Aktien Schweiz Eröffnung: Gewinnmitnahmen auf breiter Front

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch mit klar tieferen Kursen auf breiter Front in die Sitzung gestartet. Nach zuletzt drei starken Wochen mit nur vereinzelten und geringen Rückschlägen, scheinen die Investoren nun erste Gewinne einzufahren. Zumal in jüngster Zeit vor der hohen Bewertung der Aktien immer häufiger gewarnt wurde und nennenswerte Treiber für noch höhere Kurse zuletzt ausgeblieben sind. Ob dies nur eine temporäre Schwäche ist oder sich zu einer grösseren Korrektur ausweitet, ist derzeit noch offen. Klar scheint dagegen, dass der SMI bei gut 9'100 Punkten zumindest für den Moment seine obere Grenze gefunden hat.
17.05.2017 10:15

Die Stimmung habe sich nicht grundsätzlich verschlechtert, hiess es in Börsenkreisen. Mittlerweile seien die Bewertungen aber sehr hoch und für weitere Avancen gebe es kaum ausreichend Gründe. Geprägt werde das Börsengeschehen mangels anderer Nachrichten weiterhin von den politischen Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Regierung Trumps und der damit verbundenen Dollar-Schwäche. Zum Franken hat sich die US-Valuta innert zweier Tage von über 1,00 CHF auf einen Bereich noch leicht über 0,98 CHF abgeschwächt. Die Berichte über die Herausgabe sensibler Geheimdienst-Infos zu geplanten IS-Aktivitäten durch US-Präsident Donald Trump an Russlands Außenminister Lawrow wirkten spürbar bremsend, hiess es dazu.

Der Swiss Market Index (SMI) fällt bis um 09.30 Uhr 0,53% auf 9'079,33 Punkte zurück. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,57% auf 1'430,49 Punkte ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,48% auf 10'321,60 Punkte. Von den Bluechips stehen bis auf Lonza alle im Minus.

Mit am meisten unter Druck stehen wie schon am Vortag die Banken, von denen CS (-1,4%) noch etwas mehr abgeben als UBS (-0,7%). UBS hatten am Vortag unter dem Abbau der Beteiligung des Singapurer Staatsfonds GIC gelitten, zu CS kommt im Vorfeld der ausserordentlichen Generalversammlung zur geplanten Kapitalerhöhung vom Donnerstag eine gewisse Nervosität auf. Der "TagesAnzeiger" hatte über eine mögliche Klage seitens sich übervorteilt fühlender Aktionäre berichtet.

Zur Gruppe mit den stärksten Einbussen gehören weiter Swatch (-0,9%), sowie weitere Finanztitel wie Partners Group (-1,0%), Swiss Life (-0,8%) und Swiss Re (-0,7%).

Von den drei nach Börsenkapitalisierung schwersten Aktien ziehen Novartis (-0,8%) und Roche (-0,6%) den Gesamtmarkt klar nach unten. Novartis gehörten bereits am Vortag nach allerdings volatilem Verlauf zu den schwächeren Titeln.

Im Gegensatz dazu verhalfen Nestlé mit einer starken Performance am Vortag dem SMI zu einem Plus, am Berichtstag gehören sie mit einem Minus von 0,1 zu den am wenigsten an Terrain einbüssenden Aktien.

Die am Vortag nach guten Jahreszahlen gesuchten Sonova (-0,2%) halten sich ebenfalls mit lediglich moderaten Verlusten in der Spitzengruppe. Im Nachgang zu den Zahlen sind neue Kurszielerhöhungen durch JPMorgan und Jefferies eingegangen, beide belassen die Titel indes mit dem Rating "Neutral", bzw. "Hold".

Einziger Gewinner sind derzeit Lonza (+0,1%) gefolgt von Vifor Pharma (-0,1%).

Im breiten Markt fallen Straumann mit einem Minus von 2,2% auf. Wie das Investor Relations von Straumann am Mittwoch entsprechende Medienberichte bestätigte, hat sich der Singapurer Staatsfonds GIC von weiteren Anteilen an Straumann getrennt. GIC habe seine noch verbliebenen 0,54 Mio Aktien, entsprechend einem Anteil von 3,4%, verkauft, hiess es dazu. Zuletzt wurde seitens GIC noch ein Anteil von gut 4% gemeldet.

Sulzer (-0,6%) entwickeln sich dagegen in etwa mit dem Markt. Das Unternehmen hat am Morgen mit der Übernahme der neuseeländischen Simcro eine kleinere Akquisition bekanntgegeben. Für einen Unternehmenswert von 90 Mio CHF kauft sich Sulzer damit einen Umsatz von rund 35 Mio CHF bei einer für Sulzer überdurchschnittlichen EBITDA-Marge von 27% ein. Die Transaktion wird in Marktkreisen aufgrund ihrer geringen Grösse als eher kursneutral eingestuft, wegen der Margensteigerung aber auch als günstig.

Die Aktien des Vakuumventil-Herstellers VAT wiederum fallen nach Quartalszahlen mit einem Minus von 3,8% deutlich zurück.

cf/tp

(AWP)