Aktien Schweiz Eröffnung: Freundlich - Nestlé-Dividendenabgang belastet SMI

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag insgesamt freundlich in die verkürzte Handelswoche gestartet. Der Leitindex SMI wird zwar von der Dividendenzahlung des Schwergewichts Nestlé belastet, der Performance-Index SPI legt aber gut zu. Gesucht werden in einem an Impulsen armen Geschäft Finanzaktien und Zykliker, während auch die Pharmatitel von Novartis und Roche gut zulegen können. Im Verlauf des Tages stehen keine wichtigen Konjunkturdaten auf dem Programm, die dem Handel eine Richtung vorgeben könnten.
10.04.2017 10:15

Die Lage an den Aktienbörsen bleibe angesichts der politischen Entwicklungen von Vorsicht geprägt, meinen Händler. Noch sei unklar, inwiefern der US-Luftschlag gegen das syrische Regime die Beziehungen mit Russland belaste, und auch die Drohkulisse in Nordkorea sei wieder auf den Radarschirmen der Anleger aufgetaucht. Demgegenüber wird den etwas schwächer als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag wenig Bedeutung zugemessen. Dies werde wohl eher den Witterungseffekten zugeschrieben und nicht als eine Trend-Schwäche gesehen, heisst es weiter.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 09.30 Uhr 0,28% auf 8'616,34 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt dagegen leicht um 0,07% auf 1'373,11 und der breite Swiss Performance Index (SPI) legt, da der Dividendenabgang von Nestlé hier nicht mitgerechnet wird, gar um 0,37% auf 9'674,81 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 17 im Plus, 10 im Minus sowie drei (Dufry, Givaudan und SGS) unverändert.

Die Nestlé-Titel büssen im frühen Geschäft 1,75 CHF oder 2,3% auf 75,05 CHF ein, was klar weniger ist als der Dividendenabgang in Höhe von 2,30 CHF je Titel. In Indexpunkten ausgedrückt belasten die Nestlé-Einbussen den SMI mit rund 45 Stellen. Ebenfalls unter Abgabedruck stehen am Montag ohne News Titel wie Aryzta (-0,4%), Geberit oder Adecco (je -0,3%).

Auf der Gegenseite stützen die Pharmaschwergewichte Novartis (+0,4%) und Roche (+0,3%) den Gesamtmarkt. Roche hat am Berichtstag Daten zum ALK-Inhibitor Alecensa gegen Lungenkrebs vorgelegt, die laut ZKB "leicht positiv" zu werten sind. Das Mittel hat die für die Phase-III-Studie ALEX gesetzten Ziele erreicht und sich gegenüber der Behandlung mit Crizotinib von Pfizer als überlegen erwiesen. Zudem hat Jefferies das Kursziel für den Genussschein leicht angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt.

Am deutlichsten legen Sika (+1,1%) an Wert zu. Der Bauchemiekonzern wird am (morgigen) Dienstag Umsatzzahlen zum ersten Quartal vorlegen. Bei Sika gab über das Wochenende auch der Streit um den Verkauf der Kontrollmehrheit an den französischen Konzern Saint-Gobain zu reden. Nachdem die "SonntagsZeitung" über mögliche Zweifel an dem Deal auf Seiten der Sika-Gründerfamilie Burkard berichtet hatte, folgte diese umgehend mit einer offiziellen Stellungnahme, in der sie derlei Überlegungen von sich wies.

Gesucht werden zudem Finanztitel wie jene der CS (+0,9%), der Swiss Life, von Swiss Re oder der UBS (alle +0,8%). Ausserdem gewinnen Galenica 0,6% und die aus der Aufspaltung der Gruppe vom Freitag im SPI neu kotierte Galenica Santé weitere 0,2%. Der Börsengang des Apothekenbetreibers und Medikamentenhändlers darf als Erfolg gewertet werden. Am Freitag schlossen die Papiere gegenüber dem Ausgabepreis mit 10% im Plus.

Im breiten Markt hat sich das Telemedizinunternehmen LifeWatch gegen das Übernahmeangebot der Klinik- und Hotelbetreiberin Aevis Victoria entschieden und sich mit BioTelemetry auf eine Übernahme geeinigt. Das US-Unternehmen bietet je LifeWatch-Aktie insgesamt 14,00 CHF in bar und eigenen Aktien, und so klettert die LifeWatch-Aktie um 7,8% auf 13,20 CHF in die Höhe. Nun bleibt abzuwarten, ob Aevis (Aktie: 2,6%) seine bereits laufende Konkurrenzofferte eröht.

Weiter legten die Elektrotechnik-Gruppe Burkhalter (-0,9%) und der Energiekonzern Romande Energie (+1,5%) Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 vor. Burkhalter gelang es, die Marge bei einem leicht gestiegenen Umsatz zu verbessern. Analysten hatten allerdings noch besser Zahlen erwartet. Romande Energie bezahlt mehr Dividende, nachdem die Gruppe wieder deutlich mehr Gewinn erzielen konnte. Gut werden an der Börse die Quartalszahlen von Bossard (+1,6%) aufgenommen.

Sulzer (-3,2% bzw -3,40 CHF) verlieren unter dem Eindruck des Dividendenabgangs deutlich an Wert. Die Sulzer-Aktionäre kommen in den Genuss einer Dividende von 3,50 CHF je Titel. Grössere Abgaben sind indessen bei Ci Com (-7,5%) nach Zahlen zu sehen.

mk/uh

(AWP)