Aktien Schweiz Eröffnung: Gewinnmitnahmen belasten - UBS nach Zahlen gesucht

Der Schweizer Aktienmarkt gibt am Freitag trotz Unterstützung der UBS-Aktie nach. Die Stimmung an der Börse sei mit Blick auf die gute Performance in der laufenden Woche von Zurückhaltung geprägt und auch die Überseemärkte hätten dem Leitindex SMI keine frischen Impulse geliefert, heisst es im Handel. Dabei sei der Schwung aus den französischen Präsidentschaftswahlen in der zweiten Wochenhälfte verloren gegangen. Aktuell belasten etwa die Abgaben der Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche den Gesamtmarkt.
28.04.2017 10:15

Dennoch notiert der SMI derzeit auf einem Niveau, das zuletzt Ende 2015 erreicht worden war und liegt im Vergleich zum vergangenen Freitag mit mehr als 3% im Plus. Die Aktionäre scheinen sich im Moment nicht von ihren Dividendenpapieren trennen zu wollen, meint ein Händler. Dies sei allerdings in Anbetracht der weiterhin sehr tiefen Zinsen keine Überraschung. Daran dürfte sich so bald nichts ändern. Am Donnerstag hatte etwa die EZB signalisierte, dass sie noch einige Zeit an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten wird. Am Freitag richtet sich das Anlegerinteresse etwa auf BIP-Daten aus Grossbritannien und den USA.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,28% tiefer bei 8'819,61 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst lediglich 0,05% auf 1'411,54 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,17% auf 9'982,02 Stellen ein. Von den 30 wichtigsten Titeln fallen 15 zurück, während 13 höher stehen und Swiss Re sowie Galenica unverändert notieren.

Die Aktien der UBS (+3,2%) erzielen die mit Abstand deutlichsten Kursgewinne im Blue Chips-Segment. Die Grossbank hat die Anleger mit klar über den Erwartungen liegenden Zahlen zum ersten Quartal überrascht. Analysten begrüssen insbesondere die auf der Kostenseite erzielten Fortschritte. Mit Blick nach vorne bleibt das Institut jedoch weiterhin vorsichtig, auch wenn sie eine Verbesserung der Stimmung und des Vertrauens der Anleger feststellt. Im Sog der UBS steigen Julius Bär um 1,5% in die Höhe.

CS verlieren dagegen im Vorfeld der in den vergangenen Wochen viel diskutierten GV 1,6%. Zwar hatte die CS-Spitze kurz vor Ostern ihre Boni gekürzt, da aber die einflussreichen US-Stimmrechtsberater ISS und Glass Lewis den Vergütungsbericht weiterhin ablehnen, kann CS-Präsident Urs Rohner heute bei einigen Abstimmungen kaum auf deutliche Mehrheiten zählen.

Gewinnmitnahmen lassen die Schwergewichte Nestlé (-0,5%), Novartis (-0,8%) und Roche (-0,4%) zurückfallen. Letztere können somit nicht an die von soliden Quartalszahlen begünstigten Kurssteigerung vom Vortag anknüpfen. Die Bank Bernstein hat in der Folge das Kursziel für die Genussscheine deutlich angehoben und das Rating mit "Outperform" bestätigt. Zumindest auf kurze Sicht gehen die Analysten davon aus, dass der Pharmakonzern von einer Reihe guter Nachrichten aus der Produktpipeline profitieren dürfte.

Adecco verlieren 1,5% bzw. 1,10 CHF auf 15,01 CHF und damit weniger vom Dividendenabgang (1,50 CHF) zu erwarten wäre. Die kurz vor der Übernahme stehenden Actelion-Papiere geben um 1,5% nach.

Im breiten Markt erholen sich GAM (+3,7%) klar von der zuletzt gesehenen Kursschwäche. Der Asset Manager hat am Donnerstagabend im Anschluss an eine umstrittene Generalversammlung ein neues Aktienrückkaufprogramm im Umfang von maximal 16 Mio Aktien angekündigt. Straumann gewinnen weitere 0,5%, nachdem die Papiere des Dentalimplantateherstellers am Vortag dank überzeugender Wachstumszahlen und -aussichten bereits auf ein neues Allzeithoch geklettert sind. Aufgrund der hohen Bewertung hat allerdings Kepler Cheuvreux das Rating auf "Reduce" gesenkt.

Weiter haben kleinere Unternehmen wie der Finanzbroker CFT (Aktie: +0,2%) oder das Immobilienunternehmen EPH (unv.) als Nachzügler über das Geschäftsjahr 2016 Rechenschaft abgelegt. Die Vermögensverwalterin EFG International (-0,9%) musste derweil einen Netto-Geldabfluss im ersten Quartal hinnehmen. Der Grund sind Abgänge bei der übernommenen Tessiner Privatbank BSI. In Sachen BSI-Integration und Kostenseite jedoch berichtet EFG über Fortschritte. Emmi (unv.) weitet mit einer 40%-Beteiligung am brasilianischen Milchverarbeiter Laticínios Porto Alegre das Geschäft in Südamerika aus.

mk/tp

(AWP)