Aktien Schweiz Eröffnung: Auf Richtungssuche - Kurssprung bei Givaudan

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag kaum verändert gestartet. Bereits an den vergangenen Tagen hatte sich das Leitbarometer Swiss Market Index (SMI) kaum von der Stelle gerührt. Dies allerdings nach einem starken September und einem geglückten Start in den Oktober. Im Handel ist von einem "Marschhalt" die Rede. In der langsam anlaufenden Herbstberichtssaison werde sich zeigen, ob das Rally der vergangenen Wochen von den Unternehmensergebnissen untermauert sei. Komme es hier zu Enttäuschungen, könnte dies durchaus Auslöser einer grösseren Korrektur sein. Hierzulande überraschte Givaudan mit seinem Umsatzausweis jedenfalls positiv.
10.10.2017 10:15

Ein Unruheherd und belastender Faktor an den Finanzmärkten ist weiterhin Spanien mit den Separationsbemühungen von Katalonien. Mit Spannung wird am Abend die Rede des Chefs der katalanischen Regionalregierung, Carles Puigdemont, vor dem Parlament von Barcelona erwartet. Die entscheidende Frage ist, ob er tatsächlich die Unabhängigkeit ausrufen und den Konflikt mit Madrid weiter eskalieren lässt. Trotz dieser Unsicherheiten hat sich der Franken zuletzt wieder deutlich abgeschwächt und notiert zum Euro oberhalb von 1,15 CHF.

Der SMI notiert um 09.30 Uhr 0,01% höher auf 9'259,82 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gewinnt 0,21% auf 1'490,42 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,04% auf 10'575,88 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 17 im Plus, elf im Minus und zwei unverändert.

Mit einem Kurssprung von 3,4% haben Givaudan klar die Führung unter Blue Chips übernommen. Der Aromen- und Riechstoffhersteller hat den Umsatz zwischen Juli und September organisch um 5,7% gesteigert, was in Analystenkreisen als beeindruckend bezeichnet wird. Gut kommt dabei vor allem das organische Umsatzplus von 6,2% im Riechstoffgeschäft an. Letzteres weist eine überdurchschnittlich hohe Marge auf.

Einen starken Lauf haben auch Logitech mit +2,2%. Bereits am Vortag gehörte der Titel des Computerzubehörherstellers zu den grossen Gewinnern und ist auch gemessen an der bisherigen Jahresperformance ganz vorne mit dabei.

Mit Richemont und Swatch (je +1,1%) sind weitere Zykliker mit Schwung unterwegs. Hier gibt es einen konkreten Auslöser: Die starken Quartalszahlen der französischen Konkurrentin LVMH. Dies sorge bei den beiden hiesigen Luxusgüterwerten für Kursphantasie, hiess es im Handel.

Auch die Grossbankenwerte CS (+0,3%) und UBS (+0,2%) werden nachgefragt, während Julius Bär (-0,1%) etwas unter dem Schlussniveau des Vortags notieren. Die "Bären" erreichten vor wenigen Tagen ein Allzeithoch. Einen Rekord gab es auch bei CS: der Titel markierte am vergangenen Freitag den höchsten Stand seit Jahresbeginn. UBS sind davon noch ein gutes Stück entfernt.

Bei den Verlierern sind die Schwergewichte Novartis (-0,4%), Nestlé (-0,3%) und Roche (-0,2%) eine relativ grosse Belastung für den Gesamtmarkt, ohne das jedoch konkrete Hinweise auf die Kursbewegungen auszumachen sind. Das Nestlé-Papier hatte am Vortag noch relativ stark zugelegt, während die beiden Pharmatitel bereits unter Abgabedruck gestanden hatten.

Mit ABB (-0,3%) zählt auch ein Industriewert zu den grossen Verlierern. Im Handel wird dies zum Teil auf Gewinnmitnahmen zurückgeführt, nachdem der Titel im September überdurchschnittlich zugelegt hatte und zuletzt das im Mai markierte Jahreshoch in Schlagweite gerückt war.

Am breiten Markt fallen Bossard (+2,9%) nach Umsatzzahlen positiv auf. Das Verbindungstechnik-Unternehmen hat im dritten Quartal 2017 sein hohes Wachstumstempo aus dem ersten Semester in etwa gehalten und die Markterwartungen leicht übertroffen. Gefragt sind u.a. auch die zuletzt volatilen Orascom DH (+4,9%) sowie Panalpina (+1,7%).

Im Blick sind noch Alpiq (-1,8%). Der Energiekonzern gab die Übernahme des britischen Bahntechnik-Unternehmens Lundy Projects mit 160 Mitarbeitenden bekannt.

Grössere Abgaben sind bei Vetropack (-3,1%) und den Pharmawerten Molecular Partners (-2,6%) und Santhera (-1,9%) auszumachen.

cp/rw

(AWP)