Aktien Schweiz Eröffnung: Fest - Lonza nach Zahlen mit starken Avancen

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch mit festeren Kursen in die Sitzung gestartet. Damit schloss er an die Erholung vom Dienstag an. Während die Vorgaben aus Übersee wenig berauschend sind, senden Halbjahresresultate einheimischer Unternehmen, die mehrheitlich über den Erwartungen lagen, positive Signale aus. Insbesondere Lonza vermögen dabei zu glänzen und stechen mit überdurchschnittlichen Kursavancen hervor. Eine grosse Stütze sind daneben die schwergewichtigen Novartis, die von einem positiven Analystenkommentar profitieren.
26.07.2017 10:15

Im Verlauf des Tages dürfte auch die US-Notenbank wieder zu einem grösseren Thema werden, weil diese am Mittwochabend ihren Zinsentscheid veröffentlichen wird. Erwartet wird, nachdem die jüngsten US-Konjunkturdaten nicht überzeugen konnten und auch die Inflation an Schwung verloren hat, dass die Federal Reserve eher vorsichtig bleiben und die Zinsen erst im Dezember erhöhen wird.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,58% höher bei 8'989,35 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,54% auf 1'430,55 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,51% auf 10'220,15 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 23 Plus, fünf im Minus und zwei unverändert.

Einen starken Start legten Lonza hin, die mit Avancen von 6,2% die Rangliste der Kursgewinner mit deutlichem Abstand anführen. Der Lifesciencekonzern zeigte im ersten Semester nicht nur ein über den Erwartungen liegendes Wachstum, sondern erhöhte auch seine Ziele bis 2022. Die ersten Analystenkommentare fallen denn auch durch die Bank positiv aus. So heisst es etwa beim Jefferies-Analysten Peter Welford, er sei beeindruckt von den Fortschritten im Bereich Pharma & Biotech. Ins selbe Horn bläst sein Berufskollege Philipp Gamper von der Zürcher Kantonalbank. Er schreibt von einem "starken Halbjahresergebnis deutlich über den Erwartungen".

Zu den wenigen Verlieren zählen dagegen LafargeHolcim (-1,2%). Der weltgrösste Zementhersteller ist im zweiten Quartal organisch etwas weniger stark gewachsen als von den Analysten erhofft. Mit der Entwicklung des Betriebsgewinns hat er dagegen die Prognosen gut getroffen. Verschiedene Marktteilnehmer hatten sich vom Abschluss etwas mehr erhofft und nehmen nun Gewinne mit.

Grösste Verlierer sind Julius Bär mit -1,3%, die nach den positiv aufgenommenen Zahlen vom Montag allerdings stark angezogen hatten.

Eine grossen Stütze sind Novartis (+1,3%). Der Pharmakonzern steht neu in der Gunst von Morgan Stanley. Die Analysten des US-Brokers heben das Kursziel für die Valoren an und erhöhen gleichzeitig das Anlagerating auf "Overweight" von "Equal Weight".

Gesucht sind vor allem auch Zykliker wie Sika (+0,8%) und Kühne+Nagel (+0,9%). Der Logistiker hat sich mit dem Nahrungsmittelkonzern Nestlé (Aktie +0,7) auf eine intensive Zusammenarbeit in den Niederlanden verständigt. Ab 2018 ist Kühne+Nagel während fünf Jahre für die Lagerung, den Transport und Auslieferung aller Produkte von Nestlé Netherlands zuständig. Stärker nachgefragt werden noch die volatilen Aryzta (+1,2%).

Im breiten Markt stehen nach Zahlen verschiedene Unternehmen wie Calida, EFG International, Inficon und Valora im Zentrum des Interesses. Dabei stechen Inficon mit heftigen einem Kursabschlag von 4,6% heraus. Das Semesterergebnis fiel zwar ausserordentlich stark aus, dies wurde aber mit einer Umsatzvorabmeldung vor gut zwei Wochen schon angekündigt. Die Aktie leidet nach einer starken Entwicklung über die vergangenen zwölf Börsentage unter Gewinnmitnahmen.

Auf der Gegenseite glänzen EFG International mit einem Plus von 4,3% gefolgt von Tornos (+4,2%). Die Bank vermochte trotz Integrationskosten einen nur leicht unter dem Vorjahreswert liegenden Gewinn zu erzielen. Damit wurden die Markterwartungen übertroffen. Dem Drehmaschinenhersteller Tornos gelang die Rückkehr in die schwarzen Zahlen.

Calida legen 0,4% zu. Der Unterwäschehersteller verdiente im ersten Semester mehr trotz eines leicht tieferen Umsatzes und übertraf mit dem Gewinn die Markterwartungen. Über den Prognosen lag auch der Gewinn von Valora (+1,4%) und der Ventilhersteller VAT (+2,1%) hat aufgrund des gestiegenen Auftragseingangs die Umsatzerwartung für 2017 nach oben angepasst

sig/cp

(AWP)