Aktien Schweiz Eröffnung: Anleger halten sich zurück - Zahlen im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Donnerstag im frühen Handel wenig bewegt. Die Anleger übten sich in Zurückhaltung, heisst es am Markt. In New York hatten schwächere Bankaktien den Dow Jones ausgebremst, weil laut Beobachtern eine mögliche Verzögerung der US-Steuerreform Sorgen bereitet. Die Vorzeichen aus Asien zeigten derweil ein gemischtes Bild.
09.11.2017 10:15

Im Mittelpunkt des Interesses stehen hierzulande Unternehmenszahlen. Es ist der letzte stark befrachtete Tag der laufenden Berichtssaison. Auch konjunkturseitig stehen weltweit einige Daten auf dem Programm. Aus China kamen bereits Erzeugerpreise, die im Oktober weiter stark zugelegt haben.

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 09.30 Uhr 0,01% höher bei 9'266,69 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) ist mit +0,03% auf 1'507,60 Punkte ebenfalls kaum verändert, und der breite Swiss Performance Index (SPI) verliert 0,01% auf 10'630,66 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 16 im Minus und 14 im Plus.

Zurich (-0,1%) bewegen sich nach einem Update zum Geschäftsverlauf unauffällig. Von einem "überraschungsarmen" Zwischenbericht ist am Markt die Rede. Während die Bruttoprämien im Nichtlebengeschäft in den ersten neun Monaten geringfügig besser als erwartet ausfielen, konnte das Neugeschäft im Lebensversicherungsbereich mit den Analystenprognosen mithalten. Zu überzeugen weiss hingegen die firmeneigene Quote zur Kapitalposition. Die Gruppe hofft zudem auf ein verbessertes Preisumfeld für Versicherungen. Neu verzichtet die Zurich bei der Berichterstattung zu den ungeraden Quartalen auf die Veröffentlichung von Gewinnzahlen.

Etwas zulegen können Swiss Life (+0,3% auf 352 CHF). Im Nachgang zu den Zahlen vom Vortag, als die Titel bereits deutlich zulegten, kommt es also zu einem weiteren Kursanstieg. Am Mittwochnachmittag bestätigte Baader Helvea noch die Kaufempfehlung und erhöhte das Kursziel auf 395 CHF. Der Broker erachtet Swiss Life als eine gute Investition mit mittelfristigem Horizont. Zudem sei die Bewertung angesichts der Wachstumsaussichten attraktiv, heisst es. Kepler bekräftigte ebenso das "Buy"-Rating und erhöhte das Kursziel auf 400 CHF.

Noch fester stehen allerdings aktuell Finanzwerte wie die UBS (+0,7%), Julius Bär und Partners Group (je +0,6%), nachdem diese am Vortag leicht unterdurchschnittlich abgeschnitten haben. Auch CS (+0,3%) legen etwas zu. Die Schwäche sowohl der europäischen wie auch der US-Banken vom Vortag biete im aktuellen Umfeld wieder Einstiegschancen, heisst es in einem Kommentar. Die tendenziell doch eher wieder steigenden Zinsen böten eine recht solide und auch längerfristig wirkende Basis für Finanzwerte im Allgemeinen.

Grösste Verlierer sind derweil Swatch, Geberit (je -0,8%) und Sonova (-0,6%). Für Geberit bestätigte Baader Helvea die Verkaufsempfehlung. Nach der Roadshow mit dem CEO ist der zuständige Analyst noch immer skeptisch, ob der Konzern seine mittelfristigen Ziele erreichen kann.

Auch ABB (-0,5%) geben leicht ab, nachdem der deutsche Mitbewerber Siemens im vergangenen Quartal im Industrie-Geschäft enttäuschte.

Am breiten Markt notieren Sunrise (+0,4%) nach Zahlen etwas fester. Das Telekomunternehmen hat im dritten Quartal etwas weniger Umsatz und einen leicht tieferen Betriebsgewinn erzielt als im Vorjahreszeitraum, konnte sich aber beim Reinergebnis deutlich steigern. Die Ziele für das Gesamtjahr wurden ausserdem bestätigt.

Deutlich unter Druck kommen nach Zahlen hingegen Schmolz&Bickenbach (-4,3%). Analysten werten die höheren Preise und die Nachfrageentwicklung zwar positiv, der bereinigte EBITDA sei jedoch schwächer gestiegen als erwartet. Ypsomed (-2,3%) verlieren - ebenfalls nach Zahlen - auch klar. MCH (-2,3%) richtet im kommenden Jahr zudem eine nur noch halb so grosse Uhrenmesse Baselworld aus.

Zulegen können hingegen Bobst (+1,2%), nachdem das Unternehmen anlässlich des Investorentags die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2017 erhöht hat.

ys/uh

(AWP)