Aktien Schweiz Eröffnung: Gehalten bei wenigen Impulsen

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch knapp gehalten gestartet, nachdem die Vorgaben von den wichtigsten Überseebörsen wenig berauschend waren. Das hiesige Leitbarometer Swiss Market Index (SMI) hatte sich bereits in den vergangen Tagen per Saldo kaum von der Stelle gerührt, dabei aber gleichwohl ein neues Jahreshoch erklommen. Händler erhoffen sich von der nun anlaufenden Berichtssaison frischen Wind. Diesbezüglich herrscht zur Wochenmitte zwar noch Flaute. Doch wenn am Donnerstag mit Nestlé und Roche zwei Grosskonzerne zum Zahlenrapport antreten, dürfte dies den Markt durchaus in die eine oder andere Richtung bewegen.
18.10.2017 10:15

Die Erwartungen an die Unternehmensresultate seien nach dem jüngsten Aktienrally hoch, heisst es dazu. Bereits kleinere Enttäuschungen könnten daher Kursrücksetzer auslösen. Von der Makroebene sind im weiteren Handelsverlauf kaum Impulse zu erwarten, die Agenda ist diesbezüglich jedenfalls dünn. Von Interesse ist eine für den Vormittag geplante Rede des EZB-Präsidenten Mario Draghi zu Strukturreformen in der Eurozone sowie die am frühen Nachmittag (Schweizer Zeit) anstehenden Reden der beiden Fed-Mitglieder Dudley und Kaplan in New York. Mit Spannung wird zudem der Konjunkturbericht der US-Notenbank, das sogenannte Beige Book, am späten Abend erwartet.

Der SMI notiert gegen 09.30 Uhr 0,04% tiefer bei 9'265,69 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gibt ebenfalls 0,04% nach auf 1'489,52 Zähler, und der breite Swiss Performance Index (SPI) steht 0,02% tiefer bei 10'584,36. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 15 im Minus, elf im Plus und vier unverändert.

Eine relativ grosse Belastung sind die schwergewichtigen Roche, die um 0,2% nachgeben. Für die Pharma-Aktien hat die Citigroup das Rating auf "Neutral" gesenkt und die Titel zugleich von ihrer vielbeachteten "Focus"-Liste gestrichen. Die Fortschritte in der Immunonkologie hätten ihre 2015 gesetzten Erwartungen verfehlt und sie seien besorgt, dass der kurzfristige Einfluss von Biosimilars in der EU Roche stärker negativ beeinflussen könnte als vom Konsens erwartet, schreiben die Experten dazu.

Die grössten Verluste verzeichnen mit Abstand Dufry (-1,0%). Die Analysten von Kepler Cheuvreux erwarten für das dritte Quartal des Reisedetailhändlers höhere Konzessionsgebühren, was sich negativ auf die Gewinnentwicklung auswirke. Nennenswerte Abgaben sind noch in UBS (-0,4%), Swisscom und Swiss Life (je -0,3%) sowie Givaudan (-0,4%) zu sehen. Die Aktie des Aromen- und Riechstoffherstellers erreichte allerdings vor wenigen Tagen ein Allzeithoch.

Zu LafargeHolcim (-0,4%) merkt JPMorgan in einer Branchenstudie an, dass aufgrund der erwarteten Überkapazitäten und der aufkommenden Inflation die Margen in den meisten Schwellenländern unter Druck kommen dürften.

Knapp gehalten notieren Nestlé (-0,1%) am Tag vor dem Zahlenrapport. Zum dem Titel liegen keine kursrelevanten News vor. Er hatte sich seit Ende September relativ gut entwickelt.

Bei den Gewinnern haben derweil Lonza (+0,6%) die Nase vorn, nachdem die Aktie die beiden vergangenen Tage deutlich Federn gelassen hatte. Dies allerdings nach einem zuvor starken Lauf. Auch Kühne+Nagel (+0,5%) sind wieder im Aufwind. Eine leichte Zahlenenttäuschung zum Wochenbeginn hatte Gewinnmitnahmen in der vor wenigen Tagen auf Allzeithoch gestiegenen Aktie ausgelöst. Stärker gesucht sind auch Aryzta und Clariant (je +0,5%).

Etwas auffällig zeigen sich noch Adecco und Novartis, die um 0,3% bzw. 0,2% anziehen. Für Adecco hat HSBC das Kursziel erhöht und die Kaufempfehlung bekräftigt. Der Pharmakonzern Novartis vermeldete Langfristdaten für sein Medikament Revolade bei der Behandlung der Autoimmunkrankheit ITP, die von ZKB-Analyst Michael Nawrath als leicht positiv gewertet werden.

Im Blick stehen zudem erneut Credit Suisse (+0,1%) nach dem Einstieg des aktivistischen Investors Rudolf Bohli, der die Aufspaltung der Grossbank fordert. Gemäss einem Bericht der Financial Times will CS-Grossaktionär Harris Associates das Management der Bank dazu drängen, Forderungen genauer zu prüfen.

Am breiten Markt sind Valora (+0,9%) unter Beobachtung. Die Kapitalerhöhung zur (Teil-)Finanzierung der Backwerk-Übernahme fällt mit 160 Mio CHF etwas umfangreicher aus als im September angekündigt.

Zu den grossen Gewinnern gehören nachrichtenlos Evolva (+5,9%) und Newron (+3,0%) sowie die Nahrungsmittelwerte Emmi (+3,2%) und Hügli (+2,3%). Grössere Abgaben verzeichnen dagegen VZ Holding (-4,0%) und Leonteq (-2,3%), letztere nach einer relativ starken Entwicklung am Vortag.

cp/ys

(AWP)