch erhöhten Kursziel.

Etwas erholt zeigen sich Swiss Re (-0,1%), die nach mageren Jahreszahlen von deutschen Konkurrenten im frühen Handel von Verkäufen heimgesucht wurden. Generell ist es ein harziger Tag für Versicherungstitel: Bâloise (-0,2%) und Swiss Life (-0,03%) notieren beide tiefer. Zurich (-0,8%) leiden unter einer Verkaufsempfehlung der Commerzbank und einer Herabstufung auf Neutral durch Macquarie.

Kursfeuerwerk bei AMS nach Bilanzvorlage

Im breiten Markt bauen AMS (+18,7%) die bereits markanten Gewinne vom frühen Handel sogar noch weiter aus. Zwar haben die Österreicher für 2016 wie erwartet einen deutlich tieferen Umsatz und Gewinn ausgewiesen. Gemäss Analysten sei der Ausblick aber erbaulich. Insbesondere der jüngste Zukauf Heptagon soll sich gut entwickeln.

Schwach zeigen sich hingegen DKSH (-1,1%), nachdem die ZKB das Rating von "Übergewichten" auf "Marktgewichten" gesenkt hat. Die Papiere hatten am Vortag nach Zahlen um fast 9% zugelegt.

(AWP)