Aktien Schweiz Eröffnung: Freundlicher Wochenstart - Entspannung in Nordkorea

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag mit festeren Kursen in die neue Woche gestartet und setzt so den Aufwärtstrend aus der zweiten Hälfte der vergangenen Woche fort. Unterstützung erhalten die europäischen Märkte aus Asien, wo die wichtigsten Börsen zulegten. Händler sprechen von einer Beruhigung auf der koreanischen Halbinsel, nachdem Nordkorea keine weiteren Raketen getestet hat. Gleichzeitig scheint sich der Hurrikan "Irma", der aktuell im US-Bundesstaat Florida wütet, abzuschwächen. Zudem erhole sich der US-Dollar und die Risikobereitschaft der Anleger nehme zu, so ein Händler.
11.09.2017 10:15

"Dass Nordkorea am Wochenende des Nationalfeiertages keinen neuen Raketentest durchgeführt hat, beruhigt die zuletzt strapazierten Nerven der Anleger", schreibt ein Händler. Damit dürfte der Konfliktherd an den weltweiten Finanzmärkten zunächst einmal in den Hintergrund treten. Gleichzeitig blicken die Anleger nach Florida, wo "Irma" mit heftigen Windböen und starkem Regen über das Land zieht. Noch ist unklar, wie gross die Schäden ausfallen werden, doch sprechen Marktbeobachter davon, dass die schlimmsten Erwartungen nicht eingetroffen seien. Der Sturm hat sich deutlich auf Stufe 1 abgeschwächt.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 09.30 Uhr 0,48% auf 8'954,73 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt gar um 0,86% auf 1'433,86 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,51% auf 10'226,85 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln liegen 27 im Plus, Roche sowie Lindt&Sprüngli im Minus und Givaudan notieren unverändert.

Bei den Blue Chips geht es vor allem für die Aktien des Rückversicherers Swiss Re um 4,0% stark nach oben. In den Wochen zuvor standen die Titel mit Blick auf die drohenden Unwetter im Süden der USA unter Druck. Der Rückversicherer und auch Konkurrenten wie Munich Re zeigen sich am derzeit laufenden Branchentreffen in Monte Carlo zuversichtlich, dass sich die in den vergangenen Jahren stets gesunkenen Preise stabilisieren werden. Grund dafür sind die jüngst zunehmenden Hurrikan-Katastrophen in den USA.

Gleichzeitig schwächt sich der Hurrikan "Irma" spürbar ab, was die Versicherer entlastet. Davon profitieren auch die Papiere der Zurich Insurance Group, die sich um 2,0% verteuern. Swiss Life (+2,0%), Credit Suisse (+1,6%) und UBS (+1,3%) runden das freundliche Bild im Finanzsektor ab.

Im Fokus stehen mit News aus Fachtagungen und den dort präsentierten Studien auch die Pharmawerte Novartis (+0,3%) und Roche (-1,2%). Den Roche-Genussschein macht das Verfehlen primärer Endpunkte mit dem Medikament Zelobraf zur Behandlung von Mutations-positivem Melanom und dem Prüfmedikament Lampalizumab gegen geografische Atrophie (GA) zu schaffen. Derweil hat Novartis etwa neue Daten zur Wirksamkeit des Augenheilmittels Lucentis vorgestellt. Und die Kombinationstherapie von Tafinlar und Mekinist zeigte bei der Behandlung von mutations-positivem Melanom gegenüber Placebo ein reduziertes Rückfallrisiko.

Das dritte Schwergewicht Nestlé gewinnt 0,4%. Der Nahrungsmittelkonzern prüft laut einer Reuters-Meldung offenbar den Zukauf des Geschäfts mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten (OTC) von Merck. Laut Analysten von Morgan Stanley soll dieses Geschäft schätzungsweise 4,5 Mrd USD wert sein. Allerdings ist Nestlé nicht der einzige Interessent an der zum Verkauf stehenden Sparte.

Einen guten Wochenstart legen auch Zykliker wie Lonza (+1,4%), Adecco (+1,0%) oder Sonova (+1,1%) hin. SGS klettern dank der Ratingerhöhung durch die CS auf "Outperform" um 1,4% in die Höhe. Die Analysten rechnen mit einer sich verbessernden operativen Marge.

Am breiten Markt rücken Evolva um 4,8% vor. Evolva berichtete über einen Vertrag mit der US-Regierung im Bereich Insektenschutz. Das Unternehmen hat mit der US-Regierung einen Vertrag im Volumen von 8,35 Mio USD unterzeichnet, um Nootkatone als Insektizid zum Schutz gegen durch Stechmücken übertragene Krankheiten wie Zika zu entwickeln.

Santhera liegen mit 2,2% im Plus. In Grossbritannien sind erste Patienten mit Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) zur Behandlung mit dem Medikament Raxone in ein "Early Access to Medicines Scheme" (EAMS) aufgenommen worden.

Auf der Gegenseite büssen Myriad nach einer insgesamt guten Vorwoche 9,4% ein.

mk/ys

(AWP)