Aktien Schweiz Eröffnung: Boris Johnson verliert, die Börse gewinnt

Die Schweizer Börse knüpft am Donnerstag an ihre Vortagesgewinne an. Zwei Faktoren heben die Stimmung der Anleger: Neue Gespräche zwischen den USA und China sowie weitere Abstimmungsschlappen für den britischen Premier Boris Johnson und seine No-Deal-Brexit-Pläne.
05.09.2019 09:30

Die USA und China wollen sich wieder bemühen, ihren Handelskonflikt zu entschärfen. Ab Anfang Oktober soll es bilaterale Gespräche geben, berichteten chinesische Staatsmedien. Und die harte Brexit-Linie der britischen Regierung ist im Parlament auf Widerstand gestossen. Aktuell sieht es danach aus, als könnte verhindert werden, dass Grossbritannien Ende Oktober ohne Austrittsabkommen aus der EU ausscheidet. "Boris Johnson verliert, die Börse gewinnt", erklärte ein Marktanalyst.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 9.12 Uhr 0,29 Prozent höher auf 9'922,89 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gewinnt 0,50 Prozent auf 1'511,18 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,27 Prozent auf 12'105,06 Zähler.

AMS ziehen um deutliche 2,4 Prozent an und setzten die jüngste Erholung fort. Händler erklären die Bewegung erneut damit, dass es offenbar nicht zu einem Bieterstreit mit den beiden Finanzinvestoren Bain Capital und The Carlyle Group um Osram kommt.

Auch Richemont (+1,1%) und Swatch (+1,6%) knüpfen an ihre jüngste Erholung an - getragen von der Hoffnung, die politisch aufgeheizte Lage in Hongkong könnte sich schon bald beruhigen. Hongkong gilt für die Schweizer Uhrenindustrie als der weltweit wichtigste Absatzmarkt.

UBS notieren 1,4 Prozent höher. Laut einem Bericht der "Financial Times" plant die Grossbank eine Reorganisation des Investment Banking. Demnach wird auch über einen Abbau von mehreren hundert Stellen diskutiert. Auch Credit Suisse (+0,9%) notieren fester.

Defensive Schwergewichte sind im risikofreudigeren Umfeld weniger gefragt: Novartis (-0,1%), Roche (-0,2%) und Nestlé (-0,1%) halten den SMI entsprechend zurück. Mit LafargeHolcim geht es um 0,2 Prozent nach unten, nachdem die Deutsche Bank ihr Votum für den Zementhersteller auf "Hold" von "Buy" gesenkt hat.

Die SIG-Papiere stehen 1,1 Prozent tiefer bei 12,24 Franken. Der frühere Besitzer und heutige Hauptaktionär Onex hat sich am Vorabend in einem beschleunigten Buchbildungsverfahren von einem grossen Aktienpaket getrennt. Laut den beteiligten Banken wurden die 30 Millionen Papiere zu einem Preis von 12 Franken das Stück platziert.

ra/kw

(AWP)

 
Aktuell+/-%
SMI10'945.46+0.63%