Aktien Schweiz Eröffnung: Gewinne auf breiter Front

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag mit Gewinnen auf relativ breiter Front gestartet, wobei sich die Avancen insgesamt aber in Grenzen halten. Der Leitindex SMI steuert nun wieder Kurs Richtung 9'000 Punkte, unter die er in den vergangenen Tagen unter anderem aufgrund des starken Zinsanstiegs gerutscht war. Schub geben neben einigen Zyklikern erneut die Grossbankenwerte. Damit hält auch hierzulande eine risikofreudige Investorenstimmung Einzug, nachdem bereits die wichtigsten Aktienmärkte Asiens zu Wochenbeginn zulegen konnten. Frischen Wind brachten am Freitag die US-Arbeitsmarktdaten, die auch an der Wall Street zu Kursanstiegen geführt hatten.
10.07.2017 10:07

Die insgesamt verhaltene Kursentwicklung der Vorwoche könne somit als Verschnaufpause des Marktes interpretiert werden, der sich seit Jahresbeginn recht deutlich nach oben bewegt habe, hiess es im Handel. Die Börsenampeln stünden weiter auf grün. Mit der anlaufenden Quartalsberichtssaison rücken nun die Unternehmensergebnisse in den Fokus, nachdem zuvor Notenbanken den Ton angegeben hatten. Die Konjunkturindikatoren lassen dabei auf eine solide Gewinnentwicklung der Unternehmen hoffen.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt um 09.30 Uhr 0,37% auf 8'915,82 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,36% auf 1'418,24 Zähler zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,34% auf 10'144,34. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 23 im Plus, fünf im Minus und zwei unverändert.

Angeführt wird das Gewinnerfeld von LafargeHolcim mit +1,2%. Konkrete News liegen zum Zementkonzern allerdings nicht vor. Im Handel wird auf die vergleichsweise schlechte Entwicklung des Titels seit Jahresbeginn verwiesen, womit sich ein gewisses Nachholpotential aufgestaut habe.

Mit Dufry (+1,1%) und Adecco (+0,8%) stehen zwei weitere Zykliker auf dem Siegertreppchen. Dufry habe zuletzt recht gut im Markt gelegen, hiess es dazu. Die Aktien des Personalvermittlers Adecco hatten hingegen einen schweren Stand. Regulatorische Änderungen im für den Konzern wichtigen Markt Frankreich hätten eine schmerzhafte Gewinnschmälerung zur Folge, hatte es zuletzt unter Analysten geheissen. Möglicherweise sei dies nun eingepreist und der Titel könne somit wieder vom Aufschwung der Weltwirtschaft und der damit verbundenen Personalnachfrage profitieren, hiess es im Handel.

Einen erneut guten Lauf zeigen die Grossbankenwerte CS (+0,8%), während UBS (+0,4%) etwas zurückbleiben. Bereits in den vergangenen zwei Wochen hatte sich die Titel stark entwickelt. Der Banken-Stresstest in den USA hatte dem Sektor weltweit frischen Wind gegeben. Dass man in Italien die Flurbereinigung des unter einer hohen Schuldenlast ächzenden Bankensektors anpacke, nehme zudem Risiken aus dem Markt, merkte ein Händler an.

Die Indexschwergewichte Nestlé (+0,4%), Roche und Novartis (je +0,3%) sind eine grosse Stütze. Nestlé dürfte es dank Kostensenkungen und der Fokussierung auf wachstumsstarke Bereiche gelingen, ein organisches Wachstum von 5% zu erzielen, heisst es in einem Kommentar von Goldman Sachs, in welchem die Kaufempfehlung bestätigt wird. Derzeit ist der Nahrungsmittelhersteller davon aber noch ein gutes Stück entfernt.

Zu Reden geben auch Roche: Der britische Pharmakonzern und Roche-Konkurrent Shire hat vor einem Gericht in Hamburg eine vorläufige einstweilige Verfügung gegen die Basler erwirkt. Konkret geht es um die Warnhinweise zum Hämophilie-Produktkandidaten Emicizumab. Diese seien unvollständig und irreführend, lautet der Vorwurf von Shire.

Zu den wenigen Verlierern gehören Kühne+Nagel (-0,4%). Die Titel des Logistikkonzerns werden von einer Verkaufsempfehlung durch Goldman Sachs belastet. Seit Anfang Jahr hätten die Valoren bereits um 20% zugelegt, obwohl die Konsenserwartungen gesunken seien, schreibt der zuständige Analyst. Schwächster Blue Chip sind die volatilen Aryzta (-0,6%), die auch seit Jahresbeginn den mit Abstand schlechtesten Lauf haben.

Am breiten Markt fällt Börsenneuling Idorsia um 5,5% zurück, nachdem sich der Titel des Actelion-Spinoffs im Wert verdoppelt hatte. Evolva hingegen ziehen um weitere 4,3% an. Die Aktien des Baselbieter Biotech-Unternehmens waren bereits am Freitag nach einem CEO-Wechsel um fast 10% hochgeschossen.

cp/ra

(AWP)