Aktien Schweiz Eröffnung: Auf Richtungssuche - Richemont brechen nach Zahlen ein

Der Schweizer Aktienmarkt tritt am Freitagmorgen auf der Stelle. Die Aktien der beiden Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch fallen allerdings relativ stark zurück, nachdem Richemont mit den am Morgen vorgelegten Zahlen die Markterwartungen knapp verfehlt hatte. Die schwerkapitalisierten Novartis wiederum legen als einziger Blue Chip über 1% zu. Die Vorgaben von den wichtigsten Überseebörsen fallen derweil nicht berauschend aus.
12.05.2017 10:03

Der hiesige Leitindex SMI hält trotz der leichten Verluste an den beiden Vortagen bislang auf eine positive Wochenperformance zu. Nachdem der Index die beiden Vorwochen stark gestiegen war und zur Wochenmitte den höchsten Stand seit August 2015 erreicht hatte, werden mittlerweile vermehrt Stimmen laut, die vor Rückschlägen warnen. Impulse könnten im weiteren Tagesverlauf diverse Makrodaten bereithalten, wobei die Inflationsdaten aus den USA im Mittelpunkt stehen. Nach einem Rückgang im März rechnen Ökonomen wieder mit einer etwas höheren Teuerungsrate. Sollten die Zahlen die Erwartungen erfüllen oder übertreffen, würde dies die Argumente für eine Zinserhöhung im Juni verstärken.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,10% höher bei 9'073,97 Punkten und der breite Swiss Performance Index (SPI) rückt 0,08% vor auf 10'298,54. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert hingegen 0,13% auf 1'436,78 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 19 im Plus, zehn im Minus und die Aktien der Credit Suisse unverändert.

Richemont fallen um 5,2% zurück und sind damit die Ausreisser nach unten. Mit dem am Morgen vorgelegten Zahlenkranz zum per Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Luxusgüterkonzern die Markterwartungen knapp verfehlt. Beim Reingewinn seien selbst die pessimistischsten Erwartungen verfehlt worden, hiess es. Beobachtern zufolge lagen die Aktien in den vergangenen Wochen allerdings überdurchschnittlich gut im Markt.

Das neue Aktienrückkaufprogramm, das ebenfalls am Morgen angekündigt wurde, kommt bei Analysten zwar gut an, wird vom Umfang her aber als vernachlässigbar bezeichnet. Die Aktien der Branchennachbarin Swatch fallen im Sog von Richemont um 4,1% zurück.

Ansonsten halten sich die Verluste in Grenzen. Mit UBS (-0,7%) steht ein Bankenwert noch etwas ausgeprägter unter Druck, ohne das jedoch spezifischen News zu dem Titel auszumachen sind.

Nennenswerte Verluste verzeichnen noch Syngenta (-0,7% bzw. -3,20 CHF), die am Berichtstag von der Auszahlung der Sonderdividende über 5 CHF belastet werden. Zur Zahlung kommt es, da der Übernahme des Basler Agrochemikonzerns durch den chinesischen Staatskonzern ChemChina nichts mehr im Weg steht, nachdem die Syngenta-Aktionäre bekanntlich den Chinesen über 80% der Aktien angeboten haben. Am kommenden Montag fallen Syngenta aus den SMI und werden von Sika (aktuell -0,1%) ersetzt.

Bei den Gewinnern haben Novartis mit +1,2% die Nase vorn und sind damit eine grosse Stütze für den Gesamtmarkt. Die Aktie gehöre neben jenen der Konkurrenten AbbVie, Bayer oder BristolMyers zu den Top Picks, merkt Jefferies in einer aktuellen Studie an und bekräftig darin die Kaufempfehlung für Novartis. Auch die beiden anderen schwerkapitalisierten Roche (+0,5%) und Nestlé (+0,1%) stützen.

Hinter Novartis teilen sich zur Berichtszeit Sonova und Lonza Aufschlägen von jeweils +0,6% den zweiten Platz. Sonova wird am kommenden Dienstag die Jahreszahlen vorlegen. Bei Lonza ist mit Viking Global Investors ein neuer Aktionär in Erscheinung getreten. Der Lifesciencekonzern hatte bekanntlich von Anfang Mai bis zur Wochenmitte eine Kapitalerhöhung zur Teil-Finanzierung des Capsugel-Zukaufs durchgeführt. Viking hatte die meldepflichtige Schwelle von 3% am 4. Mai überschritten.

Am breiten Markt stehen unter anderem Cosmo (-2,5%) unter Druck, nachdem das Pharmaunternehmen bekanntgab, den Lizenzvertrag mit Valeant Pharmaceuticals beenden zu wollen. Schwach gestartet sind auch Schlatter (-5,1%), Leonteq (-2,2%) und Orascom DH (-1,7%).

Im Minus notieren zudem die Aktien der Immobiliengesellschaft PSP (-0,6%) nach dem Quartalsausweis. Hier wurden die Erwartungen der Analysten beim Liegenschaftsertrag und EBITDA zwar erfüllt, beim Reingewinn jedoch verfehlt.

Positiv fallen unter anderem einmal mehr Dottikon ES (+3,4%) auf.

cp/cf

(AWP)