Aktien Schweiz Eröffnung: Erholung nach Verlusten der Vortage

Der Schweizer Aktienmarkt erholt zur Wochenmitte im frühen Handel etwas von den Verlusten der Vortage. Am Dienstag hatte noch ein jüngster Raketentest Nordkoreas die Anleger über weite Strecken deutlich verschreckt. Später zeigten sich die Akteure an der Wall Street allerdings relativ gelassen, was am Markt auch damit begründet wurde, dass US-Präsident Donald Trump als Reaktion keine unmittelbaren Massnahmen androhte. Dass dieser sich etwas diplomatischer zeigte als zuvor, könnte daran liegen, dass Hoffnung bestehe, dass China versuchen wird, Nordkorea zu beruhigen, kommentiert ein Analyst am Mittwoch.
30.08.2017 10:15

Kaum einer glaube daran, dass die Nordkorea-Krise eskalieren wird, schreibt dieser weiter. Für beide Seiten stehe zu viel auf dem Spiel. Am Schluss stemmten sich die wichtigsten US-Indizes gegen den schwachen Trend und legten zu. Auch die Anleger in Asien erholten sich schnell vom Schock der erstmals ohne Ankündigung über Japan hinweg geschossenen Mittelstreckenrakete. An den Aktienmärkten in der Eurozone seien die Anleger eher über den starken Euro besorgt, heisst es. Der Wunsch, dass EZB-Präsident Mario Draghi die Euro-Rally mit einer Warnung bremst, sei unerfüllt geblieben. Zum Schweizer Franken tendiert dieser derweil wieder über der Marke von 1,14 CHF, nachdem der Kurs am Vortag zeitweise darunter gefallen war.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 09.30 Uhr 0,70% auf 8'876,05 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,90% auf 1'417,01 Zähler zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,70% auf 10'114,33. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren alle bis auf einer im Plus.

Mit Abstand grösste Gewinner sind Bâloise (+5,8%). Denn mit den am Morgen vorgelegten Kennzahlen hat der Versicherer die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Gewinn konnte im ersten Halbjahr deutlich gesteigert werden. Auch gelang es, den Schaden-Kosten-Satz zu verbessern. Das Ergebnis werde von einem vorteilhaften Geschäftsverlauf in der Nichtlebenversicherung getragen, aber auch die Resultate der Lebensversicherung seien gut, lauten Stimmen am Markt.

Fester tendieren zudem - die am Vortag schwächeren - Finanztitel wie Partners Group (+1,5%) und Julius Bär (+1,2%), aber auch Grossbankentitel Credit Suisse (+1,4%) und UBS (+1,1%) können deutlich zulegen. Eine Asset-Management-Sparte der CS, NEXT Investors, kauft derweil einen Mehrheitsanteil an Sapience, einem Anbieter von Systemen zur Mitarbeiter-Analyse.

Deutliche Gewinne verzeichnen zudem noch Lonza (+1,6%) und Clariant (+1,3%). Swiss Re (+0,8%) und Zurich (+0,6%) stehen ebenfalls höher, nachdem sie am Vortag noch wegen der allgemein schlechten Börsenstimmung, aber auch wegen des in den USA wütenden Sturms "Harvey" belastet waren. Für Houston und Umgebung gibt es derweil noch keine Entwarnung.

Die Schwergewichte Nestlé (+0,4%), Novartis (+0,6%) und Roche (+0,7%) tragen mit moderaten Avancen ebenfalls zum SMI-Plus bei.

Etwas unterdurchschnittlich sind derweil die Gewinne bei Schindler PS (+0,5%), nachdem Morgan Stanley das Rating für die Aktie auf "Equal Weight" herabgestuft hat, wie im Handel zu hören ist.

Verluste verbuchen Aryzta (-0,7%). Berenberg senkte das Kursziel, bestätigte allerdings die Kaufempfehlung. Alles blicke beim Backwarenkonzern nun auf den am 12. September startenden neuen CEO Kevin Toland, schreibt der zuständige Analyst. Sein Aufgabe werde sein, die operative Leistung und die Margen zu verbessern durch Kostensenkungen sowie eine bessere Kapazitätsauslastung im Kerngeschäft. Dies sei zwar nicht unmöglich, benötige aber Zeit.

Am breiten Markt zeigen sich nach Halbjahresergebnissen Goldbach (+4,1%) deutlich fester, aber auch Intershop (+1,4%) legen klar zu. Etwas tiefer sind nach Zahlen dagegen Molecular Partners (-0,2%) gestellt.

ys/ra

(AWP)