Aktien Schweiz Eröffnung: Etwas fester - Zaghafte Käufe

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag einen neuen Anlauf nach oben gestartet und tendiert im frühen Geschäft etwas fester. Gewinnmitnahmen und Zweifel am Erfolg des Rallys hatten die Dividendenpapiere zuletzt teilweise deutlich nachgeben lassen. Doch die Zurückhaltung hält mehrheitlich an, wie es im Handel mit Blick auf die zaghafte Aufwärtsbewegung heisst. Statt wie lange zuvor bei fallenden Kursen wieder zuzugreifen und Kaufgelegenheiten zu sehen, seien die Anleger vorsichtiger geworden.
14.11.2017 10:15

Die Vorgaben sind mehr oder weniger neutral. So fielen etwa die Daten zur chinesischen Industrieproduktion für Oktober im Rahmen der Erwartungen aus. Damit mehren sich die Zeichen für ein etwas langsameres Wirtschaftswachstum im Reich der Mitte. Überraschend robust fiel hingegen das Wirtschaftswachstum in Deutschland aus. Im Tagesverlauf werden weitere wichtige Konjunkturdaten erwartet.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,28% höher bei 9'188,61 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) legt 0,40% auf 1'487,77 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,38% auf 10'540,19 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 26 im Plus und nur vier im Minus.

Credit Suisse (+0,6%) hatte am Vorabend im Devisenskandal einen Vergleich in den USA gemeldet. Die Grossbank verständigte sich im Streit um mutmassliche Manipulationen auf eine Vergleichszahlung von 135 Mio CHF. Die Vergleichssumme sei zwar leicht höher als erwartet, meint die ZKB. Der zuständige Analyst denkt aber, dass der Betrag den Markt dennoch nicht überraschen wird.

Auch andere Bankaktien notieren fester, so etwa UBS (+0,4%), Julius Bär (+1,0%) oder Partners Group (+1,5%). Die UBS hat im Millionen-Streit mit den deutschen Kommunalen Wasserwerken Leipzig (KWL) erneut Rechtsmittel eingelegt. Die Bank war in dem Fall bereits zweimal unterlegen. Die Bank verlangt von den Wasserwerken eine Haftung über rund 350 Mio EUR für geplatzte Kreditversicherungs-Deals.

Bei den Versicherern positionieren sich die Anleger in Bâloise (+1,4%), die am (morgigen) Mittwoch den Zwischenbericht zum dritten Quartal zeigen wird. Etwas zurückhaltender gibt man sich derweil mit Blick auf Zurich Insurance (+0,3%). Der Erstversicherer wird ebenfalls am Mittwoch seinen Investorentag abhalten und über Fortschritte bei den laufenden strategischen Initiativen und den finanziellen Zielen berichten.

Die defensiven Schwergewichte Novartis (+0,5%) und Roche (+0,7%), stützen den SMI auch am Dienstag, während in Nestlé (-0,1%) mittlerweile Gewinne mitgenommen werden. News gab es von Novartis: Das Herzmittel Ilaris zeigt laut einer Studie eine signifikante Reduktion von kardiovaskulären Ereignissen. Analysten sprechen von "beeindruckenden" Daten.

Clariant schnellen um deutliche 3,0% nach oben. Kursbewegende News sind laut Händlern im Augenblick nicht vorhanden. So wie sich die Nachfrage nach den Titeln aber darstelle, deute im Moment alles auf Zukäufe durch Grossaktionäre hin, spekulieren Marktteilnehmer.

Die anderen zyklischen Werte tendieren uneinheitlich. Während Aryzta (-0,4%), ABB (-0,6%) und LafargeHolcim (-0,1%) mit Abschlägen notieren, gehen Sika (+1,4%), Schindler (+1,0%) und Sonova (+0,7%) höher um. Letztere erholen sich etwas von den Abgaben am Vortag; nach schwachen Halbjahreszahlen hatten die Papiere zwischenzeitlich fast 10% nachgegeben, die Verluste zum Schluss allerdings klar eingegrenzt.

News gab es zudem von Dufry (+0,4%). Der Reisedetailhändler hat die Ausschreibung für Geschäfte an acht schwedischen Flughäfen gewonnen.

Im breiten Markt richten sich die Augen auf den Immobilienkonzern PSP (-0,2%), der Drittquartalszahlen gezeigt hat. Diese sind im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Beim Flughafen Zürich (+0,1%) hat sich das Passagieraufkommen im Oktober um 3,6% erhöht, was aber ebenfalls kaum eine Kursreaktion auslöst.

Deutlicher nach oben geht es mit Peach Property (+0,6%): das Immobilienunternehmen hat mit dem Kauf von über 1'100 Wohnungen in Bielefeld sein Portfolio erweitert. Der Bauausrüster Arbonia (+0,9%) ist den umgekehrten Weg gegangen und hat die Condecta-Gruppe an die Beteiligungsgesellschaft Paragon Partners verkauft.

ra/uh

(AWP)