Aktien Schweiz Eröffnung: Abgaben auf breiter Front - schwache Tech-Werte

Der Schweizer Aktienmarkt ist mit Abgaben auf breiter Front in die neue Woche gestartet. Belastet wird die Stimmung von einem Kursrutsch bei US-Technologieaktien vor dem Wochenende. Der hiesige Börsenplatz ist allerdings wenig technologielastig. Zu den schwachen Vorgaben aus den USA kommt die Unsicherheit nach der Niederlage von Grossbritanniens Premierministerin Theresa May und der deutliche Fall bei den japanischen Maschinenbauaufträgen.
12.06.2017 10:15

Der Erfolg des reformwilligen und europafreundlichen französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit seiner Partei in der ersten Runde der Parlamentswahl warf derweil keine grossen Wellen. Das Hauptereignis für die Finanzmärkte ist in der Berichtswoche die Zinssitzung der amerikanischen Notenbank vom kommenden Mittwoch. Trotz der zuletzt schwachen Arbeitsmarktdaten aus den USA wird mehrheitlich die nächste Erhöhung der Leitzinsen erwartet. Am Donnerstag folgt die Schweizerische Nationalbank mit ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 09.30 Uhr 0,41% tiefer bei 8'809,42 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, sinkt um 0,41% auf 1'397,03 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,48% auf 10'047,63 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 25 im Minus, vier im Plus und einer unverändert.

Von Unternehmensseite sind kursbewegende News dünn gesät. Die Aktien des Personaldienstleisters Adecco (-0,3%) bewegen sich mit dem Gesamtmarkt - der "Macron-Effekt" bleibt diesmal aus. Bei der Präsidentschaftswahl von Anfang Mai hatten die Papiere noch vom Sieg des marktfreundlichen Kandidaten Macron im Schlüsselmarkt Frankreich profitiert.

Experten nannten mögliche Umschichtungen aus Technologie- in Bankaktien als Grund für den deutlichen Rückgang der Tech-Werte in den USA. Diese Sektor-Rotation könnte auch im hiesigen Handel zu sehen sein, meinen Händler mit Blick auf die hiesigen SMI-Bankenwerte Credit Suisse (-0,2%), Julius Bär (-0,6%) und UBS (-0,3%).

Vor allem aber Versicherer wie Swiss Life und Swiss Re (je +0,1%) oder Zurich Insurance (-0,2%) halten sich etwas besser als der Gesamtmarkt - die Aussicht auf steigende Zinsen in den USA lässt grüssen.

News gab es von der Partners Group (-0,8%): Bei der Private-Equity-Gesellschaft verändert sich per 1. Juli die Geschäftsleitung. Neu werden David Layton und Juri Jenkner vertreten sein. Mehrere Personen scheiden derweil aus dem Gremium aus und die Funktion des Finanzchefs gibt es künftig nicht mehr.

Noch deutlichere Abgaben gehen auf Dufry (-1,6%), Lonza (-1,3%) und Givaudan (-1,0%). Auch die defensiven Schwergewichte sind vor Abgaben nicht gefeit: Novartis büssen 0,5% und Nestlé 0,7% ein.

Einzig Roche (+0,1% auf 247,90 CHF) notieren fester, obschon das Aktienresearch der Credit Suisse die "Bons" von ihrer gleichnamigen "Focus List" gestrichen hat. Dies allerdings bei einer bestätigten Kaufempfehlung und einem unveränderten Kursziel von 300 CHF. Die zuständige Expertin begründete den Schritt mit den eher enttäuschenden Daten aus der Aphinity-Studie zum Medikament Perjeta. Diese hatten die Papiere in der Vorwoche um 6,5% sinken lassen.

Sonova (+0,1%) halten sich auch etwas besser als der Gesamtmarkt. Die Titel rücken auf Anfang nächste Woche in die Indizes S&P Europe 350 und S&P Euro Plus auf und ersetzen dort Actelion.

Im breiten Markt zählen Technologiewerte wie Logitech (-2,7%), Temenos (-4,2%) und vor allem der Apple-Zulieferer AMS (-5,9%) zu den grössten Verlierern. Händler verweisen auf die negativen Vorgaben aus New York vom Freitag. Schon im vorbörslichen Handel seien in den betroffenen Aktien Absicherungstransaktionen über diverse Put-Warrants zu beobachten gewesen.

News gab es von Basilea (-0,3%). Das Pharmaunternehmen hat mit dem amerikanischen Adult Brain Tumor Consortium eine Vereinbarung über eine klinische Studie für den Produktkandidaten BAL101553 abgeschlossen. Bei dem Kandidaten handelt es sich um einen neuartige Tumor-Checkpoint-Controller.

ra/rw

(AWP)