Aktien Schweiz Eröffnung: Gewinne auf breiter Front - Defensive bremsen

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Mittwoch im frühen Geschäft auf breiter Front höher. Eine bessere Performance des SMI, welcher dennoch vorübergehend bereits die Schwelle bei 9'100 überschritten hat, verhindern die vergleichsweise wenig gesuchten defensiven Schwergewichte. Nach dem Nationalfeiertag haben die hiesigen Aktien dank guter Vorgaben der europäischen und der amerikanischen Aktien vom Vortag Aufholpotential. Neben einer Reihe von gut aufgenommenen Unternehmens-Quartalszahlen, wie zum Beispiel von Apple, stützten auch Konjunkturdaten aus der Eurozone das Börsensentiment. So hat sich die Stimmung in den Industriebetrieben des Euroraums zwar leicht verschlechtert, die Verfassung der Industrie scheint aber weiterhin robust zu sein.
02.08.2017 10:15

In den USA verbuchte der Dow Jones am ersten Handelstag im August den fünften Handelstag in Folge Gewinne, womit die Marke von 22'000 Punkten in Griffweite gerückt ist. Mangels wichtiger Unternehmensnachrichten sind die Blicke der Investoren am Berichtstag weiter auf die USA gerichtet, wo am Nachmittag der ADP-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht wird, welcher als wichtiger Indikator für die offiziellen Arbeitsmarktdaten am Freitag gilt. Etwas gedämpft wird die wieder etwas risikofreudigere Stimmung von den zuletzt wieder gefallenen Ölpreisen. Der Euro hält gegenüber dem Franken sein Niveau von über 1,14 CHF.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,33% höher bei 9'084,81 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,52% auf 1'453,43 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,39% auf 10'350,82 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren bis auf zwei alle im Plus.

An der Spitze der Bluechips stehen aktuell Geberit mit einem Plus von 1,9%. Der Titel erhalte von einer Kaufempfehlung einer wichtigeren Bank etwas Rückenwind, erklärte ein Händler. Um welches Institut es sich handelt, konnte er allerdings nicht sagen. Gestützt werde die Aktie aber auch von der aktuellen Euro-Stärke.

Überdurchschnittlich sind dahinter die Avancen von Kühne+Nagel (+1,5%), Partners Group (+1,3%) oder Sonova (+1,4%). Letztere erhalten Unterstützung von einer deutlichen Kurszielerhöhung durch HSBC mit einer Bestätigung der Einstufung "Hold". Die neue Hörhilfe Made-for-All, welche im August präsentiert werde, könnte Sonova klar von der Konkurrenz trennen, hiess es dort zur Begründung.

Weiter sind Lonza, Julius Bär, Adecco (je +1,2%) oder Swatch (+1,1%) gut gesucht. SGS (+0,8%) bewegen sich im breiten Mittelfeld. Das Prüfunternehmen hat am Morgen zwei weitere kleinere Akquisitionen in Italien und in den Niederlanden gemeldet, die Umsätze der beiden Übernahmen bewegen sich allerdings lediglich im mittleren einstelligen Millionenbereich.

Für die Clariant-Aktien (+0,8%) hat Bernstein das Kursziel etwas heraufgesetzt, das Rating "Underperform" aber bestätigt. Die Chancen für ein Gelingen der Fusion mit Huntsman werden von der Bank auf 60% eingeschätzt. Die Bank geht allerdings davon aus, dass der Zusammenschluss nicht genügend Wert generieren werde und rät Huntsman davon ab, sich mit Clariant zusammenzutun.

Dass der Gesamtmarkt nicht stärker nach oben ausschlägt ist auf die verhaltene Entwicklung der defensiven Novartis (-0,1%), Nestlé (+0,2%) und Roche (+0,3%) zurückzuführen.

Nebst Novartis sind Vifor (-0,3%) die einzigen Verlierer.

Im breiten Markt fallen Leonteq (+7,7%) auf, für welche die Credit Suisse das Rating auf Outperform erhöht hat. Begründet wurde dieser Schritt mit den ermutigenden Resultaten für das erste Semester und einem Treffen mit dem Management. AMS (+3,7%) werden von den starken Zahlen von Apple gestützt.

Jeweils nach Zahlen ziehen Pargesa um 1,3% an, wogegen SHL Telemedicine (-0,7%) verkauft werden. SHL hat am Montag nach Börsenschluss mit ziemlicher Verspätung die Jahreszahlen 2016 publiziert. Gleichzeitig gab die SIX am Montagmorgen Sanktionen im Zusammenhang mit dem Jahresabschluss 2015 bekannt.

cf/ys

(AWP)