Aktien Schweiz Eröffnung: Auf Richtungssuche - Zurückhaltung vor Frankreichwahl

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag wenig verändert gestartet und ist auch innerhalb der ersten halben Stunde auf keine eindeutige Richtung eingeschwenkt. Die Kursausschläge bei den Blue Chips halten sich bis auf wenige Ausnahmen in engen Grenzen, wobei die schwachen Indexschwergewichte Nestlé eine relativ grosse Belastung sind. Die Stimmung wird im Handel nach den positiven Vorgaben von den wichtigsten Überseebörsen als solide bezeichnet.
21.04.2017 10:15

Allerdings wird zugleich auf die bestehende Unsicherheit im Vorfeld der am Wochenende anstehenden erste Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich verwiesen. Investoren würden sich zum Wochenschluss mit grösseren Engagements zurückhalten, so die Erwartung. Jüngsten Umfrage zufolge liegt zwar der Sozialliberale Emmanuel Macron vorn, an zweiter Stelle folgt jedoch bereits die Rechtspopulistin Marine Le Pen.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr 0,02% tiefer bei 8'555,76 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt dagegen 0,08% auf 1'368,63 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,02% auf 9'654,63 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln steht jeweils die Hälfte im Plus bzw. Minus.

Unternehmensnews zu den hiesigen Blue Chips sind rar. Daher rücken Konjunkturdaten als mögliche Impulsgeber für den Aktienmarkt in den Fokus der Anleger. In Europa sind am Vormittag die Daten zu den Einkaufsmanagerindizes der jeweiligen Länder sowie der Eurozone und auch die Angaben zur Februar-Leistungsbilanz im Blick. Aus den USA folgen am Nachmittag ebenfalls PMI- und am späteren Nachmittag Häuser-Daten.

Das Gewinnerfeld wird eindeutig von ABB (+1,5%) angeführt, die damit an den starken Lauf vom Vortag anknüpfen. Im Nachgang der am Vortag vorgelegten und besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen erhöhen nun einige Analysten ihre Kursziele bzw. das Aktienresearch von S&P das Anlagerating auf "Hold" von zuvor "Sell". Die Leistung des Industriekonzerns zeige in die richtige Richtung, hiess es.

Zweitbester Wert ist Swiss Re mit +0,5%. Die Titel des Rückversicherers könnten im Handelsverlauf etwas stärker in den Blick geraten, wenn ab 14 Uhr die Generalversammlung stattfindet. Zuletzt waren Konzerne wie ABB und Georg Fischer an den Generalversammlungen mit ihren Vergütungsberichten auf unerwarteten Gegenwind gestossen.

Nennenswerte Aufschläge verzeichnen noch Sika und Galenica (künftig Vifor) mit je +0,4%. Gesucht sind auch Actelion (+0,3%). Für die Aktionäre läuft am Berichtstag das Kaufangebot des US-Konzerns Johnson&Johnson aus. Bieten diese als 80% ihrer Titel an, so fallen Actelion bereits fünf Handelstage später aus dem SMI sowie dem SPI. Nach Börsenschluss sollte bekannt werden, welcher Titel für Actelion in den SMI nachrückt.

Eine Stütze sind auch die Pharmaschwergewichte Novartis (+0,2%), während die Genussscheine der Konkurrentin Roche um 0,2% nachgeben. Eine erhebliche Belastung sind dagegen die ebenfalls schwerkapitalisierten Nestlé (-0,5%). Am Vortag hatten die Nestlé-Titel den Gesamtmarkt gestützt, nachdem der weltgrösste Nahrungsmittelhersteller mit den vorgelegten Zwischenergebnis insgesamt positiv überrascht hatte.

Schwächster Wert unter den Blue Chips sind aktuell die recht volatilen Aryzta mit -1,5%. Die Bankenwerte CS und Julius Bär (-0,3%) fallen noch etwas auf.

Die Musik spielt eindeutig im breiten Markt, wo die Sulzer-Aktie nach einer Kaufempfehlung der UBS um 5,4% zulegt. Der Industriekonzern sei auf gutem Wege, seine ambitionierten Ziele im Rahmen des Effizienz-Programms zu erreichen, heisst es dort.

Nachgefragt werden nach starken Quartalszahlen auch die Aktien des Bankensoftwareanbieters Temenos (+2,1%), die am Berichtstag das erst vor wenigen Tagen erreichte Allzeithoch überschritten haben. Gesucht sind nach Zahlen auch BB Biotech (+1,4%) und nach einem zunächst schwachen Start mittlerweile auch Panalpina (+0,6%). Im Aufwind sind auch Dottikon ES (+0,9%). Das Spezialitäten-Chemieunternehmen gab bekannt, die Lösungsmittelaufarbeitung für Dritte in der zweiten Hälfte 2017 einzustellen und sich auf das Wachstum im Pharma Exklusiv-Synthese-Geschäft zu fokussieren.

Bei den Verlierern geben Inficon nach Zahlen 1,7% nach. Die grössten Abgaben sind in Ascom (-3,0%) zu sehen, ohne das jedoch offensichtliche News zu dem Titel des Technologieunternehmens auszumachen sind.

cp/tp

(AWP)