Aktien Schweiz Eröffnung: Freundlich mit gedrosseltem Tempo- CS im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt knüpft zur Wochenmitte zwar tendenziell an seinen bisher positiven Wochentrend an, das Tempo ist aber deutlich gedrosselt. Der Leitindex SMI pendelt nach einem festeren Start in einer engen Spanne um den Vortagesschluss. Neben den freundlichen Vorgaben aus Übersee und Hoffnungen auf eine Steuerreform in den USA gilt das Hauptaugenmerk hierzulande der Credit Suisse nach Zahlen und einem strategischen Richtungswechsel.
26.04.2017 10:15

Nachdem zum Wochenstart noch der Ausgang der ersten Runde bei den französischen Präsidentschaftswahlen die treibende Kraft war, rücken nun Themen wie Steuerreformen in den USA und die EZB-Sitzung vom morgigen Donnerstag verstärkt in den Fokus. Am Markt wird eine Ankündigung von US-Präsident Donald Trump erwartet, wonach er Pläne zu einer Senkung des Unternehmenssteuersatzes von derzeit knapp 40% auf 15% darlegen könnte. Gleichzeitig warnen aber bereits erste Stimmen vor Enttäuschungen bei der Umsetzung der Pläne.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,07% höher bei 8'781,26 Punkten. In den ersten Minuten war er bis auf 8'791 Punkte und damit ein neues jahreshoch gestiegen. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,23% auf 1'406,34 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,09% auf 9'919,80 Punkte. Am Devisenmarkt kann der Euro seine Gewinne gegenüber dem Franken verteidigen und steht mit aktuell 1,0858 CHF so hoch wie zuletzt im Oktober.

Das Hauptaugenmerk der Investoren gilt hierzulande der Credit Suisse (+2,4%). Die Grossbank hat ihre ursprünglichen Pläne zur weiteren Stärkung der Kapitalbasis geändert und plant nun eine Kapitalerhöhung statt des partiellen IPO's der Swiss Universal Bank. Die gleichzeitig vorgelegten Zahlen zum ersten Quartal stossen bei Analysten überwiegend auf ein freundliches Echo.

Im Windschatten der CS-Kursgewinne folgen die Aktien von UBS (+0,7%) und Julius Bär (+0,5%) mit einigem Abstand.

Deutlicher aufwärts geht es auch für die Aktien der beiden Uhrenhersteller Swatch (+2,2%) und Richemont (+1,0%). Während bei Swatch eine Kaufempfehlung der UBS stützt, profitieren Richemont von angehobenen Kurszielen der UBS und der Deutschen Bank. Unter dem Strich zeigen sich die Analysten zuversichtlicher für den Uhrenmarkt, dem das allgemein anziehende Wirtschaftsumfeld helfen sollte.

Darüber hinaus zählen erneut die Aktien des Lifescience-Unternehmens Lonza (+1,1%) zu den gefragtesten Werten. Sie hatten bereits am Dienstag nach Zahlen zu den Spitzenwerten gehört.

Für die Papiere des Reisedetailhändler Dufry (+0,8%) geht es aufwärts, nachdem bekannt wurde, dass die chinesische HNA Group ein neuer Grossaktionär der Gruppe ist und einen Anteil von 16,79% der Dufry-Aktien erworben hat.

Als Belastungsfaktor erweisen sich die moderaten Kursverluste der drei Schwergewichte Roche (-0,4%), Nestlé (-0,2%) und Novartis (-0,1%). Dabei hatten Novartis am Vortag nach Zahlen noch zu den Favoriten gehört. Roche wiederum wird am morgigen Donnerstag über das erste Quartal berichten.

Deutlicher im Minus notieren nur noch die Anteilsscheine von Schindler und Sonova (beide -0,7%).

Derweil zünden im breiten Markt die Anteilsscheine von Logitech ein kleines Kursfeuerwerk mit einem Kurssprung um 8,4%. Der Hersteller von Computerzubehör und Unterhaltungselektronik hat mit seinen Zahlen für das Geschäftsjahr 2016/17 besser als erwartet abgeschnitten.

Das Biotechunternehmen Kuros (+1,4%) verzeichnet nach Jahreszahlen ebenfalls Gewinne und auch die Immobiliengesellschaft Varia US Properties zieht nach Zahlen zum verlängerten Geschäftsjahr 2016 (Ende September 2015 bis Ende Dezember 2016) um 0,8% an.

hr/cf

(AWP)