Aktien Schweiz Eröffnung: Etwas fester - Politische Spannungen entschärfen sich

Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung am Dienstag mit leichten Gewinnen eröffnet. In den vergangenen Tagen sei im Nordkorea-Konflikt von beiden Parteien - den USA und Nordkorea selbst - kein weiteres Öl ins Feuer gegossen worden, kommentiert ein Marktbeobachter. Damit entschärfe sich die Krise aus Börsensicht weiter. "Der Risikoappetit an den Märkten kehrt allmählich wieder zurück", heisst es im Handel. Aber: "Nordkorea ist und bleibt unberechenbar, und die Sorgen über eine weitere Eskalation könnten jederzeit wieder zurückkehren." Erneute Raketentests würden die Anleger dann wieder raus aus Aktien in sichere Häfen treiben.
15.08.2017 10:15

Hoffnungen auf eine Abkühlung des aufgeheizten Konflikts hatten die Aktienmärkte am Montag beflügelt. Nach den Verlusten in der vergangenen Woche konnte der SMI ordentlich Boden gutmachen mit einem Plus von 1,7%. Auch die US-Indizes und die asiatischen Börsen erholten sich. Am Nachmittag stehen in den USA mehrere wichtige Konjunkturdaten an, die noch grössere Impulse liefern könnten. Zudem legten hierzulande einige Unternehmen am Morgen Zahlen vor.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 09.30 Uhr 0,10% höher bei 9'040,35 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,07% auf 1'439,86 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,14% auf 10'291,69 Stellen. Von den 30 SMI/SLI-Titel notieren jeweils 14 im Minus und im Plus sowie zwei unverändert.

Schindler PS (-0,8%) gehören nach dem Bericht zum zweiten Quartal vom Morgen zu den Verlierern. Mit den vorgelegten Zahlen übertraf der Lifthersteller die Erwartungen der Analysten beim zwar Gewinn leicht. Allerdings fiel die Umsatzentwicklung wie schon im ersten Quartal aus Sicht von Analysten enttäuschend aus. Auch mit der Guidance für den Jahresgewinn vermag das Unternehmen nicht so recht zu punkten. Positiv wird hingegen das weiterhin hohe Wachstum beim Auftragseingang gesehen.

Mit Abstand grösste Verlierer sind allerdings Dufry (-1,8%). Nachdem HNA bereits im April gut 16% von Dufry übernommen hat, halte der chinesische Konzern nun 20%, schreibt die Bank Vontobel. Mit der jüngsten Transaktion verschwinde die Unsicherheit, während die Finanzierung (teilweise mit Aktien) vermuten lasse, dass eine vollständige Übernahme kurz- und mittelfristig kein Thema sei. Eine grössere Übernahme war am Markt teilweise für wahrscheinlich gehalten worden; diese Fantasien schwinden nun. Allerdings gab es bereits zuvor pessimistischere Stimmen, dass die hohe Verschuldung von HNA nach der aggressiven Übernahmepolitik der letzten Jahre gegen die Fantasie einer vollständigen Übernahme von Dufry spreche.

Weitere Verlierer sind unter anderem - am Vortag noch starke - Finanztitel wie Julius Bär (-0,6%), CS oder Swiss Re (je -0,2%). UBS (-0,1%) wurden von HSBC von der 'Europe Super Ten'-Liste gestrichen, die Kaufempfehlung wurde jedoch bestätigt. Die Papiere werden bei HSBC von Société Générale ersetzt, weil diese attraktiver seien.

Grössere Unterstützung für den SMI liefern derweil die Schwergewichte Novartis (+0,4%), Roche (+0,1%) legen leicht zu und Nestlé tendieren unverändert. Für Roche senkte Berenberg zwar das Kursziel, bestätigte aber die Kaufempfehlung. Der Pharmakonzern habe mit seinen zuletzt vorgelegten Halbjahreszahlen gezeigt, dass er solide weiter wachsen könne, heisst es. Roche dürfte auch die Umsätze weiterhin kontinuierlich steigern können - auch wenn die Belastung durch Biosimilars zunehmen dürfte.

Höhere Gewinne verbuchen zudem Lonza (+1,4%), Adecco (+0,8%), Clariant und SGS (je +0,7%). Für Lonza erhöhte JPMorgan das Kursziel auf 265 von 230 CHF und bestätigte die Einstufung "Overweight". Der zuständige Analyst erhöhte die EBITDA-Schätzungen, basierend auf den Halbjahresergebnissen und den neuen Zielen bis 2022.

Am breiten Markt liessen sich zudem noch Tornos (+4,4%), Orascom DH (+2,9%) und Elma Electronic - ungehandelt - in die Bücher schauen. Auch Phoenix Mecano (-1,4%) legten Zahlen vor: Allerdings waren nicht alle Analysten zufrieden und das Unternehmen kündigte ein Restrukturierungsprogramm an, dass im laufenden Jahr 8-9 Mio EUR an Kosten verursacht.

ys/cf

(AWP)