Aktien Schweiz: Erholungsbewegung nach Verlusttagen - Unsicherheit bleibt

Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt ziehen die Kurse am Donnerstag bis am Mittag klar an, nachdem die Indizes zuvor drei Handelstage in Folge nachgegeben hatten. Unterstützung kommt von den US-Märkten, die am Vorabend im Plus geschlossen hatten. Für eine positivere Stimmung sorgen zudem die anziehenden Ölpreise und auch das britische Pfund scheint nach dem Mehrjahres-Tiefstand vom Vortag wieder etwas stabilisiert.
07.07.2016 12:59

Marktteilnehmer zeigen sich allerdings vorsichtig: Der Stimmungswandel könnte nur kurzfristiger Natur sein, meinte ein Händler. Zu gross sei weiterhin die Skepsis, wie es mit Grossbritannien und der ganzen EU nach dem Brexit-Votum weitergehe. Am Nachmittag dürfte sich die Aufmerksamkeit auf die US-Konjunkturdaten verlagern, wo Angaben zum Arbeitsmarkt im Vorfeld des mit Spannung erwarteten US-Arbeitslosenzahlen für Juni anstehen. Die Lage des US-Arbeitsmarkts ist eine wichtige Grösse bei den Entscheidung der US-Notenbank Fed über weitere Leitzinserhöhungen.

Der Swiss Market Index (SMI) liegt gegen 12 Uhr um 0,97% im Plus auf 7'974,70 Zähler, das bisherige Tageshoch lag bei 7'998 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt 1,10% auf 1'164,85 und der breite Swiss Performance Index (SPI) gewinnt 1,05% auf 8'606,76 Punkte. Von den 30 Blue Chips liegen 29 im Plus, nur Syngenta notieren schwächer.

Eine klare Erholung zeigen mehrere zyklische Werte, darunter LafargeHolcim (+2,5%) oder die in den vergangenen Tagen besonders unter Druck geratene Adecco-Aktien (+2,4%). Das Aktienresearch von Barclays hat am Donnerstag sein "Overweight"-Rating für die Titel des Personalvermittlers trotz dem sich verschlechternden Umfeld in Europa bekräftigt. Der Warenprüfkonzern SGS (+1,0%) hat derweil in Lateinamerika eine kleinere Übernahme bekanntgegeben.

Die zuletzt stark gebeutelten Bank-Aktien ziehen ebenfalls an, so liegen Julius Bär und UBS je 1,7% und CS 2,0% über dem Vortagesschluss. Die CS-Aktie notiert mit 10,11 CHF zudem weiterhin wieder über der Marke von 10 CHF, die sie am Vortag noch mit breitem medialen Echo unterschritten hatte. Einige Publikationen spekulieren über Wechsel an der Führungsspitze der zweitgrössten Schweizer Bank, allerdings werden solche Gerüchte am Markt allerdings mit Skepsis betrachtet.

Moderate Gewinne zeigen auch die Versicherungstitel Swiss Life (+0,9%) sowie Swiss Re und Zurich (je +1,1%). Zurich hat am Morgen den Verkauf einer Tochtergesellschaft in Südafrika bekanntgegeben, nachdem der Versicherer im Vormonat bereits Gesellschaften in Marokko und Taiwan abgestossen hatte. Der Verkauf sei insgesamt wenig bedeutend und stehe im Einklang mit der Strategie des Versicherungskonzerns, meint die Bank Vontobel.

Gestützt werden die Indizes zudem von den defensiven Schwergewichten Roche (+1,3%) sowie Novartis (+0,9%). Die Novartis-Generikatochter Sandoz hat positive Daten zu einem Biosimilar des Schuppenflechte-Medikaments Enbrel veröffentlicht. Leicht im Plus notieren auch Nestlé (+0,5%). Die französische Konkurrentin Danone hat am Morgen eine milliardenschwere Übernahme in den USA im Bereich von gesunden Nahrungsmittel angekündigt.

Am breiten Markt legen Barry Callebaut (+2,0%) klar zu, nachdem der Schokoladekonzern Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres bekanntgegeben und nach eigenen Angaben in einem rückläufigen Markt die verkauften Volumen gesteigert hat. Das Ergebnis lag insgesamt etwa im Bereich der Analystenerwartungen.

Einen Kurssprung gibt es für die Titel des kriselnden Solarkonzerns Meyer Burger (+15,1%). Das Unternehmen hat für das erste Halbjahr 2016 die Rückkehr in die schwarzen Zahlen auf EBITDA-Ebene angekündigt, zudem wurde der Geldabfluss gestoppt. Ein starkes Umsatzwachstum und einen Gewinnanstieg im Halbjahr hat zudem die Comet-Gruppe (+5,0%) vermeldet.

tp/ra

(AWP)