Aktien Schweiz Eröffnung: Erneut Verluste - SGS nach Aufstufung gesucht

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag mit leicht schwächeren Kursen in die Sitzung gestartet. Sollte sich dies im Tagesverlauf nicht ändern, zeichnet sich damit der dritte Verlusttag in Folge und auch eine negative Wochenbilanz ab. Die Vorgaben aus den USA sind zwar positiv, die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Steuerreformen sind allerdings noch sehr vage und vermögen den europäischen Aktien keinen grossen Impuls zu verleihen.
28.09.2017 10:15

Trump will sein Land mit einer umfassenden Steuerreform sowohl für Private als auch für Unternehmen finanziell entlasten. Allerdings ist der Erfolg des vorgelegten Entwurfes fraglich. Genaue Schätzungen über die zu erwartenden Einnahmeausfälle sind nach den ersten Angaben Trumps noch nicht möglich, Experten berechneten aber in ersten Schätzungen Steuermindereinnahmen von bis zu 2,2 Billionen USD. Wie der hoch verschuldete Staat diese Lücke schliessen soll, erklärte Trump dagegen nicht.

Der Swiss Market Index (SMI) gibt bis um 9.30 Uhr 0,13% auf 9'086,93 Punkte nach. Der 30 Aktien umfassende und noch stärker gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsst 0,02% auf 1'457,25 Punkte ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,10% auf 10'357,56. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 18 Minus, 10 im Plus und 2 unverändert.

Am meisten unter Abgabedruck stehen im frühen Geschäft Adecco (-0,8%), dies nach einer Ratingsenkung auf "Hold" von "Buy" durch Kepler Cheuvreux. Das Institut nimmt eine vorsichtigere Haltung gegenüber dem Marktwachstum insbesondere in den USA ein und reduziert entsprechend auch die Gewinnschätzungen für die kommenden Jahre.

Dahinter geben Aryzta (-0,8%), LafargeHolcim, ABB und Lonza (je -0,5%) am augenfälligsten nach. Auch Dufry (-0,5%) erhalten entgegen der vorbörslichen Indikationen von der Meldung über die Eröffnung eines neuen Ladens in einem Einkaufszentrum in Kuala Lumpur keine Unterstützung. Dufry befindet sich mit den Abgaben dagegen im Einklang mit der allgemein schwachen Retailsektor in Europa.

Nestlé (-0,4%) geben den zweiten Tag in Folge nach, womit die Gewinne im Zusammenhang mit dem freudig kommentierten Investorentag vom Dienstag praktisch wieder dahingeschmolzen sind. Noch immer beträgt die Jahresperformance des Titels aber über +10%.

Zur Schwäche des Gesamtmarktes tragen auch Novartis (-0,2%) einen Teil bei. Novartis wird gemäss einem Agenturbericht ein Interesse an dem französischen Unternehmen Advanced Accelerator Applications (AAA) nachgesagt. Die Meldung über eine Forschungszusammenarbeit mit einer kalifornischen Uni dürfte den Kurs ebenso wenig bewegen wie diejenige zu Roche (-0,2%) über eine Zulassung für das Mittel Ocrevus zur Behandlung von Multipler Sklerose im kleinen Heimmarkt Schweiz.

Spitzenreiter im Tableau sind SGS mit einem auffälligen Plus von 2,4%. Gestützt werden die Titel von einer Aufstufung durch Morgan Stanley auf "Overweight" mit gleichzeitiger deutlicher Kurszielerhöhung. Es gebe weitere Hinweise dafür, dass sich die Endmärkte für Warenprüfungen und Inspektionen besserten und SGS sei in der Branche einer der Hauptprofiteure, hiess es dazu beim US-Institut.

Zu den wenigen Gewinnern gehören auch die Aktien der Grossbanken UBS (+0,6%) und CS (+0,7%). Sie erhalten etwas Auftrieb durch einen positiv gefärbten Kommentar ebenfalls von Morgan Stanley zum europäischen Bankensektor. Dieser sei unterbewertet und keinesfalls überkauft, so Morgan Stanley.

Gesucht sind weiter Vifor Pharma (+1,5%) im Anschluss an den Investorentag vom Mittwoch.

Im breiten Markt ziehen SHL Telemedicine um 1,0% an, nachdem das Unternehmen für das erste Semester eine Rückkehr in die Gewinnzone gemeldet hat. Und Panalpina legen nach einer kleineren Akquisition in Holland um 0,7% zu.

Gar um 2,2% verteuern sich VAT Group. Hier sorgt der Einstieg von Rudolf Maag als strategischer Investor mit einem Anteil von 10% für Fantasie.

LumX brechen dagegen nach Zahlen um gut 17% ein, allerdings stand das Papier des Hedgefonds-Anbieters bereits davor im tiefen zweistelligen Rappenbereich. Das auf Nahrungsergänzungsmittel spezialisierte Unternehmen Rapid Nutrition verlässt die Schweizer Börse kommendes Frühjahr nach nur einem Jahr wieder - die Papiere ziehen um 31% auf 21 Eurocents an.

cf/ra

(AWP)