Aktien Schweiz Eröffnung: Gewinnmitnahmen auf breiter Front - Roche stützen

Der Schweizer Aktienmarkt gibt am Donnerstag auf breiter Front nach. Nach der starken Performance - inklusive neuem SMI-Jahreshoch - über die ersten drei Tage der Woche nach den Wahlen in Frankreich sind damit vorerst Gewinnmitnahmen angesagt. Die von der US-Regierung am Vortag vorgestellten Pläne für eine Steuerreform vermag die Märkte nicht zu begeistern, entsprechend haben auch die US-Aktien am Mittwochabend bereits den Rückwärtsgang eingelegt. Zu den wenigen Gewinnern gehören jeweils nach Zahlen Roche und Clariant.
27.04.2017 10:10

Nach dem Anstieg des SMI von über 3% über die letzten drei Tage, müssten diese Gewinne vorerst einmal konsolidiert werden, hiess es in Marktkreisen. Dazu habe sich die Stimmung nach den mit Spannung erwarteten Aussagen von US-Finanzminister Steven Mnuchin zur geplanten Steuerreform etwas eingetrübt. Die Ankündigungen der US-Regierung hätten den hohen Erwartungen der Finanzmärkte nicht entsprochen, was zwar einerseits nicht überraschend gekommen sei, gleichwohl aber eine gewisse Enttäuschung hervorgerufen habe.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,37% tiefer bei 8'797,42 Punkten und kämpft damit um die Verteidigung der Marke von 8'800 Stellen. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,40% auf 1'407,95 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,26% auf 9'949,07 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln fallen 22 zurück, während 7 höher stehen und einer (Bâloise) unverändert.

Roche (+0,3%) machen zwar nach den Umsatzangaben zum ersten Quartal nicht gerade eine Kurssprung, widersetzen sich aber gleichwohl dem negativen Gesamttrend. Insbesondere der Bereich Pharma und dort einige Blockbuster wie Rituxan, Herceptin oder Avastin haben Umsätze am oberen Ende der Erwartungen erreicht. Gerade der starke Absatz mit diesen drei umsatzträchtigsten Medikamenten wird in ersten Kommentaren aus der Analystengemeinde sehr gelobt. Aber auch ein Hoffnungsträger wie Tecentriq oder auch die Division Diagnostics schlugen den Konsens leicht.

Mit Abstand an der Spitze stehen Clariant (+2,8%). Nicht nur beim Umsatz, auch beim bereinigten EBITDA hat der Spezialitätenchemiekonzern aus Basel die Analystenerwartungen in den ersten drei Monaten ziemlich deutlich übertroffen. Punkten kann Clariant insbesondere mit dem prozentual zweistelligen Wachstum in Lokalwährungen in Schlüsselmärkten wie Europa oder Asien. Ein Analyst weist zudem darauf hin, dass das organische Umsatzwachstum so hoch ausgefallen sei wie seit zwei Jahren nicht mehr.

Leichte Gewinne ohne besondere News verzeichnen noch Schindler (+0,4%), welche sich im Anschluss an das Quartalsergebnis vom Dienstag nicht gross bewegt haben, sowie Swisscom, Adecco und Swiss Re.

Die längere Verliererliste wird von Swiss Life angeführt, welche 3,3% oder 10,90 CHF nachgegen. Dieser Abschlag entspricht indes in etwa der abgezogenen Dividende von 11 CHF.

Grössere Abgaben weisen zudem Aryzta (-1,4%), die zuletzt im Zusammenhang mit den Quartalszahlen gut gelaufenen Credit Suisse (-1,3%), UBS (-1,1%) oder LafargeHolcim (-1,0%) auf. Für letztere hat Bernstein das Kursziel bei unverändertem Rating "Market Perform" leicht reduziert.

Im breiten Markt fallen Bucher Industries nach einem starken Auftragseingang im ersten Quartal mit einem markanten Plus von 5,7% auf. Sulzer, ebenfalls nach Angaben zum Bestellungseingang, geben dagegen nach freundlichem Start mittlerweile leicht um 0,4% nach.

Der Dentalimplantathersteller Straumann hat den Umsatz für das erste Jahresviertel vorgelegt, was die Aktionäre mit einem Plus für den Titel von 3,2% quittieren.

Die Aktien des Hedge-Fund-Spezialisten Lumx (vormals Gottex) brechen dagegen nach den Jahreszahlen für 2016 um knapp 12% ein.

Jeweils nach kleineren Akquisitionen fallen BKW (-0,1%) und Gurit (+0,7%) nicht gross auf.

cf/rw

(AWP)