Aktien Schweiz: Deutlich tiefer - Zykliker besonders schwach

Der Schweizer Aktienmarkt ist nach einem einigermassen stabilen Start deutlich zurückgefallen und notiert am Freitagmittag entsprechend klar im Minus. Der Leitindex SMI nähert sich damit auch wieder dem Niveau von Wochenbeginn. Auf den europäischen Börsenplätzen hat sich im Verlauf des Vormittags eine gewisse Verunsicherung breit gemacht. Davon zeugt auch der Goldpreis, der auf ein neues Jahreshoch geklettert ist. Zum Teil ist auch von Gewinnmitnahmen die Rede.
24.02.2017 13:31

Die Anleger warten laut Marktkreisen noch immer auf die Steuersenkungen, die US-Präsident Donald Trump vollmundig versprochen hat. Auch ein Händler aus Zürich meinte, Trump müsse num "mal liefern", nachdem er die Erwartungen hochgeschraubt habe. Er spricht aber er von einer "normalen Konsolidierung" an der Börse, nachdem die Kurse wochenlang gestiegen seien. In den letzten Tagen habe der Markt praktisch nur positive Nachrichten gewichtet und Negatives praktisch ausgeblendet. Impulse könnten am Nachmittag noch die zur Veröffentlichtung anstehenden Zahlen zur US-Konsumentenstimmung liefern.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 12 Uhr 0,8% tiefer bei 8'500,81 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt um 0,83% auf 1'346,39 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,74% auf 9'315,56 Punkte nach. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 27 im Minus, nur Sika und Actelion im Plus und Givaudan unverändert.

Unter den Blue Chips verlieren die Titel des Zementherstellers LafargeHolcim (2,5%) am stärksten. Bei den Zyklikern sprechen Händler von einer Korrektur, nachdem konjunktursensitive Valoren in den zurückliegenden Wochen stark von der weltweit aufgehellten Konjunkturlage profitiert hätten. Dazu passen die Abgaben von Adecco (1,6%) und ABB (1,4%). Auch Banktitel leiden überdurchschnittlich: CS und Julius Bär verlieren 1,2%, UBS geben um 1,1% nach.

Unter Druck stehen auch Swatch (-1,3%). Die Bank Berenberg spricht dazu eine Verkaufsempfehlung aus, wobei die zuständige Analystin Risiken für die Profitabilität sieht. Die Konkurrenz im Kerngeschäft, dem mittelpreisigen Segment, intensiviere sich, hinzu komme ein übermässig optimistischer Ausblick vom Management, meint sie. Die Expertin geht von einer langsameren Erholung der Schweizer Uhrenexporte aus und senkt entsprechend ihre Schätzungen bis 2019. Die Aktien des eher aufs höherpreisige Segment ausgerichteten Richemont-Konzerns kommen mit einer Einbusse von 0,5% etwas besser weg.

Die Titel von Sika (+0,6%) gehören zu den raren Gewinnern im SLI. Der Zuger Bauchemie- und Klebstoffkonzern vermeldete einen Rekordgewinn, wobei mit den vorgelegten Zahlen die Analystenerwartungen leicht überboten wurden. Neben der kräftigen Dividendenerhöhung kommen vor allem die neuen firmeneigenen Zielsetzungen bei den Analysten sehr gut an, wie es heisst. Beispielsweise soll die EBIT-Marge bereits im laufenden Jahr 14% erreichen.

Daneben mag sich nur Actelion (+0,1% auf 269,10 CHF) auf der Gewinnerseite halten. Dies aufgrund der Übernahme durch Johnson & Johnson. Der US-Riese bietet bekanntlich 280 USD pro Aktie und das Gros der Marktteilnehmer gehe nicht davon aus, dass das Angebot noch scheitern würde, heisst es im Handel.

Im breiten Markt erleiden heute die Aktionäre der Myriad Group einen Schreck. Die Valoren verlieren 16,0%, nachdem das Technologieunternehmen im Geschäftsjahr 2016 erneut weniger Umsatz erzielt hat. Die Nutzerzahlen für die Social-Media-App Versy lägen 2017 unter den Erwartungen, hiess es vom Unternehmen.

Ins Minus gedreht haben KTM (-1,8%). Am Vormittag profitierten die Valoren noch von der Nachricht, dass dem Unternehmen nach einem gewonnen Rechtsstreit 20,4 Mio EUR zufliessen. Auch CPH (-1,4%) verlieren deutlich, nachdem das Unternehmen für 2016 im grössten Geschäftsbereich Papier einen leichten Rückgang vermelden musste. Leicht im Minus sind nach vorgelegten Jahreszahlen für 2016 die Titel der Basellandschaftlichen Kantonalbank (-0,3%).

pr/uh

(AWP)