Aktien Schweiz Eröffnung: Erholung nach schwachen Vortagen - L&S unter Druck

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag mit festeren Kursen in die Sitzung gestartet. Nach den Verlusten der Vorwoche und zuletzt zwei schwachen Handelstagen kommt es damit zu einer ersten Erholung. Die Stimmung an den europäischen Märkten sei derzeit etwas ambivalent, hiess es in Marktkreisen. Dies wegen der gemischten Gefühlsage im Anschluss an die vom IWF angehobenen Wachstumsaussichten für Europa und der kurz darauf publizierten Daten für die Einkaufsmanagerindizes, welche sich in Europa abgeschwächt haben. Insbesondere in Deutschland belaste zudem weiterhin die jüngsten Kartellvorwürfe an die Autoindustrie. Lindt & Sprüngli stehen nach enttäuschenden Zahlen deutlich unter Abgabedruck.
25.07.2017 10:15

Nebst den zahlreichen Spezialsituationen achten sich die Marktteilnehmer am Berichtstag auch auf den ifo-Index für die deutsche Wirtschaft, dem wichtigsten Exportland für die Schweiz. Am Dienstag beginnt aber auch bereits das zweitägige Meeting der amerikanischen Notenbank. Das Fed wird am Mittwoch über das weitere Vorgehen in der Geldpolitik berichten, wobei allgemein davon ausgegangen wird, dass vorerst kein weiterer Zinsschritt vorgenommen wird. Von Interesse sind diesbezüglich aber auch bereits die für den heutigen Nachmittag angesagten Daten aus den USA zum Immobilienmarkt sowie zum Konsumentenvertrauen

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,25% höher bei 8'920,82 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,24% auf 1'418,43 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,20% auf 10'158,23 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 23 Plus, 4 im Minus und 3 unverändert.

Bergab geht es insbesondere für Lindt&Sprüngli (-4,5%). Der Schokoladehersteller hat mit den Semesterzahlen die Erwartungen der Analysten mehrheitlich verpasst. Trotz einer günstigen Vergleichsbasis aus dem Vorjahr wächst der Hersteller von Premiumschokolade in den ersten sechs Monaten 2017 deutlich schwächer als von Analysten prognostiziert. Folglich sieht sich das Unternehmen zu einer Reduktion seiner Wachstumsprognosen für das Gesamtjahr veranlasst. Wenig überraschend erwies sich in der ersten Jahreshälfte insbesondere der Schlüsselmarkt Nordamerika als bremsend.

Lediglich ganz leichte Verluste verzeichnen daneben noch Richemont, SGS und Swisscom.

Am meisten gesucht sind derzeit Adecco (+1,7%), welche von guten Zahlen des Konkurrenten Randstad Auftrieb erhalten. Im Spitzentrio werden die Aktien von LafargeHolcim (+1,5%) und Sonova (+1,4%) ergänzt.

Julius Bär (+0,6%) knüpfen an die starke Performance des Vortages (+4,5%) im Anschluss an gute Halbjahreszahlen an. Mittlerweile sind für den Titel weitere Kurszielerhöhungen vorgenommen worden, so etwa von UBS und CS oder auch von der Royal Bank of Canada.

Bei den weiteren Finanzwerten geht es vor allem noch für Bâloise (+0,8%) etwas deutlicher nach oben, während die Avancen der Grossbanken UBS (+0,2%) und CS (+0,1%) moderat sind. Letztere wurden durch Mainfirst auf "Neutral" von "Underperform" hochgestuft. Mainfirst sieht eine grosse Chance, dass sich die Grossbank im Wealth Management gut entwickle. Zudem dürften die Abwärtsrisiken nach der erfolgreichen Kapitalerhöhung begrenzt sein, heisst es zur positiveren Einschätzung.

Die drei Schwergewichte Nestlé, Novartis (je +0,3%) und Roche (+0,1%) fallen kaum auf. Das Pharmaunternehmen Roche hat in der Schweiz die Zulassung für Gazyvaro zur Behandlung von follikulärem Lymphom erhalten. Dies wird in Marktkreisen für die Kursentwicklung allerdings nicht als matchentscheidend erachtet.

Im breiten Markt büssen jeweils nach Zahlen Autoneum (-4,5%) markant sowie Cembra Money Bank (-1,6%), Mikron (-1,2%) und CFT (-1,0%) etwas bescheidener an Terrain ein. Höher gehandelt werden Logitech (+2,3%), AMS (+1,4%) und HBM (+0,1%).

Der Handel mit Papieren der an der SIX kotierten Beteiligungsfirma 5EL ist derzeit vorübergehend eingestellt. Die technischen Voraussetzungen für die Handelsaufnahme der im Rahmen einer Kapitalerhöhung geschaffenen Papiere seien nicht gegeben, hiess es dazu.

cf/cp

(AWP)