Aktien Schweiz Eröffnung: Fester - Nestlé-Erholung treibt den SMI an

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag mit starker Unterstützung des Schwergewichts Nestlé fester in den Handel gestartet. Zudem präsentieren sich die Vorgaben aus den USA und Asien in einem insgesamt ruhigen Geschäft stabil. Dabei hätten sich die wichtigsten Indizes an der Wall Street nach einigen Schwankungen im frühen Handel erholt und am Ende nur mit leichten Verlusten abgeschlossen, heisst es am Markt. Am heutigen "Hexensabbat", dem "grossen Verfall" von Futures und Optionen auf Indizes und Aktien zum Ende eines Quartals hin, ist derweil mit Kursschwankungen zu rechnen.
16.06.2017 10:15

Die allgemeine Stimmung an den Finanzmärkten wird von Händler als "ruhig" und "freundlich" bezeichnet. Auf die Krise im Weissen Haus habe es bisher fast keine Reaktion an der Börse gegeben. Etwas Unbehagen bereite allenfalls der jüngste Absturz der Technologiewerte. Allerdings müsse man diesbezüglich in Betracht ziehen, dass der Technologieindex Nasdaq seit Anfang des Jahres um rund 17% gestiegen sei, so der Kommentar eines Händlers weiter. Derweil habe die Freigabe neuer Finanzmittel für Athen keine grössere Bewegungen ausgelöst. Am Nachmittag warten die Anleger noch auf Daten aus den USA zum Häusermarkt und zur Konsumentenstimmung.

Der Swiss Market Index (SMI) zieht bis um 09.30 Uhr um 0,90% auf 8'932,54 Punkte an und liegt somit im Vergleich zu Ende letzter Woche mit knapp 1% im Plus. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt aktuell 0,74% auf 1'411,56 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,84% auf 10'171,24 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen bis auf Givaudan (-0,4%) und Aryzta (-0,1%) alle im Plus.

An der Spitze der Blue Chips liegen Nestlé, die sich um 1,7% verteuern und so den Gesamtmarkt in die Höhe treiben. Damit setzen die Titel des Nahrungsmittelkonzerns nach den Verlusten der vergangenen Tage nun zu einer Kurserholung an. Nestlé hat am Vorabend angekündigt, dass für das US-Süsswarengeschäft verschiedene Optionen geprüft werden. Die Meldung kommt bei Analysten gut an, auch wenn damit gerechnet werden konnte und mit dem Bereich nur rund 1% des Gruppenumsatzes erzielt wird.

Fester tendieren auch die weiteren Schwergewichte Novartis (+0,7%) und Roche (+0,6%). Bei Novartis hat die Tochter Sandoz in den USA einen Zulassungserfolg bei der Lancierung eines Generikums zum Inhalator Advair Diskus von Glaxo verbucht. Mit dem angenommenen Antrag sei Sandoz zurück im Rennen um den Generika-Platz von Advair, so ein Analyst.

Die defensiven Titel des Telekomkonzerns Swisscom klettern um 1,3% in die Höhe. Jefferies empfiehlt die Papiere im Rahmen einer Branchenstudie neu zum "Kauf" und hat das Kursziel deutlich angehoben. Die Analysten glauben, dass die stärkere Konkurrenz auf dem Schweizer Telekommarkt in die Markterwartungen mit eingeflossen sind, dabei aber die Risiken durch Salt wohl etwas übertrieben bewertet werden. Zudem profitiere Swisscom von einem überzeugenden Sparprogramm. Die Einschätzung für Sunrise hat Jefferies dagegen auf "Hold" von "Buy" gesenkt und so verlieren die Titel am breiten Markt 2,0%.

Auch Zykliker wie Richemont (+1,5%), Dufry (+1,3%) oder Adecco (+1,2%) werden gut nachgefragt. Während Richemont mit einer Kurszielerhöhung von Morgan Stanley anziehen, können LafargeHolcim (+0,5%) kaum von der Ratingerhöhung des S&P-Aktienresearchs profitieren.

Am (heutigen) Freitag werden zudem erstmals die Titel der nun eigenständigen Idorsia am Schweizer Markt gehandelt. Die Titel eröffneten mit 10 CHF und sind in der ersten halben Stunde auf 11,50 CHF geklettert. Bei Idorsia handelt es sich um den abgespaltenen Forschungs- und Entwicklungsteil der Allschwiler Actelion (+1,7%), die vom US-Konzern Johnson&Johnson übernommen worden ist. Das Unternehmen wird vom ehemaligen Actelion-CEO und -Mitgründer Jean-Paul Clozel geleitet.

Fester tendieren am breiten Markt etwa auch Autoneum (+1,3%). Die Titel des Autozulieferers dürften von guten Daten zum europäischen Automarkt profitieren. Noch nicht gehandelt wurden die Papiere von Elma. Die im Bereich von Gehäusesystemen für die Elektronik tätige Gruppe rechnet im ersten Halbjahr dank gutem Auftragsvolumen mit einer deutlichen Gewinnsteigerung.

mk/ys

(AWP)