Aktien Schweiz Eröffnung: Etwas höher, aber insgesamt zurückhaltendes Geschäft

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Donnerstag im frühen Geschäft entgegen den vorbörslichen Indikationen freundlich. Die Ausschläge der einzelnen Titel sind allerdings nach den negativen Vorgaben aus den USA und Japan sehr moderat. Von einer grundsätzlich verbesserten Stimmung wollte denn ein Marktteilnehmer auch nicht sprechen, sondern vielmehr von einer abwartenden Haltung im Vorfeld neuer Konjunkturdaten aus den USA und dem Notenbanktreffen in Jackson Hole.
24.08.2017 10:17

Denn am Nachmittag stehen neue Daten zum Arbeits- und zum Häusermarkt in den USA zur Publikation an. Der Fokus ist aber klar auf das erwähnte jährliche Treffen der Notenbanker gerichtet, welches am Berichtstag beginnt und bis am Sonntag dauert. Dabei erhoffen sich die Marktakteure von den Chefs der EZB und der US-Notenbank, also von Mario Draghi und Janet Yellen, zumindest Hinweise auf die weitere Geldpolitik. Auch wenn aus Kreisen der EZB bereits kolportiert wurde, dass die Bühne in den Rocky Mountains nicht dazu genutzt werde, die Finanzmärkte auf den Ausstieg aus der ultra-lockeren Geldpolitik vorzubereiten, hält sich doch der Glaube an gewisse Andeutungen.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,15% höher bei 8'972,09 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, zieht um 0,17% auf 1'431,59 Punkte an und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,10% auf 10'229,22 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 17 im Plus, 8 im Minus und 5 unverändert.

Die grössten Gewinn verzeichnen in der Startphase Givaudan (+1,1%) und Sonova (+1,0%), auf dem dritten Platz folgen Lonza (+0,8%).

Letztere erhalten von einer Aufstufung auf "Buy" durch die UBS Rückenwind, welche gleichzeitig das Kursziel aus Bewertungsgründen auf 265 CHF markant angehoben hat. Mit der Wiederaufnahme der Abdeckung bringt die UBS die Ansicht zum Ausdruck, dass der Markt das gemeinsame langfristige Margen-Potenzial Lonza und der akquirierten Capsugel unterschätze. Unter anderem die zweistelligen Wachstumsraten, der Margenzuwachs von Capsugel, Synergien und ein sich verbessernder Mix dürften zum Ende des Jahrzehnts zu einem Free Cashflow-Potenzial von 1 Mrd CHF führen, heisst es dazu.

Dahinter ziehen noch Richemont (+0,5%) und ABB (+0,7%) leicht überdurchschnittlich an. Zu ABB sind die schon länger kursierenden Spekulationen um ein Interesse an der Sparte Industrial Solutions von GE wieder aufgefrischt worden, was der Konzern wie üblich nicht kommentiert.

Mit einem Plus von jeweils 0,1% zeigen sich die Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche wenig verändert. Novartis hat für das Krebsmittel Kisqali eine Zulassung in der EU für eine bestimmte Form von Brustkrebs erhalten, dies nach einer positiven Empfehlung von Ende Juni. Und bei Roche hat die FDA für das Blutermedikament Emicizumab den Status Priority Review erteilt. Diesen Nachrichten wird in Marktkreisen allerdings nicht allzu viel Kurspotential beigemessen.

Sika (+0,1%) fallen nach einer kleineren Akquisition in der Türkei ebenfalls nicht gross auf. Am meisten unter Druck stehen derzeit Aryzta (-0,8%), Vifor (-0,4%) und Bâloise (-0,3%).

Im breiten Markt fallen nach Zahlen vor allem Sunrise mit einem starken Anstieg um 6,0% auf. Das Telekomunternehmen hat mit den Zahlen zum zweiten Quartal mit Blick auf den Umsatz eine Punktlandung hingelegt, die Gewinn-Erwartungen aber klar übertroffen. Die Prognose für den EBITDA wurde dabei gleichzeitig erhöht. Entsprechend wohlwollend sind denn auch die ersten Analysten-Kommentare.

Demgegenüber brechen Implenia nach Zahlen um knapp 10% ein. Die am Morgen vorgelegten Zahlen lagen insgesamt deutlich hinter den Erwartungen zurück und die vorgenommenen Wertanpassungen und nicht zuletzt auch die Prognosesenkung sorgen für Enttäuschung.

Jeweils nach Zahlen werden auch Komax (-3,8%), SPS (-0,3%), VAT (-0,6%) und Thurgauer KB (-0,1%) tiefer gehandelt, während LLB (+0,8%) und Warteck Invest (+1,0%) anziehen.

Myriad (-6,7%) hat die bereits geäusserte Absicht, sich unter Umständen von der SIX Swiss Exchange dekotieren zu lassen, bekräftigt. Ein Entscheid soll noch in diesem Jahr fallen. Am heutigen Donnerstag findet eine ausserordentliche GV zu einer geplanten Kapitalerhöhung statt.

cf/ra

(AWP)