Aktien Schweiz: Erholung nach Verlusttagen - Nestlé kompensieren schwache Pharma

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt steht am Donnerstagmittag im Plus. Der SMI hat sich bis am Mittag vor allem dank der nach einem schwachen Start anziehenden Nestlé in der Gewinnzone etabliert, welche die Schwäche der Pharmawerte mehr als ausgleichen. Nach zwei Tagen mit merklichen Verlusten kommt es damit auf den Gesamtmarkt gesehen zu einer gewissen Stabilisierung. Über die Woche betrachtet verzeichnet der Leitindex allerdings noch immer ein klares Minus von rund 1,5%.
18.08.2016 13:00

Da mit Ausnahme der schwachen Aussenhandelszahlen von Japan und den Konsumentenpreisen in der Eurozone keine relevanten Konjunkturnachrichten vorliegen, ist es vor allem das am Vorabend veröffentlichte Protokoll der Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank, welche das Geschehen prägt. Die Mitglieder der Notenbank in den USA scheinen sich demnach zwar einig, dass die Zinsen erhöht werden müssen. Über den richtigen Zeitpunkt gehen die Meinungen aber nach wie vor auseinander. Insgesamt hätten sich die Erwartungen an eine rasche Zinserhöhung aber eher noch etwas zurückgebildet, hiess es am Markt dazu.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 12.05 Uhr 0,22% höher bei 8'171,83 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,22% auf 1'225,70 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,28% auf 8'893,38 Punkte. Von den 30 Blue Chips liegen 18 im Plus, 10 im Minus sowie CS und Clariant unverändert.

Nestlé (+1,0%) haben sich nach einem verhaltenen Start deutlich in die Gewinnzone vorgeschoben und gehören nun zur erweiterten Spitzengruppe. Der Nahrungsmittelkonzern weist für das zweite Quartal ein deutlich verlangsamtes Wachstumstempo aus, was das Sentiment anfänglich etwas belastete. Die Analysten sehen im Halbjahresabschluss aber durchaus auch verschiedene positive Signale. So werden insbesondere die deutlich verbesserte Profitabilität und der starke Cash Flow gelobt. Die ZKB schreibt beispielsweise in einem Kommentar, dass die Margenentwicklung in einem schwierigen Umfeld überzeugend ausgefallen sei.

Der zweite Blue Chip mit Zahlen, Swisscom, ist mittlerweile mit einem Minus von 2,8% ans Tabellenende zurückgefallen. Der Telekomkonzern hat zwar mit den Ergebnissen die Analysten beeindruckt und besser abgeschnitten als erwartet - auch dank eines positiven Sondereffekts. Und zudem wurden die Ziele angehoben. Dennoch drehte die Aktie nach einem starken Start rasch in die Verlustzone. Derzeit hätten Telekomwerte aber generell europaweit einen eher schweren Stand, hiess es dazu von Händlern.

Von den weiteren Verlierern geben Swiss Re (-0,8%) nach einer Abstufung durch die Citigroup auf 'Sell' im Rahmen einer Branchenstudie am meisten nach. Die Margen hätten sich schneller zurückgebildet als erwartet, hiess es dazu.

Daneben büssen weitere Finanzwerte wie Julius Bär (-0,5%) und UBS (-0,4%) oder auch die bereits erwähnten Pharmaschwergewichte Roche (-0,3%) und Novartis (-0,2%) an Terrain ein.

An der Spitze stehen weiterhin Schindler (+2,2%) und Geberit (+1,8%), beide haben am vergangenen Dienstag Zahlen vorgelegt. In der Folge hatten allerdings Schindler deutlich an Terrain eingebüsst, wogegen Geberit auf Rekordniveau stark gesucht waren. Nach weiteren Kurszielerhöhungen für beide Titel am heutigen Donnerstag bauen Geberit das Allzeithoch weiter nach oben aus. Erst vor einer Woche hatten Geberit die Marke von 400 CHF geknackt, mittlerweile hat die Aktie bis zum aktuellen Jahreshoch bereits wieder knapp 7% zugelegt.

Gesucht sind weiter Swatch (+1,7%) und Richemont (+1,4%) oder Dufry (+1,3%) und LafargeHolcim (+1,1%). Der letzte Wert, welcher um 1% zulegt, ist Swiss Life (+1,0%).

Im breiten Markt haben zahlreiche Unternehmen zahlen präsentiert. In der Folge geben von diesen etwa Walter Meier (-1,3%), Kudelski (-1,4%), Thurgauer KB (-2,6%) und sehr ausgeprägt LifeWatch (-11%) nach. Dagegen sind Siegfried (+4,1%), Comet (+4,7%) oder Cham Paper Group (+2,9%) gesucht.

Dätwyler (+5,6%) werden von der Bekanntgabe des Rückzugs aus dem Bieterwettbewerb um die britische Premier Farnell kräftig getrieben, während Georg Fischer (+1,3%) von der Bekanntgabe zweier kleinerer Akquisitionen in China moderaten Rückenwind erhalten.

cf/cp

(AWP)