Aktien Schweiz Eröffnung:

Der Schweizer Aktienmarkt hat die neue Handelswoche freundlich gestartet und notiert damit wieder über 9'000 Punkten. Zum einen verleiht der freundliche Wochenstart an den Börsen in Asien auch den europäischen Börsen neuen Schwung. Die Aktienkurse profitierten von einem deutlichen Anstieg der japanischen Exporte. Zudem will der Indexanbieter MSCI laut Börsianern in dieser Woche über die Aufnahme chinesischer Aktien in seine weltweiten Indizes entscheiden.
19.06.2017 10:10

Rückendeckung auf das Sentiment gibt es zudem von Emmanuel Macron: Das Parteibündnis des im April gewählten französische Präsidenten hat eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung gewonnen. Der sozialliberale Staatschef sicherte sich damit eine komfortable Machtbasis für seine Reformen, mit denen er unter anderem Frankreichs Wirtschaft international wieder konkurrenzfähig machen will. Zu Beginn der neuen Wochen ist der Terminkalender ansonsten recht überschaubar.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 09.30 Uhr 0,68% auf 9'024,35 Punkte. In der Vorwoche legte der SMI 1,3% zu nach einem Verlust von gut 2% in der Woche davor. Das Jahresplus liegt derzeit bei knapp 10%. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,71% auf 1'427,79 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,64% auf 10'281,09 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titel stehen bis auf einer alle im Plus.

Stark im Plus notieren Credit Suisse (+3,0%), nachdem die Bankentitel in der Vorwoche deutlich verloren hatten. Verschiedene Institute haben das Rating erhöht bzw. die Titel neu in ihr Research-Universum aufgenommen mit einer Kaufempfehlung. So erhöhte etwa die Deutsche Bank auf "Buy": Nach der Kapitalerhöhung seien nun Fragen bezüglich der Kapitalisierung vom Tisch, schreibt der zuständige Analyst unter anderem zur Begründung. Ausserdem bestünden erste Anzeichen einer positiven Dynamik in der internationalen Vermögensverwaltung sowie in der Region Asien/Pazifik.

Aber auch UBS (+1,1%) und Julius Bär (+0,5%) legen klar zu, nachdem beide Werte - anders als CS - in der Vorwoche bereits ordentlich zugelegt haben.

Zu den grössten Gewinner zählen neben den bereits genannten noch Dufry (+1,6%), Adecco (+1,3%) und ABB (+0,9%). Letztere gehörten in der vergangenen Woche zu den wenigen Verlierern im SMI.

Unter den Schwergewichten legen indes Novartis (+0,8%) am stärksten zu. Der Pharmakonzern profitiert von einer Zulassung in der EU bei der Generika-Tochter Sandoz: Künftig darf das Biosimilar Rixathon (Rituximab) zur Behandlung von Patienten mit bestimmten Formen von Blutkrebs und immunologischen Erkrankungen eingesetzt werden. Rixathon ist für alle Indikationen zugelassen worden wie auch das Referenzmittel MabThera von Roche. Damit sind mittlerweile vier Biosimilars von Sandoz in der EU zugelassen und damit laut Novartis mehr als von der Konkurrenz.

Während für Novartis die vergangenen Handelswoche unter dem Strich klar tiefer geendet ist, konnten Roche und Nestlé deutlich zulegen und gaben dem SMI damit kräftig Schub. Derzeit tendieren sie +0,6% bzw. 0,5% höher.

Schwächste Werte unter den Blue Chips sind hingegen Lindt&Sprüngli (-0,8%), Richemont (+0,1%) und Zurich (+0,2%). In einer Studie über Lindt&Sprüngli spricht die UBS von mittelfristigen Abwärtsrisiken für die Aktie.

Am breiten Markt profitieren derweil Conzzeta (+3,5%) von einer positiven Gewinnwarnung. Der Mischkonzern rechnet im ersten Halbjahr 2017 mit einem Umsatzwachstum von 15% bis 20% sowie einem um über 40% höheren Betriebsergebnis. Für das Gesamtjahr rechnet Conzzeta damit mit einem Ergebnis über den eigenen Erwartungen vom März 2017.

Besonders kräftig legt jedoch Börsenneuling Idorsia (+8,4%) zu, nachdem der Einstand an der SIX am Freitag bereits erfolgreich vonstatten gegangen war. Viele Fachleute würden zwar zweifeln, dass das Forscherpaar Martine und Jean-Paul Clozel ein zweites Meisterstück vollbringen kann, schreibt die "NZZ am Sonntag". Das hätten sie allerdings schon mehrmals getan, und stets hätten die Clozels sie eines Besseren belehrt.

Zudem könnte die Apothekengruppe Zur Rose womöglich bereits im Juli an die Börse gehen. Das zumindest schreibt die "Sonntagszeitung" unter Berufung auf mehrere Insider aus der Finanz- und Pharmabranche. Am (heutigen) Montag findet eine ausserordentliche Generalversammlung zum IPO statt.

ys/cp

(AWP)