Aktien Schweiz Eröffnung: Fest auf breiter Front

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag schwungvoll gestartet. Schub geben vor allem die beiden Pharmaschwergewichte Roche und Novartis. Doch auch europaweit zeigt sich ein positives Bild. Nach der zuletzt enttäuschenden Entwicklung an den Aktienmärkten würden sich Investoren nun wieder zuversichtlicher zeigen, hiess es im Handel. Jüngst hatten geopolitische Spannungen rund um Nordkorea und die politischen Querelen im Weissen Haus in Washington die Stimmung arg belastet.
22.08.2017 10:15

Hierzulande schreitet die Berichtssaison voran, sie verlagert sich allerdings auf den breiten Markt. Unter Beobachtung stehen im Segment der Blue Chips die Aktien von Swatch und Richemont nach den Uhrenexportdaten. Mangels Konjunkturdaten richtet sich der Blick der Investoren bereits auf die am Donnerstag beginnende Notenbankkonferenz in Jackson Hole. Hauptthema dürfte dort die hartnäckig niedrige Inflation sein. Denn trotz der Anstrengungen der Zentralbanken und Fortschritte bei der Konjunkturerholung und der Arbeitslage kam es aber bisher zu keinem nennenswerten Inflationsanstieg.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 09.30 Uhr 0,76% auf 8'951,45 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt ebenfalls 0,76% auf 1'428,67 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,73% auf 10'206,49 zu. Die 30 wichtigsten Titel stehen alle im Plus.

In einem nachrichtenarmen Umfeld legen Lonza mit +1,9% im frühen Handel am stärksten zu. Unter den SLI-Werten ist die Chemieaktie mit einer Performance von über 40% im bisherigen Jahresverlauf der Top-Wert. Mit Clariant (+1,2%) und Sika (+1,1%) stehen am Berichtstag weitere chemienahe Valoren auf den Einkaufszetteln.

Ganz vorne mit dabei sind auch die eher zyklischen Sonova (+1,4%) sowie die Aktien des Sanitärtechnikers Geberit (+1,1%). Der Titel hatte bereits zum Wochenbeginn relativ stark zugelegt, nachdem er in der Vorwoche nach einer Zahlenenttäuschung zurückgefallen war. Angeschoben wird der Gesamtmarkt vor allem aber von den schwerkapitalisierten Pharmawerten Roche (+1,0%) und Novartis (+0,8%).

Richemont (+1,0%) und Swatch (+0,5%) legen in unterschiedlichem Tempo zu. Die Schweizer Uhrenexporte haben sich im Juli weiter erholt, wenn auch das Wachstumstempo etwas hinter den letzten beiden Monaten zurückgeblieben ist. Beide Titel haben sich im bisherigen Jahresverlauf deutlich besser als der Gesamtmarkt entwickelt. Anleger würden auf eine anhaltende Erholung bei den Uhrenverkäufen spekulieren, hiess es dazu im Handel, die positiven Daten dürften damit weitestgehend bereits eingepreist sein.

Bei den Finanzwerten gewinnen Bâloise, Swiss Re und CS +0,8% am deutlichsten hinzu, während UBS (+0,4%) etwas zurückbleiben. Am Vortag gehörten die beiden Grossbankenwerte noch zu den grossen Verlierern, als das Segment europaweit unter Druck gestanden hatte.

Lindt&Sprüngli (+0,2%) legen nach der starken Entwicklung am Vortag (+3,4%) eine Verschnaufpause ein. Schub hatte den Valoren des Premium-Schokoladeherstellers eine Kaufempfehlung aus dem Hause UBS gegeben. Auch Kühne+Nagel (+0,2%) kommen nicht auf Touren. Am Markt ist von Umtäuschen in Panalpina (+2,8%) die Rede, wie es heisst.

Am breiten Markt sind Aktien diverser Titel nach der Zahlenvorlage im Blick, wobei Orior (+3,9%) oben aus schwingen. Der Nahrungsmittelhersteller hat im ersten Semester dank einer Akquisition mehr umgesetzt und dabei den Gewinn stärker als von Analysten erwartet gesteigert.

Auch die Titel der VP Bank (+1,9%), sowie jene von Bossard (+1,7%) und der Luzerner KB (+0,8%) schneiden nach Zahlen gut ab, während es für Schlatter (-1,8%) und insbesondere für Huber+Suhner (-6,7%) nach unten geht. Das in der elektrischen und optischen Verbindungstechnik aktive Unternehmen hat zwar beim Umsatz kräftig zugelegt, auf der Ergebnisseite wurden die Schätzungen allerdings recht deutlich verfehlt.

Avancen sind unter anderem noch in Straumann (+2,1%) auszumachen, wobei hier der Grund in positiven Analystenkommentaren nach der Zahlenvorlage in der Vorwoche und der Bekanntgabe einer Übernahme liegen dürfte. Kepler Cheuvreux etwa hat das Rating auf "Hold" erhöht.

cp/ra

(AWP)