Aktien Schweiz Eröffnung: Gewinne - Uhrenhersteller, Novartis bestimmen das Bild

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Donnerstag ganz unter dem Einfluss positiver Daten. Eine Erholung der Schweizer Uhrenexporte im Mai hievt die Aktien der beiden prominenten Hersteller nach oben, ebenso wie aktuelle Studiendaten den Papieren von Novartis deutlich Schwung verleihen. Damit schüttelt der Leitindex SMI auch die etwas durchmischten Vorgaben aus Übersee erfolgreich ab.
22.06.2017 10:15

Nicht zuletzt der Rückgang der Ölpreise hatte den zuletzt starken Lauf der Börsen hierzulande und auch in den USA zur Wochenmitte vorübergehend unterbrochen. Meldungen über einen Anstieg der Fördermenge an Rohöl in den USA hatten stark belastet und den Preis für Brent-Öl erstmals seit vergangenen November unter die Marke von 45 USD gedrückt. Marktteilnehmer blieben vor diesem Hintergrund zunächst vorsichtig, heisst es aus dem Handel.

Der Swiss Market Index (SMI) steigt bis 09.30 Uhr um 0,35% auf 9'017,20 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,09% auf 1'423,07 Zähler hinzu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,29% auf 10'263,79 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 17 im Minus, zwölf im Plus und Adecco sind unverändert.

Die mit Abstand grössten Gewinne unter den Blue Chips verzeichnen im frühen Handel die Aktien von Novartis (+2,4%). Der Pharmakonzern hat mit seinem Produktkandidat ACZ885 (Canakinumab) zur Behandlung von Herzkranzarterien-Erkrankungen in einer Phase-III-Studie (CANTOS) die gesteckten Ziele erreicht. Wie ein Analyst der Deutschen Bank im Frühjahr geschrieben hatte, war diese Studie mit einem erheblichen Risiko behaftet. Entsprechend sei das mögliche Umsatzpotenzial des Kandidaten noch nicht in die Umsatzschätzungen der Analysten eingeflossen. Entsprechend positiv fallen die ersten Kommentare aus. Von einem unverhofften Erfolg ist darin überwiegend die Rede.

Die Anteilsscheine von Roche (+0,4%) folgen mit einigem Abstand. Mit Sonova (+0,7%) und Vifor (+0,4%) stehen noch weitere Werte aus der Gesundheitsbranche im frühen Handel weit oben auf den Einkaufslisten. Im breiten Markt ziehen Idorsia (+2,0) und Tecan (+1,2%) mit. Händler verweisen auf US-Vorgaben. Unter den Technologiewerten hatten am Mittwoch vor allem Biotechs besonders deutlich zulegen können und damit für eine freundliche Vorgabe gesorgt.

Ebenfalls im Plus stehen bei den Blue Chips die Aktien der beiden Uhrenhersteller Swatch (+0,6%) und Richemont (+0,4%). Nach einem schwachen Jahr 2016 sind die Schweizer Uhrenexporte seit Beginn des neuen Jahres im Monat Mai zum zweiten Mal gestiegen. Analysten sprechen von einer über den Erwartungen ausgefallenen Zunahme. Am Vortag hatten beide Titel vor den anstehenden Daten noch Abgaben verbucht.

Leicht im Plus halten sich auch die Anteilsscheine von Clariant (+0,2%). Der Chemiekonzern rüstet seine Forschungseinrichtung auf dem Gebiet der Landwirtschaft auf.

Dagegen werden Bankaktien im frühen Handel auf die letzten Plätze verwiesen. Für die Credit Suisse, die UBS und Julius Bär geht es zwischen 0,7 und 0,6% abwärts. Am Vortag hatten Finanzwerte in Europa und auch den USA deutliche Abgaben verzeichnet - die beiden Schweizer Grossbanken hatten sich dagegen im späten Handel in die Gewinnzone vorgearbeitet.

Im breiten Markt stechen Santhera-Aktien (+8,7%) hervor. Das Pharmaunternehmen hat von der britischen Arzneimittelbehörde MHRA (Medicines and Healthcare products Regulatory Agency) eine erste positive Bewertung für sein Mittel Raxone zur Behandlung der Duchenne-Muskeldystrophie erhalten.

Nach Zahlen gesucht sind auch Carlo Gavazzi (+2,3%). Die Elektronikgruppe hat im März beendeten Geschäftsjahr 2016/17 dankt eines Sondereffekts mehr verdient und erhöht die Dividende.

Für Spannung sorgt an diesem Tag aber vor allem die Versandapotheke Zur Rose. Sie wagt bereits Anfang Juli den Sprung auf das Schweizer Börsenparkett. Die Preisspanne wird auf 120 - 140 CHF gesetzt. Dies entspreche einer Marktkapitalisierung von 780 - 870 Mio CHF.

hr/cp

(AWP)