Aktien Schweiz Eröffnung: Etwas schwächer - Ruhiger Wochenausklang erwartet

Der Schweizer Aktienmarkt hat den letzten Tag der verkürzten Handelswoche mit leichten Verlusten gestartet. Nach die SIX am Vortag wegen des Feiertags geschlossen war, steht jedoch ein ruhiger Wochenausklang bevor. Die Vorgaben aus den USA waren zwar leicht positiv, die Börsen in Asien präsentierten sich aber uneinheitlich. Und die Stimmung ist an den europäischen Aktienmärkten auch durch den erneuten Rutsch der Ölpreise etwas gedämpft.
26.05.2017 10:15

Die Rohöl-Notierungen waren bereits am Vortag auf Talfahrt gegangen, nachdem die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) mit dem Ausmass der fortgesetzten Förderbegrenzung enttäuscht hatte. Hinzu kamen am Freitag durchwachsene Konjunkturdaten aus Japan. Dort bleibt der Preisauftrieb trotz einer leichten Besserung in den vergangenen Monaten schwach. Im Tagesverlauf richten sich die Blicke noch auf Daten zum Wirtschaftswachstum der USA sowie die von der Uni Michigan ermittelte Konsumlaune.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,12% tiefer bei 9'024,47 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,14% auf 1'423,02 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,04% auf 10'265,09. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 16 im Minus, zehn im Plus und vier unverändert.

Die Ausschläge unter den Blue Chips halten sich in Grenzen. Swatch (-1,8% oder -6,80 CHF) stechen etwas heraus. Die Uhrentitel werden allerdings ex-Dividende in der Höhe von 6,75 CHF je Inhaberaktie gehandelt. Je Namenaktie (-2,2% oder -1,65 CHF) werden 1,35 CHF ausgeschüttet.

Auch für Dufry (-1,3%) geht es weiter runter. Daraufhin folgen Clariant (-0,8%) in der Liste der Verlierer. Für Verunsicherung sorgt beim Chemiekonzern die geplante Fusion mit dem US-Unternehmen Huntsman. Die Anfang der Woche mit der Ankündigung erzielten Kursgewinne waren bis Mittwochabend bereits so gut wie abgeschmolzen. Analysten warfen zuletzt die Frage auf, ob sich Clariant mit diesem Schritt vor einer feindlichen Übernahme schützen wolle. Die geschäftlichen Berührungspunkte seien für einen Merger jedenfalls eher gering, hiess es vielerorts.

Am Mittwochnachmittag änderte noch S&P den Rating-Ausblick für Clariant auf "developing": Erst wenn es mehr Details zum zusammengeschlossen Unternehmen gibt, soll entschieden werden, ob das Rating erhöht, gesenkt oder bestätigt wird. Zuvor hatte Moody's bereits den Ausblick von "negativ" auf "developing" angehoben. Hier wird angenommen, dass die Fusion einen positiven Einfluss auf die Kreditkennzahlen von Clariant haben werde.

Klar schwächer tendieren aktuell zudem ABB und Partners Group (je -0,6%).

Auch Credit Suisse (-0,5% auf 13,48 CHF) gehören zu den Verlierern, nachdem S&P die Verkaufsempfehlung für die Bankenwerte bestätigt und das Kursziel auf 13,51 CHF von zuvor 14,00 CHF senkt. Nach der Ausgabe von knapp 73 Mio Aktien (3,5% des aktuellen Aktienkapitals) - im Rahmen der Wahldividende für 2016 - nimmt der zuständige Analyst die EPS-Schätzungen für 2017 und 2018 zurück.

Die Schwergewichte tendieren indes uneinheitlich: Während Nestlé (-0,5%) den SMI belasten, legen Novartis (+0,3%) und Roche (+0,1%) moderat zu.

Von Syngenta (-0,9%), die im Zuge der Übernahme durch ChemChina mittlerweile nicht mehr im SMI vertreten sind, hält das chinesische Unternehmen nun laut vorläufigem Ergebnis - nach der Nachfrist - rund 92,2%. Dass Syngenta definitiv in die Hände der Chinesen kommt, stand allerdings bereits zum Ende der Hauptangebotsfrist Anfang Mai fest.

Am breiten Markt verzeichnen Von Roll (+4,2% oder +0,06 CHF) Gewinne, nachdem der Verkauf der US-Tochter Von Roll Austral verkündet wurde, ein Hersteller von Produkten aus Draht. Mit der Trennung von dieser "Randaktivität" setze man die im vergangenen Jahr begonnene Fokussierung auf Kernbereiche fort, heisst es.

Zudem erholen sich Ypsomed (+4,7%) ein wenig vom Minus von fast 10% am Mittwoch. Es war nach der Zahlenvorlage zum Geschäftsjahr 2016/17 zu Gewinnmitnahmen gekommen.

Verlierer aus der zweiten Reihe sind dagegen unter anderem Leonteq (-1,3%), SHL (-1,5%) und Lifewatch (-1,1%). Letztere hatten vorm Feiertag allerdings - nach der Nachbesserung des Übernahmeangebots durch Biotelemetry - mehr als 5% zugelegt.

ys/cp

(AWP)